Vorwort
Das vorliegende Werk beschäftigt sich mit einer bisher kaum behandelten Thematik, was zum großen Teil darin begründet liegt, dass davon weniger Bildmaterial existiert und entsprechende dienstliche Unterlagen der DR kaum noch vorhanden sind.
Die internationalen Schnellzüge in der DDR stellten auf Grund ihrer zum Teil recht bunten Zusammenstellungen immer einen besonderen Blickfang auf Reichsbahngleisen dar. Allein durch die verschiedenfarbigen Reisezugwagen hoben sich diese Züge meist deutlich von den einheitsgrünen DR-Garnituren ab.
Dieses Buch versucht diese Züge weitestgehend zu rekonstruieren und die eingesetzten Wagen darzustellen sowie wichtige Informationen zu diesen Zügen beizusteuern.
Ein wichtiger Aspekt in dieser Ausarbeitung ist die Einbeziehung der in Bautzen und Görlitz hergestellten Reisezugwagen. Da dort viele Fahrzeuge für die UdSSR, CSSR, Polen, Ungarn, Rumänien und Bulgarien produziert wurden, sind diese Reisezugwagen natürlich auch täglich in internationalen Zügen eingestellt gewesen und kamen somit immer wieder auf Reichsbahngleisen zum Einsatz. Besonders galt dies für die Schlaf- und Liegewagen, die auf den langen und zum Teil auch über mehrere Tage dauernden Laufwegen verkehrten.
Deshalb soll im ersten Teil des Werkes genauer auf die in Bautzen und Görlitz hergestellten Reisezugwagen eingegangen werden, bevor im zweiten Teil die Züge vorgestellt werden.
Bei den Zügen selbst wurden genaue Richtlinien und Kriterien gesetzt, welche hier kurz aufgeführt sind.
Nicht behandelt werden die Militärschnellzüge der sowjetischen Streitkräfte - im Volksmund auch "Gardinenzüge" genannt - sowie die reinen deutsch-deutschen Schnellzüge, denen bis zum Ende der DDR noch die Bezeichnung Interzonenzüge anhaftete.
Einbezogen werden jedoch die sogenannten Interzonenzüge mit Kurswagen, die nichtdeutsche Städte anfuhren.
Berücksichtigt wurden also all jene Züge oder solche mit Kurswagen, von denen mindestens ein Endbahnhof in einer nichtdeutschen Stadt gelegen war, wobei hier die Staatsgrenzen ab 1945 zu berücksichtigen sind.
Wie schon der Titel dieses Buches zeigt, werden hier ausschließlich Schnell- und Eilzüge behandelt. Es gab natürlich auch grenzüberschreitende Personenzüge, die in die CSSR und nach Polen fuhren. Diese spielen jedoch nur eine untergeordnete Rolle und waren von der Zugbildung und dem eingesetzten Wagenmaterial her wenig interessant.
Viele Aufnahmen in diesem Buch sind mehr zufällig entstanden, da ein Großteil der Züge bis 1977 auf der Strecke Berlin - Dresden noch mit Dampfloks bespannt war und somit von Fotografen eher unbewusst eingefangen wurde. Gleiches trifft auch für die Züge in Richtung Norden zu, von denen einige bis zum Fahrplanjahr 1979/80 mit Stralsunder 03 und Berliner 01 befördert worden sind.
Als die Diesel- und Elektrotraktion Einzug hielt, konnte man die Eisenbahnfreunde an einer Hand abzählen, die weiterhin diese sehr interessanten Züge im Bild festgehalten haben.
Eine weitere Schwierigkeit bei der Bildbeschaffung liegt darin begründet, dass einige Züge nur zur nächtlichen Zeit verkehrten. Das bedeutete aber nicht zwangsläufig, dass diese Züge niemals zur Tageslichtzeit zu sehen waren. Besonders in den Sommermonaten ist der Tageslichtabschnitt sehr lang, und da diese Züge oft auch Verspätungen von mehreren Stunden hatten, konnten sie trotzdem bei Tageslicht gesehen werden.
Mein Dank gilt all den Autoren, die ihre Bildarchive öffneten bzw. wichtige Unterlagen zur Verfügung stellten. Dazu zählen unter anderem die Herren Otto Blaschke, Gerd Böhmer, Thomas Dießner, Friedhelm Ernst, Jens-Peter Fried, Hans-Joachim Lange, Reinhard Lehmann, Rudi Lehmann, Volker Lucas, Michael Malke, Günter Scheibe, Richard Schulz, Werner Solch, Andreas Stange, Ralf Wilke, Dieter Wünschmann sowie alle anderen Eisenbahnfreunde, die mit Aufnahmen und Informationen zum Zustandekommen dieses Buches beigetragen haben. Ganz besonders möchte ich aber den Herren Thomas Harz, Dr. Winfried König und Wolfgang Theurich danken, ohne denen dieses Buch niemals möglich geworden wäre.
Rico Bogula, im Januar 2007