Vorwort
"Das machst du nicht richtig!" heißt es. Oder: "Das ist gut so!" Sobald Kinder aus dem Säuglingsalter heraus sind, bewerten und kommentieren Eltern das Tun und Treiben ihrer Sprösslinge unentwegt und mit großem Eifer. Ob ihr Kind ehrlich war zum Beispiel, sich bedankt hat oder ob es die Nachbarin freundlich gegrüßt hat. Ob es fair geteilt hat mit seinen Geschwistern oder egoistisch nur seine eigenen Interessen verfolgte.
Die meisten Erwachsenen äußern diese Beurteilungen ganz spontan und denken im Umgang mit ihren Kindern nicht gezielt darüber nach, von welchen Vorstellungen sie dabei eigentlich ausgehen. Oder warum sie gerade auf dieses Verhalten oder auf jenes besonders viel Wert legen oder auch nicht. Sie handeln in der Regel ganz unbewusst und reagieren spontan "aus dem Bauch heraus". Ihr Verhalten entspricht also nicht unbedingt einem bewussten Kodex, deshalb lässt sich in ihrem Handeln und Denken auch nicht immer ein roter Faden erkennen.
Wie kann man als Mutter oder als Vater eine möglichst klare Linie gewinnen? Nicht wenige Eltern fühlen sich überfordert, wenn es um Werteerziehung geht - ziemlich hilflos und allein gelassen mit diesem Erziehungsthema, für das vor allem sie zuständig sind. Welche Werte sind eigentlich wesentlich? Ehrlichkeit an erster Stelle? Oder lieber Vertrauen?
Unsicher sind sie auch, weil sie nicht wissen, wie eine erfolgreiche Werteerziehung im Detail eigentlich aussehen sollte: Wie gibt man überhaupt Werte an sein Kind weiter? Welche Erziehungsmittel bieten sich an?
In diesem Buch finden Sie Antworten auf Ihre Fragen und dazu viele Tipps, wie Sie Ihre Vorstellungen im Alltag mit Kindern in die Praxis umsetzen können.
| Sommer 2006 | Cornelia Nitsch |