Vorwort
Religionen gehören zur Geschichte der Menschheit. In Vergangenheit wie Gegenwart prägen sie unser Weltbild. Gerade heute führt uns die Globalisierung zu einer Auseinandersetzung mit anderen Religionen, die das Leben von Einzelnen, aber auch von Gesellschaften geprägt haben. Aus Unwissen entspringen oft Vorurteile, die dazu führen, dass sich Mitmenschen intolerant verhalten. Wenn wir mehr über andere Glaubensrichtungen Bescheid wissen, können wir auch Menschen mit anderem Glauben besser verstehen.
| • | Wie etwa steht es um unser Wissen über die drei Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam und ihren unterschiedlichen Antworten auf Fragen zu Alltagsthemen? | |
| • | Welche Bilder von Frauen und Männern entwickeln die drei Religionen? | |
| • | Welche Hoffnungen erwecken sie? Aus welchen Quellen und Inspirationen schöpfen sie? | |
| • | Stimmt ihre innere Botschaft mit ihrem äußeren Erscheinungsbild überein? | |
| • | Setzen sie sich für den Frieden ein oder fördern sie die Gewalt? | |
| • | Wie tolerant sind sie anderen Religionen gegenüber? | |
| • | Was sagen z.B. die wichtigsten Schriften der Christen, Juden und Muslime über die Erschaffung der Welt und des Lebens? | |
Juden und Christen haben die gleiche Schöpfungsgeschichte (Genesis 1-2). Die Beschreibung wie Gott die Erde in sechs Tagen schuf, ist eine Geschichte, kein wissenschaftlicher Bericht. Die jüdischen heiligen Bücher, besonders die Tora, betonen, wie wichtig es ist, die Welt, die Gott geschaffen hat, zu schützen.
Muslime dagegen glauben, dass Allah die Welt und alle ihre Bestandteile schuf. Für sie sind die Menschen der wichtigste Teil seiner Schöpfung. Ihnen übertrug er auch die Verantwortung für die Schöpfung. Die Menschheit darf die Erde nutzen, muss dabei aber verantwortlich handeln. Muslime müssen alle ihre Fähigkeiten einsetzen, damit die Schätze der Erde nicht verschwendet werden.
Dieses Beispiel zeigt, dass es nicht nur Unterschiede zwischen dem Islam und dem jüdischen und dem christlichen Glauben gibt, sondern auch sehr viele Gemeinsamkeiten. Deshalb kann die Auseinandersetzung mit anderen Religionen helfen, diesen mit Verständnis und Respekt zu begegnen.