Liebe Leserinnen und Leser,
früher - war das nicht die herrliche Zeit, in der die Sommer immer sonnig und die Nachmittage endlos lang waren? Fällt dieses Wörtchen "früher", landet die Erinnerung sofort in der eigenen Kindheit.
Begriffe wie Reizüberflutung oder Terminstress kannten wir Kinder der 60er und 70er Jahre nicht. Wir gingen zum Flöten und zum Turnen und hatten sonst Zeit, nach eigenem Gutdünken unsere Welt zu erobern.
Unsere Welt hieß Münster. Die Stadt hatte damals die harten Nachkriegs- und Wiederaufbaujahre überstanden und war - wie wir Kinder - im Wachstum. Sie hat uns immer schon vergleichsweise viel geboten, war bemüht um Bürgerbildung, Heimatgefühl und sorgte mit viel Grün für Erholung. Sie ist mit uns größer geworden, hat mit uns ihr Gesicht verändert. Straßenbahnen wichen modernen Bussen, gläserne Verwaltungstürme blicken mittlerweile auf die bescheidenen Siedlungshäuser herab, und moderne Kunst eroberte sich ihren Platz in der Kiepenkerlbastion. Im Gegensatz zu uns hat Münster es geschafft, an einigen Stellen sogar deutlich jünger auszusehen als vorher. Eines aber haben wir gemeinsam: Die Stadt und ihre Kinder sind bei allen Veränderungen immer sie selbst geblieben. In diesem Sinne wünschen wir viel Vergnügen beim Spaziergang durch unser - und vielleicht auch Ihr - Münster der 60er und 70er Jahre!
Heike Hänscheid Klaudia Maleska