Vorwort zur 2. Auflage
Als Wissenschafter, Universitätslektor und Autor dieses Statistikfachbuches freut es mich, dass eine sehr gute Nachfrage für dieses Lehrbuch gegeben ist. Es zeigt mir auch, dass ich mit der praxisorientierten Aufbereitung des Lehrstoffes ein didaktisch-pädagogisches Konzept gefunden habe, um jungen Studierenden die etwas schwierige Materie der wissenschaftlichen Datenanalyse näher zu bringen. Ganz besonders freue ich mich über die positiven Rezensionen, die ich von Universitätsprofessoren und -dozenten, die in ihren Lehrveranstaltungen den Studierenden Grundbegriffe der Statistik näher bringen müssen, erhalten habe. Auch Mathematiker bestätigten mir in diesem Zusammenhang, dass es durchaus Sinn macht, mathematisch-statistische Zusammenhänge einfach darzustellen und zu vermitteln. Da dieses Konzept in der ersten Auflage des Buches sehr erfolgreich war, wurde es in der nun vorliegenden Auflage beibehalten. Es wurde auch in dieser Auflage bewusst auf komplizierte mathematische Herleitungen verzichtet. Die Studierenden, die sich bereits ein höheres Niveau der wissenschaftlichen Statistik erarbeitet haben, können in dieser Hinsicht auf sehr gute, bereits am Buchmarkt vorliegende, Hochschullehrbücher der Statistik zurückgreifen. Ich hoffe, dass ich auch mit dieser Auflage zahlreichen Studierenden bei der Analyse von experimentellen und empirischen Daten behilflich sein kann. Denn eines ist ganz gewiss; ganz egal, welchen Wissenschaftszweig man studiert, um statistische Kenntnisse kommt niemand herum.
Graz, im Juni 2007
Hubert Untersteiner
Vorwort zur 1. Auflage
Die Lebens- und Umweltwissenschaften (Life Sciences) sind beobachtende, beschreibende und experimentelle Naturwissenschaften. Wesentlich daran ist, dass Wissenschafter/innen mit geeigneten Methoden meistens eine Fülle von Daten erheben, die sie anschließend mathematisch-statistisch analysieren müssen. Das mathematische Werkzeug für die Datenanalyse ist die Statistik. Grundlegende Kenntnisse der Statistik sind daher für jede/n Naturwissenschafter/in unverzichtbare Voraussetzungen für korrektes wissenschaftliches Arbeiten. Der Forderung nach einer soliden Biostatistikausbildung sollte daher schon bei der Studienplanersteilung Rechnung getragen werden. Dabei ist es durchaus vernünftig, wenn im Grundstudium Mathematiker/innen die Ausbildung übernehmen. Im Hauptstudium sollte aber eine spezielle Biostatistikausbildung von Fachwissenschafter/inne/n angeboten werden, da nur dann gewährleistet ist, dass auch "life-science-relevante" Probleme behandelt werden.
Erfahrungsgemäß haben Biowissenschafter/innen und Mediziner/innen keine Probleme mit der beschreibenden (deskriptiven) Statistik; die schließende (induktive) Statistik bereitet hingegen schon größere Schwierigkeiten. Es steht aber außer Zweifel, dass die biologischen Problemstellungen oft höhere Kenntnisse der induktiven Statistik erfordern.
Es war mein Bestreben, ein Statistiklehrbuch, das eine praxisorientierte Vermittlung von statistischen Verfahren, die für Naturwissenschafter/innen und Mediziner/innen relevant sind, zu schreiben. Die Praxis hat mich gelehrt, dass Studierende, die bereits an ihrer Diplomarbeit oder sogar Dissertation arbeiteten, oft noch grundlegende Probleme bei der Datenauswertung hatten. Grundsätzlich sollte man bezüglich des statistischen Verfahrens, für das man sich entschieden hat, immer sehr selbstkritisch sein. Die Devise heißt hier, die Voraussetzungen dafür immer überprüfen.
Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!
Winston Churchill (1874-1965)
Dieses Statement, dass im allgemeinen Winston Churchill zugeschrieben wird, soll jetzt natürlich nicht dazu verleiten, Statistiken bewusst zu verfälschen; vielmehr soll darauf hingewiesen werden, dass auch eine gut gemeinte Statistik durch unzureichende Kenntnis ungewollt verfälscht werden kann.
Ich hoffe, mit beiliegendem Werk, jungen Naturwissenschafter/inne/n und Mediziner/inne/n die Angst vor der oft ungeliebten Statistik zu nehmen.
Graz, im April 2005
Hubert Untersteiner