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Farbatlas Huf
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Vorwort zur deutschen Auflage

Der vorliegende Farbatlas gehört zu einer neuen Generation der Lehrbücher. Er unterstützt einen wesentlichen Teil der klinischen Untersuchung die Adspektion in hervorragender Weise. Insbesondere beim Hut lassen sich viele Erkrankungen und Symptome visuell erfassen. Abbildungen histologischer Schnitte, Röntgenbilder, Fotos und Zeichnungen erläutern die Zusammenhänge von Ätiologie, Pathogenese und klinischem Bild.

Aber auch aus anderen Gründen ist dieses Fachbuch in hohem Maße außergewöhnlich. Dem Autor ist es gelungen, seine Erfahrungen als Tierarzt in Praxis und Klinik mit seinen Fähigkeiten als Wissenschaftler sowie als Hochschullehrer in ein ausgewogenes didaktisches Konzept zu bringen und an seine Leserschaft weiterzugeben. Die enge Zusammenarbeit mit einem sehr tüchtigen Hufschmied und die gegenseitige Ergänzung sind die Voraussetzungen für die gelungene Wiedergabe eines für Wissenschaft und Praxis sehr wertvollen Erfahrungsschatzes.

Ein vergleichbares Buch in Form und Umfang über Huferkrankungen hat es bisher noch nicht gegeben. Um so erfreulicher ist es, drei Jahre nach dem Erscheinen der englischen Originalausgabe die deutsche Fassung vorliegen zu haben. Die Bearbeitung der deutschen Auflage erforderte eine wohlüberlegte Anpassung an die im deutschen Sprachraum gebräuchlichen Betrachtungsweisen und Gepflogenheiten sowie an die Terminologie. Zur Therapie werden Beispiele aufgeführt, die im europäischen Raum bisher nicht üblich waren, aber als Alternativen zu herkömmlichen Behandlungen durchaus in Betracht kommen. Die zahlreichen Anregungen stellen eine Bereicherung der therapeutischen Palette mit erheblicher Erweiterung des Horizontes dar.

Die enorme Sorgfalt im Umgang mit einer in mehreren Jahrzehnten entstandenen, sehr umfangreichen fotografischen Sammlung und die enge Zusammenarbeit des Autors mit anderen Berufszweigen bieten sowohl für Studenten der Veterinärmedizin und Pferdetierärzten als auch für Hufbeschlagschmiede, Pferdezüchter und -halter eine ideale Lektüre und Informationsquelle.

Berlin, im November 1998 Klaus-Dieter Budras

Bodo Hertsch



Vorwort zur englischen Auflage

Dieser Farbatlas wird dem am Pferdehuf Interessierten (Tierarzt, Hufschmied oder interessierter Pferdebesitzer) dienen, Huf und Beinprobleme des Pferdes besser verstehen zu können. Es ist wichtig, sie zu verstehen. Viel laienhafte Vorstellung und Unsinnigkeit ist mit den Vorstellungen über das Pferd verbunden, aber nirgends so viel wie beim Thema Fuß. Fakten wurden selten in den Entscheidungsfindungsprozeß eingebracht, und einige der sich festgesetzten Dogmen sind in die Literatur eingegangen und wurden unwidersprochen, Zitat für Zitat, weitergegeben.

Glücklicherweise sind durch den wachsenden Pferdebestand im späten 20. Jahrhundert viele der etablierten Fakten durch wissenschaftliche Methoden überprüft worden. Viele befand man für mangelhaft, aber erstaunlicherweise wurden viele der ältesten Vorstellungen bestätigt. Xenophon, Kriegsgeneral im antiken Griechenland, wußte, daß Pferde in bester Verfassung waren, wenn die Achse des Hufrückens und der Fessel ungebrochen war. Vielleicht waren seine intuitiven Schlußfolgerungen, die auf seinen Beobachtungsfähigkeiten und seinem Menschenverstand beruhten, deswegen korrekt, weil er nicht durch Vorurteile belastet war. Der Geist der Unvoreingenommenheit in Bezug auf den Pferdefuß, bei konsequenter Trennung von Fakten und Fiktionen, ist die Grundvorstellung im vorliegenden Buch.

Mit der wachsenden Anzahl von Pferden in letzter Zeit ist auch das Hufschmiedehandwerk erneut belebt worden. Dies geschah, weil das Pferd ein Comeback feierte, vor allem als "Leistungsathlet" in einer Umgebung, die ein Höchstmaß an Geschicklichkeit vom Hufschmied verlangt und die diagnostischen Fähigkeiten des Tierarztes auf die Probe stellt. Die Lösung der Hufprobleme des Pferdes hängt oft von der Zusammenarbeit zwischen Tierarzt, Hufschmied und Pferdebesitzer ab. Dieses Buch soll beiden Berufsgruppen Informationen über die Aktivitäten und Leitsätze der jeweils anderen Gruppe bieten und damit größeres gegenseitiges Verständnis und Kooperation fördern. Dies kommt nicht nur dem Pferd, sondern auch seinem Besitzer zugute. Moderne Pferdebesitzer investieren oft einen beträchtlichen Zeit und Geldaufwand in die Haltung eines Pferdes und erwarten ein Höchstmaß an Gesundheit der Gliedmaßen. Die Besitzer erwarten in gewisser Weise eine Erklärung der Hufprobleme ihres Pferdes, warum es beschlagen oder medikamentös behandelt werden muß. Es ist beabsichtigt, daß die Abbildungen in diesem Buch dazu benutzt werden, Informationen an alle Beteiligten zu vermitteln. Durch bessere Kommunikation sollen mehr Verständnis und bessere Beziehungen zwischen den Berufsgruppen und ihren Klienten erreicht werden.

Die Mittel und Wege, bestimmte Aspekte der Krankheit oder der Anatomie des Pferdehufes zu demonstrieren, forderten fotografische Kreativität, und es ist des Autoren Hoffnung, daß die im Buch präsentierten Fotos des Lesers Interesse erwecken. Besondere Sorgfalt wurde auf die Fallbeispiele verwandt, so daß sich der Leser selbst von den Gegebenheiten überzeugen kann, anstatt sich auf die Zusicherung des Autors über die Wirksamkeit einer Behandlung oder das Heilen einer Wunde zu verlassen. Kurze Einzelheiten der Behandlung werden vorgestellt, um das Fallbeispiel in seinem Zusammenhang zu erklären. Da sich das Prinzip dieses Buches darauf konzentrierte, mit der Kamera Eindrücke für das bloße Auge einzufangen, sind Röntgenbilder absichtlich auf ein Minimum reduziert worden. Der Autor griff auf die altbewährte Technik der Mazeration zurück, um Krankheiten sowie Knochen und Gelenkprobleme solcher Bereiche darzustellen, die üblicherweise durch Röntgenaufnahmen veranschaulicht werden. Dadurch entstand eine eher dreidimensionale Vorstellung und damit ein besseres Verständnis über das Krankheitsgeschehen.

Die größeren Blutgefäße des Fußes wurden mit farbigem Latex oder rotem Acrylharz injiziert und so präpariert, daß ihre Lagebeziehungen zu anderen Strukturen klar demonstriert werden konnten. Hier werden erstmals in Farbe die Forschungsergebnisse des Autors über die Mikrozirkulation in der Huflederhaut mit Hilfe von Korrosionspräparaten und der Rasterelektronenmikroskopie vorgestellt.

Dieses Buch entstand während meiner Tätigkeit als Dozent für Pferdemedizin, als ich Material für die Lehre und Weiterbildung zusammentrug. Wie für die meisten Fotografen war es für mich schwierig, aus dem gesamten umfangreichen Fotomaterial meiner 15jährigen Lehrtätigkeit eine Auswahl für das Buch zu treffen und dabei die ästhetischen Aspekte eines Qualitätsfotos zu berücksichtigen. Glücklicherweise bot die Einladung, einen Farbatlas für Mosby-Wolfe anzufertigen, einen zusätzlichen Grund für die Existenz der Sammlung. Der Erfolg des Konzeptes von Mosby-Wolfe und die große Anzahl bereits existierender Farbatlanten, die vielen Sparten der Human und Veterinärmedizin zur Verfügung stehen, sind Beweise ihres hohen Wertes für die Ausbildung.

Aus einem 4000 Diapositive enthaltenden Aktenschrank sind die hier verwendeten 466 Bilder ausgewählt worden. Strikte Auslesekriterien wurden auf jedes Farbdia verwandt; jedes mußte scharf sein, guten Kontrast aufweisen, optimal ausgeleuchtet sein und vor allem Aussagekraft besitzen.

Da viele Fehldiagnosen eher durch zu wenig Hinsehen, als durch zu wenig Wissen entstehen, ist es meine aufrichtige Hoffnung, daß die Benutzung dieses Farbatlas über den Pferdefuß, dem Leser zu korrekten Diagnosen verhilft.

Christopher C. Pollitt BVSc, PhD


 
   


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