Zur Einleitung
Beim Abendessen wollte der Dean der Kathedrale von Bristol wissen, welche Botschaft denn das Buch habe, an dem ich so eifrig schriebe. Die Frage brachte mich in Verlegenheit. Ich wollte eigentlich nur erzählen. Hannover ist schön: Diese Botschaft ist so simpel. So verallgemeinernd. Also doch besser nur erzählen. Aber es stimmt schon: Die Freude an den Herausforderungen, die diese Stadt für mich hat, hat dieses Buch diktiert. Die Ursprünge liegen in den Spaziergängen, die ich in den Sommermonaten mehrere Jahre lang mit vielen Menschen durch Hannover machte.
Dabei sind meine ersten Begegnungen mit Hannover eher traumatisch gewesen. 1959 stieg ich, überhaupt zum ersten Mal, in Hannover aus dem Zug mit dem ruhigen Gefühl, mich in das Landeskirchenamt in der Roten Reihe zu einer persönlichen Vorstellung zu begeben. Als ich dort ankam, war die hebräische Bibel zur Prüfungsklausur aufgeschlagen. Die Nachricht der Terminvorverlegung hatte mich nicht erreicht. 1974 fuhren meine Frau und ich, aus der Idylle des Imbshäuser Schlosses kommend, an einem düsteren Wintertag durch die an sich schon dunkle Wunstorfer Straße in Limmer mit dem beklommenen Gefühl: Da sollen wir also hin ... Es wurde eine wundervolle Zeit. Das Gefühl für diese Stadt ist langsam, aber kräftig gewachsen. »Dann fahren wir nach Hannover, da haben wir Freunde«.
Dabei bedrängt mich das Unbehagen, wie wenige der Menschen, die mir für mein tägliches Leben in dieser Stadt wichtig sind, in diesem Buch vorkommen. Die, die erwähnt werden, habe ich durch Abkürzung des Nachnamens ein wenig vor meiner Neugierde zu schützen versucht. Ich möchte mit ihnen doch weiterhin befreundet sein. Bei Künstlern und schon historischen Persönlichkeiten wäre das absurd gewesen. Ich hoffe, es finden sich alle doch einigermaßen wieder in dem, was ich aus Begegnungen oder Gesprächen aufgeschrieben habe. In Jahresfrist soll ein weiterer Band mit Gängen durch einzelne Stadtteile Hannovers folgen, da kann ich vielleicht die schlimmsten Entgleisungen oder Auslassungen korrigieren.
Meiner früheren Sekretärin Linde Sturm danke ich herzlich, dass sie mir auch im Ruhestand noch mit ihrem Schreibcomputer und mit ihrer wachen Aufmerksamkeit zur Seite steht.
Dieses Buch widme ich meiner Frau Edith und unserem Sohn Christoph mit seiner Frau Beatrix, ohne die Hannover für mich nicht das wäre, was es ist.
Hans Werner Dannowski