Vorwort
Das Fachgebiet der Wärmeübertragung gehört zu den klassischen Teilgebieten einer Ingenieurausbildung im Bereich Maschinenbau/Verfahrenstechnik. Entsprechend viele Lehrbücher sind auf dem Markt und es bedarf deshalb schon einer guten Begründung, warum ein weiteres hinzukommen soll.
Die kritische Durchsicht vorhandener Lehrbücher und die Erfahrung mit ihrem Einsatz in der Ingenieurausbildung an verschiedenen Universitäten haben die Autoren des vorliegenden Lehrbuches zu der Überzeugung geführt, dass ein in mehreren Aspekten "anderes" Lehrbuch zur Wärmeübertragung geschrieben werden kann und sollte.
Die besonderen Merkmale dieses Buches sollen sein (und es ist der Beurteilung der Leserinnen und Leser vorbehalten, zu entscheiden, ob dies tatsächlich der Fall ist):
Eine konsequente Beschreibung und Erklärung des physikalischen Hintergrundes der jeweils betrachteten Wärmeübertragungs-Situationen. In diesem Sinne geht es nicht primär darum, Berechnungsformeln bereitzustellen, sondern zu erklären, welcher physikalische Prozess bei der jeweiligen speziellen Wärmeübertragung abläuft und daraus Möglichkeiten der Berechnung abzuleiten.
Eine inhaltliche Verbindung zum Fachgebiet der Thermodynamik überall dort, wo dies von der Sache her als sinnvoll erscheint. Es ist sehr erstaunlich, wie wenige Querverbindungen zwischen der Wärmeübertragung und der Thermodynamik in den Standard-Lehrbüchern vorhanden sind. Dies führt z. B. dazu, dass die physikalische Größe Entropie und ihre Vermehrung, die sog. Entropieproduktion, in vielen Lehrbüchern zur Wärmeübertragung gar nicht vorkommen, obwohl mit ihrer Hilfe erst bestimmte wichtige Teilaspekte der Physik der Wärmeübertragung beschrieben und erklärt werden können.
Eine Beschränkung auf die grundlegenden und wichtigsten Mechanismen der Wärmeübertragung, die eine Behandlung im Rahmen einer einsemestrigen Vorlesung gestattet. Dies erfordert eine sorgfältige Auswahl der für das generelle Verständnis entscheidenden Aspekte und verbietet eine umfangreiche "Faktensammlung" zu im Detail verschiedenen, aber doch ähnlichen Fällen. Die in begrenzter Anzahl aufgenommenen sog. ILLUSTRIERENDEN BEISPIELE sind sorgfältig danach ausgewählt worden, dass sie zum weiteren physikalischen Verständnis der Vorgänge beitragen können. Zusätzlich sind am Ende des 5. bis 8. Kapitels Übungsaufgaben (mit Lösungen) aufgeführt, die den Leserinnen und Lesern die Möglichkeit bieten, selbstständig Berechnungen vorzunehmen. Arbeitsblätter am Ende des Buches sollen den schnellen Einstieg in die Lösung konkreter Probleme erleichtern.
Das vorliegende Buch wendet sich an Studierende der Fachrichtungen Maschinenbau, Verfahrenstechnik und Physik an Universitäten und Fachhochschulen sowie an Ingenieurinnen und Ingenieure in der industriellen Praxis, die ihr Fachwissen auffrischen oder erweitern wollen.
Erkenntnisgewinn unterschiedlichster Art, so auch in Bezug auf die Physik der Wärmeübertragung, kann Freude bereiten oder sogar Spaß machen! Versuchen Sie es einmal, liebe Leserinnen und Leser!
Heinz Herwig und Andreas Moschallski
Hamburg, Sommer 2006
Vorwort zur 2. Auflage
Neben der Korrektur leider nie ganz zu vermeidender Druckfehler gibt es in der 2. Auflage auch etliche Veränderungen bzw. Ergänzungen. Die wichtigsten davon sind:
zusätzliche illustrierende Beispiele,
zusätzliche Übungsaufgaben,
eine Zusammenstellung von zehn Verständnisfragen (Warum ...) mit ausführlichen Antworten,
eine Liste von Fachbegriffen mit ihren englischsprachigen Synonymen,
ein deutlich erweiterter Index.
Wir hoffen, dass es damit noch etwas attraktiver wird, sich intensiv mit dem Fachgebiet der Wärmeübertragung auseinanderzusetzen.
Heinz Herwig und Andreas Moschallski
Hamburg, Januar 2009
Danksagung
Dieses Buch konnte in der vorliegenden Form nur entstehen, weil wir die tatkräftige Unterstützung mehrerer Studenten hatten, die mit großem Einsatz zum Gelingen beigetragen haben.
Die Hauptlast hat dabei Herr Eike Wolgast getragen, der LATEX geradezu "virtuos" beherrscht. Zusätzliche Unterstützung kam von Herrn Henning Olbert, der maßgeblich die Bilder erstellte. Darüber hinaus ist Frau Moldenhauer zu nennen, die auch die unleserlichste Handschrift in einen sinnvollen Text verwandeln kann. Der Verlag hat uns bei der Erstellung des Manuskriptes stets tatkräftig unterstützt. Allen sei herzlich gedankt!
Bezüglich der 2. Auflage gilt dieser Dank Herrn Fabian Brandes, der sich hervorragend in ein nicht von ihm gestaltetes Dokument eingearbeitet hat und alle anstehenden Änderungen ohne ein "geht nicht" realisieren konnte.