Vorwort
Sir David Tweedie bemerkte auf einem IASB-Kongress für Rechnungslegungsexperten in Zürich im Frühling 2007: "If you understand IAS 39, you haven't read it properly".
Zwar ist der Chairman des IASB bekannt für seine Scherze. Im Kern kann aber dennoch eine gewisse Ernsthaftigkeit hinter dieser Aussage vermutet und damit die Komplexität der Rechnungslegung von Finanzinstrumenten erahnt werden. Die Vermutung bestätigt sich, wenn man feststellt, dass mit IAS 32 und IFRS 7 weitere, gleichfalls als "anspruchsvoll" zu bezeichnende Standards zu diesem Themengebiet vorliegen. Und auch bei einem Blick auf den Umfang der 3 Standards wird wohl meist nicht der Eindruck entstehen, dass die Materie innerhalb eines Nachmittags in den Griff zu bekommen sei: So sind in der englischen Originalversion der IFRS von 2008 mit den Texten von IAS 32, IAS 39 und IFRS 7 insgesamt 446 Seiten belegt; in Relation zum Gesamtseitenumfang aller darin enthaltenen 37 Standards entspricht dies einem Anteil von ca. 20%.
Mit der vorliegenden Abhandlung soll ein Beitrag dazu geleistet werden, die durch den Umfang und die Komplexität der Rechnungslegungsvorschriften zu Finanzinstrumenten hervorgerufenen Verständnis- und Anwendungsschwierigkeiten abzubauen. Im Fokus stehen dabei die Bilanzierungs- und Offenlegungsaspekte von Nicht-Banken, also jenen Unternehmen, die ihre operativen Geschäfte eben nicht mit Finanzprodukten bestreiten.
Einer Gruppe von Freunden und Arbeitskollegen bin ich zu großem Dank verpflichtet. Für wichtige Hinweise und Anmerkungen möchte ich mich zunächst bei Christoph Behr, Elmar Hagemann, Yvonne Isekenmeier, Stefan Leippe, Norbert Panek und Benito Villaverde Suarez bedanken.
Mein besonderer Dank gilt ferner Frau Renate Hestermann-Croon, die sich nicht nur sehr eingehend mit dem Manuskript beschäftigt hat, sondern mir auch stets als kompetente Ansprechpartnerin für Diskussionen zur Verfügung stand. Ein herzliches Dankeschön für die sprachliche und orthographische Überarbeitung der Texte geht an Frau Barbara Ketterle.
Schließlich bedanke ich mich für ihre Geduld und ihren Zuspruch bei meiner Freundin Doreen, der ich in der intensiven Schreibphase mit Sicherheit kein toller Partner war.
Bonn, im August 2008
Jürgen Stauber