Warenkorb anzeigen
 
 
im Gesamtkatalog   nur in Recht > Internationales und ausländisches Recht
   
 
     
  Architektur
Bau- & Umwelttechnik
Belletristik
Betriebswirtschaft
Biologie
Briefe, Bewerbung, Rhetorik
Chemie
Entspannung & Meditation
Esoterik & Anthroposophie
Essen und Trinken
Fitness, Aerobic, Bodybuilding, Gymnastik
Garten, Pflanzen, Natur
Geowissenschaften
Geschenkbücher
Geschichte
Gesundheit, Körperpflege
Heimwerken
Hobby, Freizeit, Natur
Informatik & EDV
Innenarchitektur & Design
Journalistik & Presse
Kinder- & Jugendliteratur
Kunst
Lebensführung
Literaturwissenschaft
Lyrik, Dramatik, Essays
Management
Mathematik
Mechanik & Akustik
Medien & Kommunikation
Medizin & Pharmazie
Musik
Nachschlagewerke
Naturmedizin & Homöopathie
Naturwissenschaft & Technik
Partnerschaft, Beziehungen
Pädagogik
Philosophie
Physik & Astronomie
Politik, Gesellschaft, Arbeit
Psychologie
Recht
Reise
Religion
Romane, Erzählungen & Anthologien
Sachbuch / Ratgeber
Schule & Lernen
Soziologie
Sport
Sprachwissenschaft
Steuern
Technik
Theater, Ballett & Film
Tiere
Tiermedizin
Umwelt, Land- & Forstwirtschaft
Verlagswesen, Buchhandel, Bibliothekswesen
Völkerkunde & Volkskunde
Werbung & Marketing
Wirtschaft
 
 
 

Design, Architektur & bildende Kunst
Aktuelle Buchempfehlungen

 
   
 
 
   
Buchcover Titelblatt Vorwort Klappentext Inhaltsverzeichnis Autor 
 

 


vergrössern
Weiterempfehlen
Rio de Janeiros "Drogenkrieg" im Lichte der Konfliktforschung und des Völkerrechts
Neu   29.00 EUR   In den Warenkorb

 
 
 

Vorbemerkung

Als ich im September 2006 meine Stelle als Gastdozent für Völkerrecht an der Universität von Brasilia (UnB) antrat, lag mir noch der Gedanke fern, mich näher mit Rio de Janeiros urbaner Gewalt auseinanderzusetzen. Es machte mich zwar stutzig, dass sie von den Medien gelegentlich als "Krieg" bezeichnet wurde, doch stufte ich dies als schlechten Journalismus ein - eine Meinung, an der sich übrigens bis heute wenig geändert hat. Mein wissenschaftliches Interesse konnten diese Schlagzeilen jedenfalls nicht erwecken.

Dies änderte sich jedoch, als im Dezember 2006 Rio de Janeiros Drogenfraktionen eine blutige Anschlagswelle veranlassten, in deren Verlauf 18 Menschen getötet und noch viel mehr verletzt wurden. Die Folge war eine intensive öffentliche Debatte über die Frage, ob es sich um Terrorismus gehandelt habe. An einigen dieser Diskussionen durfte ich als ausländischer Gastredner teilnehmen. Natürlich versuchte ich, mich so gründlich wie möglich vorzubereiten. Allerdings wurde mir sehr bald klar, dass ich noch viel mehr Zeit und Informationen benötigen würde, um die in der brasilianischen Küstenmetropole anzutreffende Situation ausreichend verstehen und einordnen zu können. Ich begann also, Literatur und Zeitungsartikel zu sammeln.

Kurz nachdem die Terrorismusdebatte zum Erliegen gekommen war, kam der preisgekrönte Film "Tropa de Elite" in die brasilianischen Kinos. Er zeigt die brutale Gewalt, die Drogenfraktionen und Spezialeinheiten der Militärpolizei einsetzen, thematisiert die seitens der bürgerlichen Gesellschaft geäußerte Drogennachfrage, wirft ein Licht auf die Vernetzung von "Überwelt" und "Unterwelt" durch Korruption. Einmal mehr setzte der Film eine öffentliche Debatte über Rio de Janeiros Gewaltkomplex in Gang. Dies geschieht in fast regelmäßigen Zyklen. Gegenüber Kollegen gab ich zu bedenken, dass der Film zwar die verschiedenen Facetten einer vielschichtigen Tragödie ungeschminkt darstelle, aber letztlich eben doch die Propaganda von einer "Stadt im Krieg" bediene. Daraufhin wurde ich ermutigt, diese Kritik in einem kurzen Artikel darzulegen. Nachdem dieser auf der Website der UnB erschienen war, erhielt ich zahlreiche Leserreaktionen. Hierzu gehörte der Hinweis, dass ich mit meiner völkerrechtlichen Bewertung, dass kein bewaffneter Konflikt vorliege, wohl Recht habe. Sie sei jedoch aus politik- und sozialwissenschaftlicher Perspektive keineswegs zwingend.

Ein paar Wochen später bereitete ich eine Vorlesung zu der Frage vor, ob Rio de Janeiros Gewalt als bewaffneter Konflikt im Sinne des Völkerrechts eingeordnet werden kann. Da der Wortlaut der relevanten Normen des Rechts der bewaffneten Konflikte bekanntlich keine zufriedenstellende Antwort gibt, musste ich Zusatzmaterial zusammenstellen, um meinen Studenten eine stichhaltigere Erklärung liefern zu können. Es zeigte sich aber, dass ich nicht alle Kursteilnehmer vollends von meinem Standpunkt überzeugen konnte, dass weder ein Krieg noch ein bewaffneter Konflikt angenommen werden kann. Einige der geäußerten Zweifel konnte ich aufgrund der ambivalenten völkerrechtlichen Ausgangslage nachvollziehen. Also begann ich mit dieser Abhandlung, um den völkerrechtlichen und soziologischen Klassifikationsproblemen noch weiter auf den Grund zu gehen.

Dabei bin ich auf zahlreiche Schwierigkeiten bezüglich der völkerrechtlichen Behandlung organisierter bewaffneter Gewalt in urbanen Zentren gestoßen. Sie erfordern in der Tat eine sehr gründliche Auseinandersetzung mit der Frage, ob solche Situationen als neuartige Kriegsszenarien einzuordnen sind. Vorliegende Untersuchung soll aber gerade auch deutlich werden lassen, wie verführerisch und zugleich gefährlich die Verwendung des Kriegsbegriffs im Kontext von Rio de Janeiros Gewalt ist. Darum beginne ich zunächst mit dem Versuch einer Konfliktbeschreibung, ehe ich mich dann den recht unterschiedlich ausfallenden Erkenntnissen der Konfliktforschung zuwende. Meine diesbezüglichen Ausführungen sind als Versuch zu verstehen, dem Leser eine transparente Reflexionsgrundlage bei der Entwicklung meiner juristischen und rechtspolitischen Überlegungen bereit zu stellen. Da ich mich aber nicht nur an ein völkerrechtlich bewandertes Publikum wenden möchte, hole ich im dritten Teil ein wenig weiter bei der Einleitung dieses Analyseabschnitts aus. Hierdurch sollen meine Erklärungsansätze leichter nachvollziehbar werden.

Für jegliche konstruktive Kritik an meinen Ausfuhrungen bin ich sehr dankbar (speterke@yahoo.de). Mir ist klar, dass die von mir angeschnittenen Fragen- und Problemkreise noch vertiefter behandelt werden können. Mir ging es im Wesentlichen darum, einige von ihnen aufzuzeigen und für zukünftige Analysen und Diskussionen aufzubereiten.

Dass ich dieses Buch von Brasilia aus geschrieben habe und nicht als einer, der vor Ort in Rio de Janeiro täglich die Situation miterlebt, mag als Manko aufgefasst werden. Vielleicht ist diese Distanz aber gerade auch hilfreich gewesen, um zu einer ausgewogeneren Sichtweise zu gelangen.

Die Fertigstellung dieser Abhandlung war zum Schluss ein wahrer Kraftakt. An aufzubereitendem Material hat es gewiss nicht gemangelt. Ich hatte lediglich hier und da Probleme, an aktuelle wissenschaftliche Werke heranzukommen. Oftmals dauert es geradezu Ewigkeiten, bis man in Brasilien ein im Ausland verlegtes Buch zugestellt bekommt.

Ohne die ständige Unterstützung durch meine Lebenspartnerin Denize Araüjo Brait wäre dieses Buches wohl kaum zu Stande gekommen. Nicht wegzudenken ist auch der Rat und die Hilfe meines Bochumer Mentors, Prof. Dr. Joachim Wolf, sowie meines Freundes und Kollegen Prof. Dr. Eugênio J.G. de Aragäo. Auch Dr. habil. Hans-Joachim Heinze möchte ich meinen ausdrücklichen Dank für zahlreiche Anregungen versichern.

Herzlichst zu bedanken habe ich mich schließlich beim Förderverein des Instituts für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität Bochum, der bereit war, die Finanzierung dieser Publikation zu übernehmen.

Zudem habe ich noch vielen anderen Personen an der UnB, der Ruhr-Universität und andernorts zu danken, die ich hier nicht auflisten kann.

S.P.

Brasilia, im Oktober 2008


 
   


Newsletter bestellen


 
    Titelempfehlungen aus dem Sachgebiet Internationales und ausländisches Recht:
 
       
Reinschauen  

Treue- und Sorgfaltspflichten im englischen und deutschen Gesellschaftsrecht
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

Handbuch Internationale Produkthaftung
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

Zuständigkeitsbestimmender Zeitpunkt und perpetuatio fori im internationalen Zivilprozess
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

Österreichische Muster-AGB
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

Modernising and Harmonising Consumer Contract Law
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

Eigentum und andere dingliche Rechte an Grundstücken in Russland unter besonderer Berücksichtigung der landwirtschaftlich genutzten Böden
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

Rechtsmethoden in Europa
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

Sourcebook on International Children's Rights
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

Wirtschaftsrecht der Europäischen Union
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

CISG Methodology
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

Verwaltungsratsausschüsse im schweizerischen Aktienrecht
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

Sprachensterben in Europa
Reinschauen  

 
   
Weitere Titel anzeigen aus dem Sachgebiet Internationales und ausländisches Recht  
   

 
 
 
Einkaufen so komfortabel wie in der Buchhandlung: blättern und lesen im Buch vor dem Kauf. Bestellen Sie bei Gefallen das gewünschte Buch über den Onlineshop.
 
© 2000 - 2012  www.DeutschesFachbuch.de