Vorwort (Preface)
Rechnungswesen (Accounting) ist international! Das vorliegende Lehrbuch vermittelt internationale Rechnungslegung in dem Umfang, der an den meisten internationalen und ausländischen Hochschulen in dem Fach Financial Accounting gelehrt wird. Es bereitet auf eine rechnungswesenorientierte Vertiefungsvorlesung wie Management Accounting, Controlling, Finanzierung, Bilanzierung, Wirtschaftsprüfung etc. vor. Das Buch erscheint in der Reihe BWL-Crash-Kurs. Diese Reihe verfolgt das Ziel, die Grundlagen eines Fachs in der Betriebswirtschaft in kompakter Form und anschaulich zu vermitteln.
Im Band Bilanzen der BWL-Crash-Kurs-Reihe wird vermittelt, wie man einen handelsrechtlichen Jahresabschluss nach IFRSs und deutschem HGB aufstellt. Es wird in den ersten Kapiteln auf die Bilanzierung im Allgemeinen eingegangen und anschließend der Jahresabschluss Position für Position vorgestellt. Im Text finden sich zahlreiche Beispiele zur Erläuterung. Zusätzlich wird für jeden Sachverhalt ein Beispiel aus der durchgängigen Fallstudie Sunny AG behandelt, um ihn im Kontext mit einem realistischen Unternehmen zu vertiefen.
Die Sunny AG ist ein fiktiver Hardwareproduzent mit Sitz in Osnabrück. Sie produziert Personal Computer und Workstations. Weiter bietet sie ihren Kunden Serviceleistungen an. Ihren Firmennamen trägt die Sunny AG wegen ihres Energieversorgungskonzepts mit Solarstrom und -wärme. Für die Sunny AG Fallstudie existiert ein weiteres Lehrbuch von Seyfert [2008], das die Grundstudiumskenntnisse der Plankostenrechnung vermittelt. Die Daten der Fallstudie Sunny AG sind zwischen den Büchern abgestimmt.
Die Sunny AG wird in jedem Kapitel behandelt, so dass sich der Leser darin zu Hause fühlt. Nach Vorstellen von Bilanzierungsmethoden wird immer die Anwendung in der Sunny AG demonstriert, um den Inhalt zu vertiefen und in einem dem Leser bekannten Kontext zu zeigen.
Um das Erlernen der englischen Fachbegriffe (technical terms) zu erleichtern, sind im Text oft die Übersetzungen in Klammern angeführt. Teilweise werden die im Ausland üblichen Begriffe in den Text eingedeutscht, damit sich der Leser an die internationale Fachsprache gewöhnt. Fast alle Abbildungen sind in Englisch. Das Buch baut auf meinen Lehrerfahrungen in internationalen Studiengängen der Fachhochschule Osnabrück und als Gastprofessor im Ausland - in China, in den Niederlanden und in Südafrika auf. Auf der Website www.utb-mehr-wissen.de finden sich eine Übersetzungshilfe und Übungsaufgaben mit Lösungen zum Download. Ich empfehle, parallel zur Lektüre dieses Lehrbuchs das neue deutsche HGB und die internationalen Rechnungslegungsstandards zu lesen. Letztere sind auch im Internet in Englisch und Deutsch (z.B. IFRS-Portal.com) veröffentlicht.
Das Rechnungswesen ist die Sprache der Betriebswirtschaft. Ohne grundlegendes Verständnis seiner Zusammenhänge kann ein Betriebswirt im Unternehmen nicht mitreden. Auf der Welt existieren jedoch unterschiedliche Grammatiken für das Rechnungswesen. Die Standardisierung durch die Einführung der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRSs ist eine begrüßenswerte und wichtige Vereinfachung für die Betriebswirtschaft und auch für das Studium des Rechnungswesens. Ich verzichte auf das Vergleichen der Rechnungslegungsstandards. Dafür will ich die Gemeinsamkeiten betonen.
Die Rechnungslegung wird aus Managersicht dargestellt. Das Rechnungswesen soll als Instrument (Sprache, Modell) aufgefasst werden, über das im Unternehmen auf der Ausführungs- und auf der Managementebene kommuniziert wird. In internationalen Unternehmen wird immer mehr ein integriertes Rechnungswesen praktiziert, bei dem mit Daten des Financial Accounting auch intern gesteuert wird. Dies ersetzt nicht die Kostenrechnung (Management Accounting), da dort das Unternehmen in Kostenstellen differenziert wird und Verrechnungen zwischen den Unternehmensbereichen zur Wirtschaftlichkeitskontrolle, zur Kalkulation und zur kurzfristigen Erfolgsrechnung und insbesondere zur Planung stattfinden.
Das Lehrbuch behandelt die internationale Rechnungslegung nach den internationalen Rechnungslegungsstandards IAS/IFRS in der Fassung zum Zeitpunkt der Drucklegung (September 2008). Das deutsche HGB wird entsprechend des Gesetzesentwurfs (BilMoG) zitiert.
Ich will mit dem Lehrbuch einen Beitrag zur Internationalisierung der Rechnungswesenausbildung leisten.
Port Elizabeth, im September 2008
Carsten Berkau