Vorwort zur Gesamtausgabe
Mit der vorliegenden zweibändigen Buchausgabe wird allen Studierenden naturwissenschaftlich-technischer Fachrichtungen eine Ergänzung zu jeder werkstoffkundlichen Grundlagen-Vorlesung angeboten. Sie kann einmal fachliche Lücken schließen, die meist in Einführungsvorlesungen wegen der vom Stundenplan her bedingten Kürze auftreten. Zum anderen ist aus der in sich geschlossenen Vorstellung aller wichtigen Grundlagen bis hin zu modernen Entwicklungen eine Übersicht zu gewinnen, die die wachsende Bedeutung der Werkstoffwissenschaft und ihrer Anwendungen für innovative Spitzentechnologien in der heutigen Technik dokumentiert.
Das zweibändige Lehrbuch kann vom Studierenden während seiner gesamten Studienzeit als erste Informationsquelle für Fragen und Probleme aus dem Gebiet der Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung genutzt werden. Mit der kurzen, anschaulichen Darstellungsweise führen die Bücher in erklärten, nachvollziehbaren Schritten auf das Niveau und zum Verständnis der speziellen wissenschaftlichen Artikel und Bücher, die später in Diplomarbeiten und während des beruflichen Einsatzes aus dem werkstoffkundlichen Sektor zu bearbeiten sind.
Das Stoffangebot wurde aufgrund der Vielzahl wichtiger Themen in einen primären Teil und einen sekundären Teil getrennt. Der primäre Teil umfaßt jeweils die ersten Kapitel der Bücher und informiert über das unbedingt wichtige Grundwissen. Er bietet quasi das zusammenhängende Gerüst der Buchausgabe. Der sekundäre Teil des Stoffangebotes umfaßt die Kapitel hinter der Kennzeichnung "Vertiefende Zusätze und wichtige Randgebiete", die auf einer CD gespeichert beigefügt sind. Hier kann der Studierende selbst entscheiden, ob er zunächst nur grundlegendes Wissen aufnehmen oder ob er schon mit dem Studium von Zusätzen, die stets voneinander unabhängig sind, sein Wissen erweitern möchte.
Die Inhalte der zwei Buchteile werden in jedem Band der Übersicht wegen detailliert angeboten. Aus den Überschriften der einzelnen Bände ist jedoch schon grob die spezifische Einteilung zu entnehmen:
I. Band: Werkstoffe; Aufbau, Behandlung, Eigenschaften
II. Band: Werkstoff-Werkstückprüfung auf Qualität, Fehler, Dimension und Zuverlässigkeit.
Diese Bände sind für Studierende der Werkstoffkunde, des Maschinenbaues, der Elektrotechnik, der Physik usw. geeignet. Im Rahmen der in Forschung und Technik immer stärker gefragten interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen den Absolventen verschiedener Fachrichtungen erscheint eine Zuordnung zu den einzelnen Disziplinen nicht mehr sinnvoll.
Allen Studierenden wünsche ich bei der Lektüre der Buchreihe so viele leicht aufnehmbare, weiter verwendbare Informationen, daß auch bei ihnen die Erkenntnis wächst, mit der Werkstoffwissenschaft nicht nur ein technisch notwendiges, sondern auch interessantes, attraktives Fachgebiet vor sich zu haben.
Schließlich bedanke ich mich bei all' denen, die zum Werden dieses Buches beigetragen haben: bei den Mitautoren für ihre Beiträge und für das Verständnis hinsichtlich der gewünschten Kürze, bei meinen Lübecker Professoren-Kollegen, den Herren Wolfgang Kümmel, Roland Baumann, Berend Berendsen und Heinz Plagemann, für ihre Hilfen in Form der kritischen Durchsicht von Manuskriptteilen und von nützlichen Gesprächen.
Stockeisdorf / Lübeck, im Frühjahr 2003
Ernst Fuhrmann
Vorwort zur Neuauflage
Mit dem Verkauf der 1 . Auflage des vorliegenden Doppelbandes hat sich bei den Lesern und Fachleuten die Erkenntnis durchgesetzt, daß die Verfügbarkeit dieser nicht nur für den deutschen Fachbuchmarkt einmaligen, umfassenden Darstellung des gesamten Gebietes der Werkstoffwissenschaft wesentliche Vorteile bietet.
Der 1 Band enthält bekanntlich alle wichtigen und modernen Entwicklungen/Verfahren, die bislang Eingang in die Werkstoffkunde gefunden haben. Trotzdem glauben wir, mit dem Zusatz des neuen Kapitels 26 "Zum Kriechen von Kunststoffen" von Prof. Dr. Ukens (FH Lübeck) den Wissenskomplex der Kunststoffe mit dieser Darstellung in vertretbarer Weise abzurunden. Im 2. Band der Werkstoffprüfung sind vor allem die Methoden der zerstörungsfreien Prüfung von Werkstoffen/Werkstücken dargestellt. Neben den bekannten Verfahren mit Röntgenstrahlen, mit Ultraschall, mit magnetischen/magnetinduktiven Feldern ist hier neu die gewachsene Bedeutung der optischen Methoden hervorgehoben worden. Dieser 2. Band ist somit ein modernes Standard-Lehrbuch der Werkstoffprüfung. Folgerichtig empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung (DGZfP) auch diesen Band ihren Mitgliedern als fachspezifische Literatur.
Aber auch hier waren wir der Ansicht, dass der Zusatz des 15. Kapitels "Röntgen-Topographie mittels Klein- und Weitwinkel-Streuung" von Röntgenpreisträger Prof. Dr. Hentschel (BAM Berlin) eine wertvolle Bereicherung für das Kapitel Röntgentechnik ist.
Schließlich wurden in beiden Bänden alle aufgefundenen Unkorrektheiten beseitigt, Bilder und Textstellen teilweise verbessert, so daß man zusammen mit den schon besprochenen Zusatz-Kapiteln von einer korrigierten, verbesserten und erweiterten Neuauflage des Doppelbandes sprechen kann. Mit dieser Neuauflage verfügen nun alle Studierenden, Arbeitenden und Lehrenden in der Werkstoffkunde/Werkstoffprüfung über ein modernes, ausgereiftes Lehrbuch. Es wird sicher weitere Leser gewinnen und auch dem Nichtfachmann benachbarter Wissensbereiche ein unentbehrliches Hilfsmittel für die immer intensiver werdende interdisziplinäre Zusammenarbeit werden. Ich danke den beiden vorgestellten Herren für ihre neuen Beiträge.
Stockeisdorf / Lübeck, im Herbst 2008
Ernst Fuhrmann
Vorwort zum I. Band
Dieser erste Band der Einführung in die Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung stellt die wichtigsten Werkstoffe vor, die heute in der Wissenschaft und Technik gebräuchlich sind. Zum Verständnis ihres Aufbaues, d.h. ihrer atomaren Struktur, ist ein elementares Wissen über diese Bausteine notwendig, also über die Atome. Die ersten Kapitel wiederholen deshalb diese Grundlagen, die vom Atom über seine Bindungsarten bis hin schließlich zu den vielfältigen Erscheinungsformen der Festkörper reichen.
Das vorgestellte Werkstoffspektrum behandelt z.B. die Eisenwerkstoffe nur in knapper Form, mehr in einer Übersicht. Es gibt zu dieser Thematik genügend ausführliche Literatur, auf die hingewiesen wird. Dafür ist dem Silizium (der Siliziumplanartechnik) und den Sinterwerkstoffen mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Platz findet sich auch für die modernen Arten der Beschichtung (Dünnschichttechnik) und der Oberflächenbehandlung von Werkstoffen mit Laser, Elektronenstrahlen, Plasma etc.
Die Werkstoffprüfung ist im I. Band nur in wenigen Beispielen zu finden, die hier in einfacher Form die Messung von Werkstoffeigenschaften erläutern. Ausführliche Darstellungen der Methoden der Werkstoffprüfung - insbesondere der zerstörungsfreien Prüfung (ZfP) - bietet der II. Band. Eine Übersicht dazu vermittelt das Inhaltsverzeichnis des II. Bandes am Schluß dieses Buches.
Um das "primäre Wissen" der ersten 14 Kapitel des I. Bandes nicht durch zu viele erläuternde Zusätze und wissenswerte Details zu überlasten, wurden die Kapitel 15 bis 24 als "Vertiefende Zusätze und wichtige Randgebiete" und "sekundäres Wissen" auf einer CD angeordnet und so getrennt dem Buch zugesetzt. Zu Beginn des Studiums der Werkstoffwissenschaften können diese Kapitel zunächst übergangen werden, sollte man sich auf die aufeinander aufbauenden ersten 14 Kapitel konzentrieren. Erst ein sicherer Umgang mit dem Grundwissen garantiert später den erfolgreichen Einstieg in ausgewählte Kapitel der Zusätze. Diese Kapitel 15 bis 24 sind unabhängig voneinander und daher in beliebiger Reihenfolge zu erschließen.
Auch hier werden die wichtigen Hochpolymeren nur in einer knappen Übersicht behandelt, da die angeführte Spezialliteratur genügend Hinweise für eine weitere erfolgreiche Bearbeitung dieses Stoffgebietes gibt. Dafür sind zusätzliche Kapitel über Magnetwerkstoffe, Laseranwendungen, Mikrosensorik etc. aufgenommen worden, die die Bedeutung der Werkstoffwissenschaft auch für diese speziellen Gebiete verdeutlicht.
Am Schluß sei noch einmal betont, daß dieser erste Band darauf ausgerichtet ist, allen Studierenden naturwissenschaftlich-technischer Fachrichtungen als Hilfe in werkstoffkundlichen Fragen zu dienen. Er kann neben jeder Werkstoffkunde-Vorlesung gebraucht werden, um den dort gebotenen Stoff zu präzisieren, zu erweitern. Mit dem II. Band zusammen stellt er für die gesamte Studienzeit eine erste Informationsquelle dar, um auf Fragen und Probleme aus dem Gebiet der Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung eine Antwort zu finden.
Stockeisdorf / Lübeck, im Frühjahr 2003
Ernst Fuhrmann