Im Sommer ist es leicht, für die Klostergemeinschaft zu sorgen. Es herrscht genügend Auswahl: Frisches Gemüse kann laufend geerntet werden. Süße Früchte wie Himbeeren und Erdbeeren reifen und sind eine besondere Köstlichkeit, doch nur kurze Zeit verfügbar. So wird kaum jemand auf den Gedanken kommen, dafür Platz im Garten zu verschwenden. Hier muss wachsen, was das Überleben in der langen Winterzeit absichern kann. Auch wenn das Essen mit zunehmender Kälte zunehmend eintöniger wird. Immerhin gibt es noch Brot und Brei. Und Brei und Brot...
1 000 Jahre - das ist eine lange Zeit. Ungefähr so weit zurück wollen wir uns wagen und uns in das Mittelalter begeben, in ein Kloster im europäischen Raum; genauer gesagt in seine Klostergärten. Zur damaligen Zeit hatten Mönche und Nonnen schon viel Erfahrung mit dem Gebrauch von Pflanzen. Sie wussten, welche Gewächse als Nahrung genutzt werden konnten und dabei auch noch der Gesundheit dienten. Sie kannten viele Kräuter, die für den guten Geschmack ebenso sorgten wie für die Bekömmlichkeit der Speisen. Pflanzen wurden verwendet als Grundlage für Arzneimittel, zum Färben von Stoffen, zur Herstellung von Tinte, gegen Schädlinge im Garten und sogar gegen böse Geister. Mit Pflanzen konnte man auch verschiedene Botschaften weitergeben. So entwickelte sich eine vielseitige Symbolik, die zur Veranschaulichung und Verbreitung der christlichen Lehre diente. Das war notwendig in einer Gesellschaft, in der nur wenige lesen und schreiben konnten. Vom umfangreichen mittelalterlichen Wissen über Pflanzen ist vieles verloren gegangen. Oft wird Bewährtes in der heutigen Industriegesellschaft mit der Gewissheit verdrängt, über genügend künstliche und wirksamere Ersatzstoffe zu verfügen.
Doch die uns umgebende Natur bietet noch immer die längst vergessenen Schätze, man muss sie nur erkennen und bergen ... Was Mönche vor 1 000 Jahren schon wussten, aber auch, was sie noch nicht wissen konnten und wie wir heute, teils unbewusst, teils neugierig gemacht, auf diese Erfahrungen zurückgreifen, dies kann man an Beispielen im Gartenbuch nachlesen. Für diejenigen, die mit etwas Geduld selbst Altbewährtes ausprobieren wollen, gibt es einfache Anleitungen. Hilfreich bei allen Beobachtungen ist auch ein kleiner tierischer Begleiter, der zwischen Vergangenheit und Gegenwart vermitteln kann...
ISBN 978-3-86568-214-7