Geleitwort
In den letzten 20 Jahren hat sich das System der stationären Versorgung von Patienten in Krankenhäusern grundlegend gewandelt. Während früher das wirtschaftliche Risiko des Betriebes eines Krankenhauses bei den Krankenkassen lag, die nach dem Kostendeckungsprinzip dem Träger sämtliche Betriebskosten über tagesgleiche Pflegesätze zu erstatten hatten, liegt dieses Risiko mittlerweile bei den Krankenhäusern selbst. Unabhängig von der Kostenstruktur eines Krankenhauses werden heute Pauschalen für die Behandlung bestimmter Indikationen (Diagnosis Related Groups) gezahlt, auch wenn diese nicht zur Deckung aller entstandenen Kosten reichen. Es bleibt dem Krankenhausträger überlassen, Verluste auszugleichen oder den Betrieb des Krankenhauses so zu verändern, dass kostendeckend gearbeitet werden kann.
Unter diesem Druck hat sich der Trend zu Verbundstrukturen im Krankenhauswesen beschleunigt, der bereits in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts vor allem durch private Krankenhausträger begründet wurde. Die Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern verspricht Effizienzgewinne ebenso wie eine bessere Qualität in der Behandlung der Patienten. Durch Zentralisierung von nichtklinischen Funktionen wie dem Einkauf, der Speisen- und Wäscheversorgung oder der Reinigung lassen sich Gelder einsparen. Brillante Ideen zur effizienten Organisation klinischer Leistungsprozesse können gleichzeitig an mehreren Standorten umgesetzt werden und kommen damit nicht nur dem einen Krankenhaus zugute, an welchem sie erdacht wurden. Besteht eine regionale Nähe zwischen Krankenhäusern, so fallen die Kosten zur Vorhaltung spezialisierter Leistungen nur an einem Standort an. Und schließlich führt der Vergleich von ökonomischen und klinischen Parametern zwischen Häusern dazu, dass ein Anreiz für kontinuierliche Optimierungen geschaffen wird.
Es überrascht daher einerseits wenig, dass unter dem Kostendruck der vergangenen Jahre nicht nur private Träger die Chance zur Bildung immer größerer Verbünde genutzt haben, sondern dass auch freigemeinnützige und kommunale Häuser Verbundstrukturen aufgebaut haben. Heute ist es beinahe selbstverständlich, dass die städtischen Kliniken beispielsweise in München, Berlin und Hamburg als Verbund geführt werden. Andererseits ist es interessant, dass alle diese Verbünde unterschiedliche Strukturen aufweisen: Hamburg ging den Weg der Privatisierung und übertrug die Mehrheit des Landesbetriebs Krankenhäuser (LBK) der Asklepios Gruppe. Berlin brachte sämtliche städtische Häuser in die Vivantes GmbH ein, bleibt aber deren alleiniger Gesellschafter. Unter dem Dach dieser GmbH firmieren sie jetzt mit einer einheitlichen Institutionskennziffer als Krankenhaus mit mehreren Betriebsstandorten. München bildete eine Konzernstruktur, in der jedes Krankenhaus in eine eigene GmbH umgewandelt wurde. Als alleiniger Eigentümer des Konzerns agiert die Die letzten zwei Jahre gehören zu einem der schönsten Abschnitte meines Lebens. Diese Aussage hat nicht nur vor dem Hintergrund Bestand, dass der Mensch geübt darin ist, negative Teilaspekte eines Lebensabschnittes gekonnt auszublenden. Ein spannendes Thema und die Einbettung in ein überaus wertvolles soziales Netzwerk haben mein Promotionsvorhaben so angenehm gestaltet.
Wenn auch vielleicht ungewöhnlich für eine Danksagung, so möchte ich zunächst - neben einzelnen Helfern und tragenden Säulen dieses Netzwerks - zwei herausragenden Organisationen meinen Dank für ihre Unterstützung meiner Dissertation aussprechen: McKinsey & Company hat mir nicht nur finanzielle Freiräume gewährt, sondern auch die Faszination für die Gesundheitsökonomie vermittelt. Insbesondere meine Kollegen und Freunde aus der Health Care Practice haben mich stets mit dem Anliegen unterstützt, meine persönliche und berufliche Entwicklung zu begleiten und zu fördern. Ein weiteres Privileg war es für mich, materielle wie immaterielle Förderung der Stiftung Deutscher Wirtschaft (sdw) genießen zu dürfen. Vielen Dank - ich bleibe beiden Organisationen als stolzer Alumnus erhalten.
Meinem Doktorvater Prof. Dr. Jörg Sydow gebührt ein besonderer Dank. Er hat mein wissenschaftliches Interesse bereits im Studium nachhaltig geweckt und mir während meiner Promotionszeit als akademischer Lehrer sehr engagiert und kontinuierlich beratend zur Seite gestanden. Zudem ist es ihm gelungen, ein ausgezeichnetes Team an sich zu binden, welches mich als externen Promovenden vorbehaltlos aufgenommen hat und mit dem ich nicht nur im Rahmen der Forschung, sondern auch außerhalb universitärer Aktivitäten eine enge Bindung aufbauen konnte. Ich freue mich, dem Lehrstuhl für Unternehmenskooperation der Freien Universität Berlin über Gelegenheiten für gemeinsame Publikationsprojekte und bereits geplante Lehraufträge eng verbunden zu bleiben.
Zwei weitere wichtige Helfer, wenn auch in ganz unterschiedlicher Weise, waren für mich Dr. Ingo Weller und Johannes Danckert. Ingo sei für die Mühe und Geduld gedankt, die er aufgebracht hat, um mich bei der Auswertung meiner Datenerhebung zu unterstützen. Ich bin der Überzeugung, dass ich in Deutschland einen kompetenteren Ansprechpartner für quantitativ-empirische Organisationsstudien nicht hätte finden können. Die Gesellschaft meines guten Freundes Johannes - mit dem ich in der Bibliothek Schulter an Schulter geforscht habe - hat es mir sehr erleichtert, tagtäglich Motivation für die Arbeit an meiner Dissertationsschrift zu finden.
Zuletzt möchte ich mich bei meinem wichtigsten und zugleich am engsten verwobenen Netzwerk bedanken - meiner Familie. Meine Eltern, wie auch mein Bruder, haben meinen gesamten Bildungspfad und so auch meine Doktorarbeit mit großem Interesse und Fürsorge begleitet. Mit einem ausgewogenen Verhältnis von elterlicher Zukunftsabsicherung und Nachdruck haben sie mich angetrieben, Tiefpunkte zu überwinden und in Hochphasen Bescheidenheit zu zeigen. Mein größter Dank gilt jedoch meiner Frau Julia. Sie ist eine großartige Mutter sowie die wohltuende Kontinuität im Leben von unserer Tochter Lea Noemi und mir, die uns viel Kraft und Liebe schenkt. Lea Noemi sei gedankt, dass sie mich jeden Tag aufs Neue mit ihrem Charme, frechen Humor und ihrer Anschmiegsamkeit verzaubert.
Benjamin Isaak Behar