VORWORT DER AUTOREN
zur holländischen Originalausgabe von 1989
"Latein: eine Einführung" ist für diejenigen bestimmt, die kein Latein in Schule oder Hochschule erlernt haben oder bei denen die Kenntnis des Lateinischen abgenommen hat. Diese Zielgruppe ist ziemlich groß, und eine Einführung zu schreiben, die für jeden dieser Gruppe verständlich und wichtig wäre, ist praktisch unmöglich. Bei diesem Buch sind wir davon ausgegangen, dass die Leser den allgemeinen grammatikalischen Kenntnisstand heutiger Abiturienten haben.
Der erste - beschreibende - Teil dieses Buchs ist vor allem für diejenigen bestimmt, die wissen wollen, was für eine Sprache das Lateinische war, d.h. für alle, die nicht Einzelheiten des Lateinischen, sondern die auffälligsten Merkmale kennen lernen möchten. Dieser Teil ist deshalb hoffentlich u.a. für Studenten der romanischen Sprachen hilfreich. Der zweite - praktische - Teil ist vor allem für Personen nützlich, die bei der Begegnung mit einem kurzen lateinischen Text wissen möchten, wie sie seinen Inhalt verstehen können. Dieser Teil bietet eine Suchstrategie für diejenigen, die zwar kein Latein verstehen, aber mit einem Wörterbuch umgehen können. Unter anderem denken wir dabei an Juristen, die einem lateinischen Ausdruck begegnen. Wir schließen nicht aus, dass man mit Hilfe dieses Buchs nach viel Übung gründliche Kenntnisse des Lateinischen erwirbt, aber dies ist nicht unsere eigentliche Absicht. In einem dritten Teil geben wir schließlich einen kurzen Überblick über die lateinische Literatur.
Der erste Teil ist in einer vorläufigen Fassung in Einführungskursen zum Latein für Romanistikstudenten an der Universität Amsterdam erprobt worden. Die Anmerkungen von - anonymen - Studenten, die den Text gelesen haben, wurden, soweit möglich, eingearbeitet. Der zweite Teil ist völlig neu. Wir haben aber von den Erfahrungen profitieren können, die mit einer solchen Methode in einem Kurs der Katholischen Universität Brabant (Dr. A.J. Meijers) gemacht wurden. Einige Kolleginnen und Kollegen (Machtelt Bolkestein, Daan den Hengst, Jan de Jong, Rodie Risselada, Elseline Vester) haben uns Anregungen zu einer früheren Fassung dieses Textes zukommen lassen. Hinweise und Anregungen von Leserinnen und Lesern (in Deutsch) nehmen wir gerne entgegen.
| Prof. Dr. Harm Pinkster | Prof. Dr. Caroline Kroon |
VORWORT DES ÜBERSETZERS
Im deutschsprachigen Raum gibt es gewiss keinen Mangel an Lateingrammatiken, im Hochschulbereich ist vor allem die altbewährte Studiengrammatik von H. Rubenbauer, J.B. Hofmann und R. Heine (Bamberg & München 121995) zu nennen. Aber eine Einführung ins Lateinische wie das vorliegende Buch, das erwachsene Lernende, Student(inn)en, aber auch Oberstufenschüler(inne)n, auf dem Stand der heutigen Linguistik mit dem Lateinischen vertraut macht, ist ein Desiderat. Einige ältere, z.T. weiter aufgelegte Bücher bilden keine wirkliche Alternative, weil sie eher im Plauderton ins Lateinische einführen und viele Antworten auf sprachliche und übersetzungstechnische Fragen schuldig bleiben.
Es war daher ein dringendes Anliegen, dieses Buch, das von zwei Experten verfasst wurde und im englischsprachigen Bereich die Bezeichnung textbook im besten Sinne verdient, auch einem deutschen Leserkreis bekannt zu machen. Trotz der großen Entfernung zu Amsterdam, Oxford und Chicago und der starken Belastung der Autoren durch Forschung, Lehre und Hochschulverwaltung klappte die Kooperation mit Caroline und Harm so gut, wie sie kaum besser hätte sein können. Dem Verlag C. Winter in Heidelberg und seinen Mitarbeitern, bes. Herrn Dr. Andreas Barth, ist für seine große Aufgeschlossenheit an dem nicht risikofreien Projekt und die exzellente Betreuung von Herzen zu danken.
Der Text ist im Kern dieselbe Version wie das niederländische Original. Neben einigen Anmerkungen wurden die Literaturhinweise aktualisiert und an ein deutschsprachiges Leserpublikum angepasst. Hinzu kamen ein Sprachen- und Autorenregister. In Kapitel 7 wurde auszugsweise ein weiterer neulateinischer Text aufgenommen, wobei dem Verlag "Libreria Editrice Vaticana", Vatikanstadt, für die freundliche Genehmigung des Abdrucks herzlich zu danken ist.
Ich widme diese Übersetzung meinen Lateinschüler(inne)n, bes. Andrea Ackermann, Benedict Baur, Nikolai Boiar, Maximilian Hake, Annegret Hamm, Nike Heinss, Dr. Sandra Kind, Lisa Kreußer, Thomas Lind, Julia Manderla, Lisa Marquardt, Johannes Müller, Joanna Mickiewicz, Joachim Ott, Melanie Ott, Luci Pawlowski, Julia Roth, Martin Senne, Minh-Truong Tran, Dr. Gerald Volkmer, Malte Wilfert und dem Fachkollegium am Gymnasium Nieder-Olm Claudia Ecker-Gebhardt, Sabine Heimann, Jochen Müller, Christiane Stephan.
Zu hoffen bleibt, dass dieses in den Niederlanden bewährte Buch auch im deutschsprachigen Raum viele Leserinnen und Leser findet. Zu hoffen bleibt ferner, dass die Übertragung in ein allgemeinverständliches, weder unpräzises noch staubtrockenes, sondern stilistisch gutes Deutsch halbwegs gelungen ist.
| Mainz, im August 2006 | Dr. Roland Hoffmann |