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Sven Peterke
Rio de Janeiros "Drogenkrieg" im Lichte der Konfliktforschung und des Völkerrechts
Eine Fallstudie zur Behandlung organisierter bewaffneter Gewalt
1. Auflage, 171 Seiten, Paperback
BERLINER WISSENSCHAFTS-VERLAG GmbH | ISBN: 3830516118
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VORWORT |  öffnen
Vorbemerkung Als ich im September 2006 meine Stelle als Gastdozent für Völkerrecht an der Universität von Brasilia (UnB) antrat, lag mir noch der Gedanke fern, mich näher mit Rio de Janeiros urbaner Gewalt auseinanderzusetzen. Es machte mich zwar stutzig, dass sie von den Medien gelegentlich als "Krieg" bezeichnet wurde, doch stufte ich dies als schlechten Journalismus ein - eine Meinung, an der sich übrigens bis heute wenig geändert hat. Mein wissenschaftliches Interesse konnten diese Schlagzei... [weiter lesen]
KLAPPENTEXT |  öffnen
In Rio de Janeiro verteidigen so genannte Drogenfraktionen mit Waffengewalt ihre stabilisierte Gebietsherrschaft über die Elendsviertel. Herausgefordert werden sie von rivalisierenden kriminellen Zusammenschlüssen und von einem Staat, der auf diese Entwicklung mit einer Militarisierung seiner Polizeiaktionen reagiert hat. Die Konsequenz ist eine Gewaltspirale, die zunehmend kriegsähnlich zu verlaufen scheint und jährlich über 1000 Menschen das Leben kostet. Findet deshalb aber in Rio de Janeiro... [weiter lesen]
AUTOR |  öffnen
Über den Autor:Sven Peterke , geboren 1974 in Krefeld, studierte von 1995 bis 2000 Rechtswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel sowie an der finnischen Abo Akademi in Turku. 2000/2001 absolvierte er an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) den "European Master on Humanitarian Assistance". 2001/2002 arbeitete als Projekt- und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht (IFHV-RUB). 2005 erfolgte die von Prof. Dr. Joachim Wol... [weiter lesen]
INHALTSVERZEICHNIS |  öffnen
Inhaltsverzeichnis
LiteraturverzeichnisXV
AbkürzungsverzeichnisXLI
Einleitung 1
Erster Teil: Der "Drogenkrieg" in Rio de Janeiro Versuch einer Konfliktbesc...
I.Die Drogenfraktionen 6
II.Der Staat 12
1.Spezialeinheiten der Militärpolizei 12
2.Die Nationalgarde für Öffentliche Sicherheit 16
3.Die Streitkräfte 17
III.Die Milizen 19
Zweiter Teil: Der Kriegsbegriff im Kontext urbaner Gewalt. Eine politik- un...
I.Zur wissenschaftlichen Brauchbarkeit des Kriegsbegriffs und seiner Definitio...
II.Der Kriegsbegriff in der "statistischen" Konfliktforschung 28
1.Qualitative und quantative Kriterien 28
2.Zur Einordnung der brasilianischen Situation durch Konfliktforschungsinstitut...
3.Zwischenfazit 31
III.Kriegsbegriff und Kriegsformen in den Politik- und Sozial Wissenschaften ...
1.Bürgerkrieg 33
2."Kleiner Krieg"38
3."Neuer Krieg"41
a)Apolitische Kriminelle als Kriegsfuhrende?44
b)Anmerkungen im Lichte der urbanen Gewalt Rio der Janeiros 46
IV.Organisierte (bewaffnete) Gewalt ohne Kriegsqualität 47
V.Fazit 49
Dritter Teil: Völkerrechtliche Würdigung des "Drogenkrieges" in Rio de Janei...
I.Die Unterscheidung zwischen Krieg, Frieden und bewaffnetem Konflikt 51
1.Das klassische Völkerrecht 51
2.Das moderne Völkerrecht 53
II.Internationale und nicht-internationale bewaffnete Konflikte 54
1.Internationale bewaffnete Konflikte 56
2.Nicht internationale bewaffnete Konflikte 57
3.Zwischenfazit 59
III.Zur Einordnung der urbanen Gewalt in Rio de Janeiro als nicht-internati...
1.Nicht-internationaler bewaffneter Konflikt im Sinne des ZP II 60
a)"Konfliktparteien"61
(1)Streitkräfte 61
(2)Organisierte bewaffnete Gruppe 63
b)Verantwortliche Führung 64
c)Gebietskontrolle 66
d)Durchführung anhaltender, koordinierter Kampfhandlungen 68
e)(Fähigkeit zur) Anwendung des Protokolls 69
f)Zwischenfazit 72
2.Nicht-internationaler bewaffneter Konflikt im Sinne des Art. 3 GA 74
a)Negativabgrenzung von inneren Unruhen und sonstigen Spannungsfällen 77
b)Die positiven Voraussetzungen des Art. 3 GA 79
(1)Das Intensitätserfordernis 80
(a)Zur Dauerhaftigkeit der Kampfhandlungen 81
(b)Der militärische Charakter der Auseinandersetzung 82
Der Tablada-Fall der IAMRK 83
Zur völkerrechtlichen Autorität des Tablada-Falles 84
(c)Die Notwendigkeit offen ausgetragener Schädigungshandlungen 85
(d)Der Zusammenhang mit dem Nichteinmischungsprinzip 87
(e)Zwischenfazit 89
(2)Der notwendige Organisationsgrad der Konfliktparteien 90
(a)Hinreichende Vergleichbarkeit mit Streitkräften 90
(b) 93
IV.Fazit 95
Vierter Teil: Politische und rechtliche Risiken der Einordnung der urbanen ...
I.Politische Risiken 101
1.Die Gefahr einer Reduktion des politischen Diskurses 102
2.Die Gefahr einer weiteren Delegitimierung des brasilianischen Staates 103
3.Die Gefahr einer Politisierung der kriminellen Gruppen 104
4.Die Gefahr einer gewaltsamen Zuspitzung der "sozialen Frage"105
5.Die Gefahr politischer Destabilisierung 106
6.Die Gefahr einer Überforderung der staatlichen Sicherheitskräfte 108
II.Rechtliche Risiken 108
1.Die Gefahr einer Überforderung des Rechts der bewaffneten Konflikte 108
a)Schwierigkeiten bei der Bestimmung des räumlichen und zeitlichen Geltungsbe...
b)Gefahren und Schwierigkeiten bei der Implementierung von Art. 3 G A 110
c)Schwierigkeiten bei der Durchsetzung des Art. 3 G A 114
[weiter lesen]  
 

 
   


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