Vorwort und Danksagung
Wie kommt man dazu, sich mit Talcott Parsons zu beschäftigen und an dieser Beschäftigung etwas Aufregendes zu finden, obwohl das meiste, was zu Parsons gesagt worden ist, gerade gegen eine solche Auseinandersetzung spricht? Sicher nicht durch eine interessen- und emotionslose Sichtung des Forschungsstandes und dessen Prüfung auf Lücken. Und biographisch gesehen ist dies eine Verkettung von kontingenten Ereignissen. Zum Zeitpunkt meines Entschlusses, über Parsons zu arbeiten, waren mir seine Texte unbekannt. Manfred Lauermann gab mir mit dem Verweis auf Qualität und Verve der heute nahezu vergessenen großen Epoche der amerikanischen Soziologie eine Richtung (er sagte mir auch, daß er nicht immer Amerika-kritisch eingestellt gewesen ist). Mein Lehrer Jost Half mann bestärkte mich in meinem Vorhaben und war geduldige Projektionsfläche für halbgare Ideen. Ihm danke ich auch für die gemeinsam veranstalteten Lektüreseminare, die mir eine - für die Beschäftigung mit Parsons unverzichtbare - vertiefte Kenntnis der soziologischen Klassiker verschafften. Mit Thomas Heerich führte ich ein ca. einjähriges nächtliches Telephongespräch. Wir taten so, als sei das Parsons 'sche Idiom eine Art verallgemeinerte Scholastik, die einzig dafür geschaffen wurde zu beweisen, daß man nichts zu beweisen braucht.
Bei Lichte besehen folgt dies doch einer gewissen unpersönlichen Notwendigkeit, die nicht aus der Sache selbst, sondern aus der evolutionären Überlegenheit mündlicher Kommunikation folgt ...