Er war schon immer da. Aber spätestens mit diesem vierten Gedichtband des einst zur »lyrischen Hoffnung« ausgerufenen Poeten ist es legitim, vom Kuhligk-Sound zu sprechen. Jenem leicht rotzigen, nie halbherzigen, bewusst stilbrechenden und in seiner Aufrichtigkeit unmittelbar berührenden Ton, der das lyrische Werk Björn Kuhligks ausmacht und ihm sein unverwechselbares »Gesicht aus Eleganz / und Fresse« verleiht. Diese Gedichte scheinen unter Strom zu stehen, der sich oft aus der Spannung zwischen heterogenen Erlebniswelten speist. Kuhligk verlagert urbane Bruchstellen in die Natur, überblendet authentisches Gefühl mit Phrasen. Er verleiht sozialen Realitäten in wenigen Zeilen Tiefenschärfe und besticht vor allem durch eines: eine unbändige Vitalität.