VorwortInfrastruktursysteme vermitteln den Stoffwechsel zwischen Natur und Gesellschaft. Aufgrund ihrer Materialität und Langlebigkeit beeinflussen sie die soziale Produktion des Raums. Gleichzeitig sind sie ihrerseits Ausdruck sozialer Kräfteverhältnisse und räumlich-institutioneller Arrangements. Dies klingt auf einer allgemeinen Ebene einleuchtend. Allerdings hat es eine Reihe von wissenschaftlichen und politischen Implikationen, denen sich die Forschung - vor allem im deutschen Sprachraum - erst seit kurzem zuzuwenden beginnt. Der vorliegende Sammelband will in diese beginnende Debatte intervenieren und sie vorantreiben. Er thematisiert das Verhältnis zwischen technischen Infrastruktursystemen und Raumentwicklung aus sozialwissenschaftlicher Sicht, kombiniert dabei konzeptionell-theoretische mit empirischen Beiträgen und stellt wichtige internationale Debattenbeiträge erstmals in deutscher Sprache vor.
Die Idee zu diesem Buch geht auf das raumwissenschaftliche Modul des Verbundprojekts " Sozial-ökologische Regulation netzgebundener Infrastruktursysteme am Beispiel Wasser - net-WORKS" zurück, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderschwerpunkts "Sozial-ökologische Forschung" von November 2002 bis März 2006 gefördert wurde. Das raumwissenschaftliche Modul mit dem Titel "Regionale Steuerung von Ver- und Entsorgungssystemen im Wandel" wurde vom Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) bearbeitet.1 Mehrere der in diesem Band veröffentlichten Beiträge wurden bei der vom IRS in Kooperation mit der Bundesfachgruppe Wasserwirtschaft der Dienstleistungsgewerkschaft ver. di veranstalteten Tagung "Neue Räume technischer Infrastruktursysteme" am 6. Oktober 2005 in Berlin vorgestellt und diskutiert.
Wir möchten uns herzlich bei Mathias Ladstätter, ver.di-Bundesfachgruppenleiter Wasserwirtschaft, sowie Ralph Wilhelm vom Projektträger Sozial-ökologische Forschung für die gute Zusammenarbeit und die finanzielle Unterstützung des Projekts bedanken. Stephanie Meyer-Steidl vom Oekom Verlag danken wir für die freundliche und wohlwollende Begleitung des Projekts, Nico Giersig und Frank Hüesker für die Übersetzung der englischsprachigen Beiträge. Ein besonderer Dank geht an die beiden anonymen Gutachter des Projektträgers, deren Hinweise wir und die Autor(inn)en als sehr hilfreich empfunden haben. Petra Koch danken wir herzlich für das genaue Korrekturlesen und Petra Geral für das Layout. Nicht zuletzt möchten wir uns bei den Autorinnen und Autoren für ihre Bereitschaft bedanken, sowohl unsere Anmerkungen als auch jene der Gutachter zu berücksichtigen und sich auf einen - für einen deutschsprachigen Sammelband ungewohnt aufwändigen - Entstehungsprozess einzulassen.
Erkner, im Mai 2008
Timothy Moss, Matthias Naumann und Markus Wissen
1 Am net-WORKS-Projekt waren des Weiteren folgende Einrichtungen beteiligt: Arbeitsgruppe für regionale Struktur- und Umweltforschung GmbH (ARSU), Oldenburg; Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU), Lehrstuhl für Stadttechnik; Deutsches Institut für Urbanistik (DIFU), Berlin; Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), Frankfurt am Main.