Vorwort
Große Kunstausstellungen sind bedeutende wissenschaftlich-kulturelle Ereignisse, die im Laufe der Zeit dazu beitrugen, dass Kunst in all ihren Ausdrucksformen das Bild eines Landes in entscheidender Weise prägt. Der kulturelle Event wird deshalb gerne im politischen Geschehen zu Repräsentationszwecken eingesetzt und auch die großen Firmen investieren in Kunst, um ihre Produkte besser verkaufen zu können.
Museum Ohne Grenzen möchte mit seinem Ausstellungsstraßen-Zyklus "Die islamische Kunst im Mittelmeerraum" die Mittelmeerländer aktiv einbeziehen, damit sie von ihrem kulturellen Erbe ökonomisch und politisch profitieren können. Ihre Kunst und Geschichte werden dabei von ihrem eigenen Standpunkt aus dargestellt.
Ausgehend von einer neuartigen Ausstellungsform, bei der die Kunstwerke an Ort und Stelle verbleiben, um so in ihrem ursprünglichen Kontext präsentiert zu werden, verbindet Museum Ohne Grenzen wissenschaftliche Forschung mit der wirtschaftlichen Erschließung des kulturellen Erbes, indem es auf den reichen Schatz an künstlerischen und historischen Hinterlassenschaften der betr. Länder aufmerksam macht, um die Investitionen auf dem Gebiet der Restaurierung und Erhaltung voranzutreiben.
Die Ausstellungsstraßen von Museum Ohne Grenzen widmen sich immer einem bestimmten Thema sowie einer bestimmten Region (Ausstellungsort) und folgen einzelnen Routen (Ausstellungssäle), die jeweils einen spezifischen Aspekt des Generalthemas behandeln. Der Besucher bewegt sich hier nicht mehr in einem geschlossenen Raum, sondern kann sich nunmehr auf Reisen begeben - zu Kunstgegenständen, Bauwerken, archäologischen Ausgrabungen, Städten, Landschaften und anderen Orten, die Schauplatz wichtiger historischer Ereignisse waren. Geführt wird er dabei von dem Ausstellungskatalog und einem Beschilderungssystem, das zur leichteren Auffindung der Ausstellungsobjekte eigens von Museum Ohne Grenzen erarbeitet wurde.
Dank der Finanzierung durch die Europäische Union im Rahmen des Programms MEDA-Euromed Heritage (Regionales Förderprogramm zur Bewahrung des kulturellen Erbes in Europa und dem Mittelmeerraum) konnte die Reihe "Die Islamische Kunst im Mittelmeerraum" realisiert werden. Entsprechende Ausstellungsstraßen wurden in den Palästinensischen Autonomiegebieten, in Jordanien, in Ägypten, Tunesien, Marokko und der Türkei eingerichtet. Angeschlossen haben sich außerdem in Eigenfinanzierung Spanien, Italien und Portugal. Weitere Finanzhilfen durch die Europäische Union im Bereich Tourismuspolitik, Kulturerbe (Programm RAPHAEL) und Interregionale Zusammenarbeit (Spanisch-Portugiesisch-Marokkanisches Pilotprojekt) trugen zur Realisierung einzelner Unternehmungen an den jeweiligen Etappen des Projektes bei.
Im Namen von Museum Ohne Grenzen möchte ich hiermit all jenen unseren herzlichen Dank sagen, die uns als Privatpersonen oder als Vertreter einer der zahlreichen beteiligten Institutionen beim Aufbau dieses Museums ohne Grenzen zur islamischen Kunst im Mittelmeerraum unterstützt haben.
Eva Schubert
Präsidentin
Museum ohne Grenzen