Vorwort
Liebe Leserin, lieber Leser!
Wir freuen uns, dass Sie von diesem Band Gebrauch machen wollen: Sie können ihn entweder als unterhaltsame Lektüre verwenden, um gewisse sprachliche und außersprachliche Eigenheiten der Wiener verstehen zu lernen; oder Sie wollen tatsächlich im Alltag in Wien Erfolg haben.
Selbstverständlich können Sie hier ein "Pfund Tomaten" bestellen. "Immer diese Ausländer!" wird sich jedoch der Gemischtwarenhändler denken, der in Wirklichkeit ein Greißler (Tante-Emma-Laden) ist, und Ihnen angefaulte Exemplare von ganz unten in die Tasche schieben. Nach der Lektüre dieses Buches wissen Sie, Sie hätten ein halbes Kilo Paradeiser bestellen müssen!
"Wienerisch" wird nicht nur von einer bestimmten Schicht gesprochen; genausowenig führt es zur Verarmung der Sprache und zur Reduktion der Formen. Im Gegenteil: Für das Tätigkeitswort "tun" gibt es im Wienerischen allein sechs Möglichkeitsformen!
Nahezu jeder in Wien versteht und spricht - bis auf wenige Ausnahmen - die hier aufgeführten Ausdrücke. Der Bürgermeister geht genauso wie der Bauarbeiter ins Beisl (Kneipe) - es muß ja nicht unbedingt dasselbe sein.
Wie Sie, geschätzte Leserin, geschätzter Leser, dieses Buch nun auch verwenden, als unterhaltsame Lektüre oder als praktischen Ratgeber im Alltag, Sie werden bemerken, dass es beim Schreiben dieses Bandes unsere Absicht war, dem Wiener aufs Maul zu schauen, ohne ihm dabei auf den Leim zu gehen.
Beppo Beyerl
Klaus Hirtner
Gerald Jatzek