Vorwort
Beim vorliegenden Buch handelt es sich um ein Sachbuch, das sich sowohl an Fachleute als an medizinische Laien wendet. Normalerweise achten Autoren und Verleger peinlich darauf, beide Lesergruppen zu trennen. Fachleute sind oft vom Stil gelangweilt, der Laien anspricht, während Laien schnell vom Fachjargon der Fachleute überfordert werden. Ich habe bei diesem Buch die Hoffnung, ein derartiges Wagnis eingehen zu können. Ich glaube, dass ich das deshalb riskieren kann, weil die Theorie der Psychosomatischen Energetik ein allgemeinmenschliches Gebiet umfasst und dazu in einfachen Worten beschreibt, was eigentlich jeden Menschen angeht.
In diesem Buch wird der aktuelle Wissensstand der Psychosomatischen Energetik wiedergegeben, der sich aus der Behandlung Tausender von Menschen ergeben hat. Die Psychosomatische Energetik ist zunächst keine Theorie, sondern erst einmal funktionierende Praxis. Als Allgemeinarzt bin ich in erster Linie an einer pragmatischen Bewältigung der Probleme interessiert, mit denen Patienten zu mir kommen. Vom Kleinkind bis zum Greis, von banalen Störungen bis hin zu komplizierten Krankheiten sitzen die Patienten voller Erwartungen im Wartezimmer. Meine Aufgabe ist es, ihre Krankheiten und Störungen möglichst umfassend, schmerzlos und schnell zu erkennen und sie dauerhaft, schonend und preiswert zu heilen. All das ist meist mit der Psychosomatischen Energetik möglich. Eigentlich müsste ich daher dem Leser empfehlen, sich als Zuschauer neben mich als Arzt zu setzen und einfach zuzuschauen, was im Sprechzimmer passiert. Das ist natürlich aus den unterschiedlichsten Gründen nicht möglich, aber es wäre eigentlich der beste Zugang zu dem, was ich hier sagen will.
Aber die Praxis ist natürlich nicht genug, denn man kann als Arzt zwar heilen, möchte aber seinem Patienten vieles sagen, wozu die Zeit freilich nicht reicht. Der Patient hat natürlich auch viele Fragen. Immer wieder wurden mir Fragen zur Bedeutung und Entstehung der seelischen Konflikte gestellt, die ich in diesem Buch zu beantworten versuche. Warum haben wir seelische Konflikte? Wie entstehen sie? Wie kann man sie auflösen und ihre Entstehung verhindern? All diese Fragen versuche ich in diesem Buch so gut wie möglich zu beantworten. Daneben enthält es die Beschreibung der vier Charaktertypen, mit denen in der Psychosomatischen Energetik gearbeitet wird. Durch Kenntnis des eigenen Charakters kann man viel über sich selbst und seinen seelischen Schatten erfahren. Insofern ist dieses Buch auch ein Lebensratgeber und will zur besseren Selbsterkenntnis verhelfen.
Ich versuche außerdem, die feinstoffliche Energie auf möglichst objektive Weise zu definieren. Ich beschreibe so sachlich wie möglich zahlreiche Phänomene, mit denen ich als Arzt in der täglichen Naturheilpraxis zu tun habe. Dazu gehören nicht nur die Lebensenergie und deren enge Koppelung mit Hirnfunktionen, sondern zahlreiche spirituelle Fragestellungen, die sich aus dem Umstand ableiten, dass wir gemäß der Psychosomatischen Energetik unsterbliche geistige Wesen sind. Ich beschäftige mich deshalb in diesem Buch mit so unterschiedlichen Themen wie solchen, welche Rolle Nahtoderfahrungen spielen, warum es aller Wahrscheinlichkeit nach mehrfache Leben gibt, wie die Wiedergeburt aller Wahrscheinlichkeit nach abläuft, mit welchen persönlichen Eigenschaften man wiedergeboren wird und was Karma konkret bedeutet.
Darüber hinaus bemühe ich mich darum, im Grenzbereich der Energiemedizin die Spreu vom Weizen zu trennen und Rat suchenden Menschen Hilfestellung zu geben, sich im Dschungel zahlreicher alternativer Therapieverfahren und spiritueller Disziplinen zurechtzufinden. Ich frage mich, was Menschen gesund erhält und welche Bedeutung der Glauben dabei hat. Ich erhebe dabei nicht den Anspruch, für alles eine Antwort zu haben, sondern möchte zu eigenem Nachdenken anregen. Vorsorglich möchte ich betonen, dass ich hier nur meinen persönlichen Standpunkt wiedergebe. Weil sich meine Meinung manchmal nur auf wenige Einzelbeobachtungen stützt, sind meine Aussagen notgedrungen in manchen Fällen als vorläufig anzusehen. Trotz der genannten Einschränkungen bin ich überzeugt, dass es wichtig ist, in Grundsatzfragen eine klare Stellung zu beziehen, einfach deshalb, weil die ärztliche Beratungspraxis zeigt, dass es dringend notwendig ist.
Wenn man als Patient gleichzeitig oder nacheinander Verfahren der Energiemedizin und der Naturheilkunde benutzt, muss das keinen Gegensatz bedeuten. Meine Überzeugung ist, dass es eine gemeinsame Realität und allgemeingültige Gesetze gibt, nach denen Alternativmedizin und Schulmedizin arbeiten. Sie lassen eine Gegnerschaft konstruiert erscheinen, denn mit einer ausgewogenen Mischung von Erfahrungsheilkunde, spiritueller Medizin und moderner naturwissenschaftlicher Medizin kommt man meiner Erfahrung nach am weitesten. Beispiel: Ein Patient lässt sich einen Krebsknoten operativ entfernen und kommt dann zur Nachbehandlung zum Alternativmediziner. Oder man kräftigt das Immunsystem und stabilisiert einen Organismus, bevor jemand danach operiert wird oder eine Chemotherapie erhält. Jemand geht regelmäßig zur Psychotherapie und lässt parallel seine Konflikte mit energiemedizinischen Verfahren wie der Psychosomatischen Energetik auflösen. Es gibt viele Beispiele, die zeigen, dass ein sinnvolles Miteinander möglich und sogar notwendig ist.
Das Gleiche gilt für viele andere Wissensdisziplinen, bei denen sich aus einer interdisziplinären Zusammenarbeit viel Fruchtbares und Neues entwickeln kann. Solange jeder nur mit Scheuklappen seinen Standpunkt verteidigt und seine Perspektive absolut setzt, kommt man nicht weiter. Zuzugeben, dass der Standpunkt des anderen möglicherweise eine wertvolle Bereicherung darstellen kann, ist ein erster Schritt, denn man muss ihm eine Chance geben. Der nächste Schritt besteht im Analysieren der Unterschiede, im Vergleichen und im Werten. Wenn man gleich die Keule der vernichtenden Kritik schwingt, ist das meines Erachtens genau so schädlich wie ein unkritischer Liberalismus. Nicht alles ist von vornherein schlecht, wie umgekehrt nicht alles unbesehen als wirkungsvoll hingestellt werden darf.
Gerade im Bereich der Alternativmedizin bin ich immer wieder überrascht, dass sich Unkundige zu Wort melden und mit dem Brustton der Überzeugung apodiktisch klingende Behauptungen aufstellen, ohne ein professionelles Vorwissen zu haben. Erschwerend kommt hinzu, dass sie oft keinerlei intensive Erfahrung an Patienten haben, oder wenn, dann alle Vergleiche von vornherein ausblenden und stereotyp nur ihre Methode anwenden. Gerade im Bereich von Spiritualität und Alternativmedizin tummeln sich viele fundamentalistische Theorien. Meist ist so ein konfuser Pluralismus nichts anderes als ein Zeichen einer ungenügenden Überprüfung der Tatsachen. Solange man nicht genau weiß, was wirkt und wie es das tut, kann jeder behaupten, was er will.
Sobald man alternative Methoden überprüft, entstehen automatisch Standards, an denen sich andere Verfahren messen müssen. Es werden Gesetzmäßigkeiten erkannt, die es Laien und selbst ernannten Pseudo-Experten unmöglich machen, leichtfertig Urteile abzugeben, von denen sie nichts verstehen. Meine Kritik richtet sich sowohl an unkritische Gläubige bestimmter extremer Standpunkte als auch an Skeptiker, die von vornherein alles für Unsinn halten. Wie im Krieg meist die wahren Leidtragenden die Zivilisten sind, sind es hier die Patienten oder Laien, die in Verwirrung gestürzt werden. Es braucht eine klare Linie, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Mein Buch möchte mithelfen, einen kritischen, rationalen und gleichzeitig offenen Geist in der Alternativmedizin und der Spiritualität zu verbreiten.
Mein Buch hat außerdem eine starke spirituelle Note, indem meine ganz subjektiven Überzeugungen und Ideen beschrieben werden. Normalerweise wird ein Sachbuch durch allzu viel Persönliches entwertet, aber bei diesem Thema ist das unvermeidlich. Weil Wissen und Glauben in den Grenzbereichen, von denen dieses Buch handelt, ohne einander keinen Sinn machen und ineinander übergehen, finde ich es vertretbar, das Wagnis einzugehen, ein spirituelles und dazu persönliches Sachbuch zu schreiben. Der Leser sollte sich nur bewusst sein, dass es Grenzen gibt, die sich zwar aus purer Vernunft ableiten lassen, aber bei manchen Lesern möglicherweise Irritationen auslösen können. Ich möchte mit diesem Buch bewusst das Wagnis eingehen, von manchen Lesern für den Inhalt kritisiert zu werden.
In diesem Buch versuche ich, Glaube und Wissen ein wenig näher zu bringen und teilweise auszusöhnen. Ich bringe so unterschiedliche Sichtweisen zusammen wie die Energiemedizin, spirituelle Modelle und die Naturwissenschaft. Die scheinbar unversöhnlichen Standpunkte von Glaube und Wissen ergeben überraschend ein sinnvolles Gesamtbild. Die beiden Fragen: "Wer bin ich?" und "Was ist die Welt?" gehören offenbar zusammen, sobald man anfängt zu begreifen, dass wir mehr sind als eine Zusammenballung von materiellen Atomen. Wenn wir anerkennen, dass wir ebenso geistige Wesen sind, dann wird die Natur ebenso geistartig. Dann kommen wir automatisch zu der zentralen Frage des Wozu und Warum. Warum sind wir auf der Welt? Was ist unsere Bestimmung? Wozu leben wir? Darum geht es im einleitenden Kapitel.