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Förderung erneuerbarer Energieträger in der Stromerzeugung
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Geleitwort


Der Begriff der Nachhaltigkeit ist aus dem modernen gesellschaftspolitischen Diskurs nicht mehr fortzudenken. Nachhaltigkeit im Hinblick auf ökologische, demographische, finanzielle und wirtschaftliche Belange bildet eine heute kaum noch bestrittene Forderung an Organisationen und ganze Gesellschaften. Während das Ziel Nachhaltigkeit somit einhellig vertreten wird, bleibt doch im Allgemeinen unklar, wie ein solcher Zustand erreicht werden kann. In anderen Worten: Auch wenn heutzutage überhaupt kein Zweifel mehr darüber besteht, dass Umweltpolitik grundsätzlich erforderlich ist, wird doch noch heftig darüber gestritten, in welcher Form sie praktisch umgesetzt werden soll.

Typischerweise steht im Vordergrund der Betrachtung, dass die Umweltverschmutzung - zu möglichst geringen Kosten - verringert wird, dass also negative externe Effekte internalisiert werden. Jens-Peter Springmanns Dissertationsschrift betrachtet demgegenüber einen anderen Aspekt der modernen Nachhaltigkeitsdiskussion. Er stellt sich der Frage, ob und in welcher Form die Bereitstellung von Elektrizität aus erneuerbaren Energieträgern aktiv gefördert werden soll. Dabei wird nicht nur untersucht, wie der Anteil des "grünen" Stroms am Gesamtaufkommen an Elektrizität erhöht werden kann, sondern auch und insbesondere wie technischer Fortschritt induziert werden könnte, der "grünen" Strom wettbewerbsfähig werden lässt.

Die Arbeit liefert eine umfassende Analyse der Problemstellung. Es erfolgt eine Deskription des Status Quo sowie eine Systematisierung potenzieller hoheitlicher Förderinstrumente. Der Verfasser erläutert die Einbettung der Arbeit in einen institutionenökonomischen Rahmen, der zugleich die Struktur der sich anschließenden Analyse bestimmt. Im Zentrum der Arbeit stehen neben einer statischen auch eine dynamische Effizienzanalyse sowie eine Transaktionskostenbetrachtung. Die Zusammenführung der Teilanalysen liefert abschließend eine eindeutige Gesamteinschätzung. Das Hauptergebnis der Arbeit, die ökonomische Überlegenheit des Quotenmodells mit handelbaren Zertifikaten, bestätigt aufs Neue die Eignung von Zertifikaten zur Lösung umweit-politischer Probleme. Noch wichtiger ist jedoch, dass die Ineffizienz der gegenwärtigen deutschen Förderpolitik im Bereich der erneuerbaren Energieträger offen gelegt wird.

Diese Dissertation setzt in zweierlei Sicht einen neuen Standard: Zum einen erfasst sie einen sehr komplexen Problembereich in seiner ganzen (ökonomischen) Breite. Zum anderen beeindruckt sie durch die in jeder Hinsicht systematische Vorgehensweise, die auf einer modernen, institutionenökonomischen Sicht der Wirtschaft beruht. Energieökonomisch, umweltökonomisch und umweltpolitisch interessierte Leser finden hier den neuen State-of-the-Art der ökonomischen Bewertung unterschiedlicher Förderinstrumente für Elektrizität aus erneuerbaren Energieträgern.


Prof. Dr. Mathias Erlei




Vorwort


Die Identifikation und Auswahl geeigneter Förderinstrumente für die Stromerzeugung auf Basis erneuerbarer Energieträger stellt seit einigen Jahren ein viel diskutiertes Problem der ökonomischen Forschung und wissenschaftlichen Politikberatung dar. In zahlreichen empirischen und theoretischen Arbeiten wurde seitdem der Versuch unternommen, ökologisch treffsichere und zugleich auch ökonomisch effiziente Förderinstrumente zu entwickeln. Eine Vielzahl der vorliegenden Arbeiten bleibt dabei jedoch an der konkreten Ausgestaltung eines Förderinstrumentes bzw. der grundlegenden Ablehnung alternativer Förderoptionen stehen, ohne die charakteristischen ordnungspolitischen Eigenschaften der unterschiedlichsten Instrumente in die Analyse zu integrieren. Eine solche explizit ordnungspolitische Perspektive wird in der vorliegenden Arbeit eingenommen. Dabei werden die unterschiedlichen Förderinstrumente anhand eines ordnungspolitischen Kriterienkatalogs bewertet. Die Arbeit knüpft damit an bereits existierende ordnungspolitische Instrumentenanalysen an. Sie nimmt jedoch eine wesentlich stärkere ökonomische Fundierung vor, um dadurch die gewonnenen Aussagen und Empfehlungen stärker untermauern zu können.

Die Arbeit entstand in meiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Volkswirtschaftslehre am Institut für Wirtschaftswissenschaft der Technischen Universität Clausthal. Sie wurde im Herbst 2004 von der Fakultät für Bergbau, Hüttenwesen und Maschinenwesen unter dem Titel "Förderinstrumente für Elektrizität aus erneuerbaren Energieträgern - Eine ordnungspolitische Analyse" als Dissertation angenommen.

Einen ganz besonders herzlichen Dank möchte ich meinem Doktorvater, Univ.-Professor Dr. Mathias Erlei aussprechen. Während meiner Zeit in Clausthal habe ich von seinem reichen Wissen und Erfahrungsschatz profitieren dürfen und viele wichtige Aspekte der Volkswirtschaftslehre kennen gelernt. Doch nicht nur für das Gelingen dieser Arbeit waren seine vielzähligen Argumente und Anregungen, seine Offenheit, die mir überlassenen Freiräume und seine eigene Freude an volkswirtschaftlichen Fragestellungen für mich sowohl fachlich als auch persönlich besonders wertvoll. Danken möchte ich auch meiner Zweitgutachterin, Frau Univ.-Professorin Dr. Heike Y. Schenk-Mathes, für ihre vielfältige Unterstützung und ihre wertvollen Anregungen.

Für die zahlreichen wertvollen Hinweise danke ich Dr. J. Philipp Siemer und Dipl-Ök. Dirk Fornahl. Marcus Lüthke und Volker Wille haben die Arbeit Korrektur gelesen, wofür ich ihnen ebenfalls danke. Einen besonders herzlichen Dank für die angenehme Arbeitsatmosphäre und gute Zusammenarbeit in unserer Abteilung und am Institut möchte ich Dr. J. Philipp Siemer und allen (ehemaligen) Kolleginnen und Kollegen des Instituts aussprechen.

Meine Eltern, meine Schwester Kirsten mit ihrer Familie haben mir während meiner Zeit in Clausthal stets eine wichtige emotionale Hilfe gegeben. Besonders herzlich danke ich meiner Lebenspartnerin Kerstin: Ihre langjährige Geduld mit mir, ihre Ausdauer und Unterstützung war mir immer eine besonders wertvolle Hilfe. Dir, Kerstin, widme ich daher diese Arbeit.


Jens-Peter Springmann





 
   


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