VORWORT
Ich war schon immer fasziniert von der Erforschung des Weltraums. Als ich zwölf Jahre alt war, schrieb ich einen Brief an Wernher von Braun, einer der Helden meiner Kindheit, um nach einem Ratschlag bezüglich Raketentreibstoff zu fragen. Irgendwie verbrachte ich meine Jugend als ein "Basement-Bomber" und in den frühen Siebziger Jahren, als das Apollo Programm auslief, schrieb ich mich in der Carnegie-Mellon Universität ein. Ursprünglich Physikstudent, wechselte ich zum Elektroingenieurwesen. Meine Neugier entwickelte sich von der Raumerforschung zur digitalen Signalverarbeitung und zur Elektronischen Musik hin. Als ich die Abschlußklasse der CMU besuchte, begann mein Interesse an Bildaufbearbeitung und Optischem Computing. 1981 schloß ich meine Doktorarbeit ab und begann bei TASC, einer High-Tech Firma, die etwas nördlich von Boston liegt.
Mehrere Jahre später, im August 1985, stieß ich im Bosten Globe auf einen Artikel über das "Mars-Gesicht". Zu Beginn dachte ich, daß Ganze sei eine Art Scherz; trotzdem war ich so neugierig, daß ich mir bald zwei Computerbänder der Aufnahmen des Viking-Orbiters besorgte/Anfangs war es einfach mein Ziel, hochqualitative Verbesserungen der Bilder zu produzieren, aber als ich weiter in die Untersuchung verwickelt wurde, wurde mir klar, daß sich erheblich mehr hinter dieser Frage verbarg. Zum einen ist das Gesicht extrem kontrovers - tatsächlich haben aber die "Experten" bereits entschieden, daß es eine optische Illusion ist. Obwohl ich kein Planetarwissenschaftler bin und deswegen kein Experte, war ich nicht überzeugt. Ich fand es schwer zu glauben, daß eine so augenscheinlich menschliche Form natürlich auftreten sollte, noch dazu in der unmittelbaren Nähe einer Ansammlung von anderen ungewöhnlichen Objekten, von denen einige sehr geometrisch in Gestalt und Anordnung sind. Meine Intuition sagte mir, eine genauere Betrachtung vorzunehmen.
Ich stellte das Ergebnis der NASA, daß das Gesicht nur ein "Trick aus Licht und Schatten" sei in Frage; jedoch, ohne zusätzlich aufgenommene Bilder des Gesichts, unter signifikant unterschiedlichen Lichtverhältnissen und Perspektiven und höheren Auflösungen, würde ein Widerlegung schwer fallen. Da ich aber zu dieser Zeit mit einer Computerdarstellungstechnik, die als "Shape-from-Shading" bekannt ist, beschäftigt war, wurde mir klar, daß ich es erreichen könnte, die tatsächliche Form des Gesichts aus den verfügbaren Bildern zu gewinnen. Diese 3-D Information würde es mir dann erlauben, Computergraphiktechniken zu benutzen, um synthetische Ansichten des Gesichts zu erzeugen, als ob das Gesicht aus unterschiedlichen Perspektiven und bei verschiedenen Lichtbedingungen zu sehen sei.
Die Ergebnisse waren recht positiv, und so reichte ich eine Arbeit beim Wissenschaftsmagazin Icarus ein. Das Manuskript wurde sofort zurückgewiesen mit der Begründung, daß das Gesicht von keinerlei Wissenschaftlichen Interesse sei. Ich überarbeitete das Papier, aber als Icarus noch nicht einmal ein überarbeitetes Manuskript in Erwägung ziehen wollte, reichte ich es statt dessen bei dem Journal Applied Optics ein, wo es kurz darauf im Sommer 1988 veröffentlicht wurde.
Skeptiker haben über die unbestreitbare menschliche Tendenz gesprochen, Gesichter in fast allem zu sehen, von Wolken bis zu Kartoffelchips. Obwohl diese Tatsache allein noch keine Widerlegung Außerirdischer Intelligenz darstellt, unterstreicht sie doch den Bedarf nach mehr objektiven Möglichkeiten, um zwischen natürlichen und künstlichen Formen zu unterscheiden; deshalb suchte ich ursprünglich nach einem Weg, um herauszufinden, ob sich das Gesicht und einige nahegelegene Objekte quantitativ von dem sie umgebenden Gelände unterscheiden. Zufälligerweise hatte gerade ein Kollege von mir einen Algorithmus (Computerroutine) entwickelt, basierend auf Fraktaler Mathematik, um künstliche Objekte auf Luft- und Satellitenaufnahmen zu finden. Sofort probierten wir dies mit den beiden Hauptaufnahmen der Vikingbilder, 35A72 und 70A13 aus, und wurden von den Ergebnissen überrascht: das Gesicht war das am wenigsten fraktale (und man könnte schließen auch am wenigsten natürliche) Objekt auf beiden Aufnahmen. Die Resultate wurden Anfang 1990 im Journal of the British Interplanetary Society veröffentlicht, nachdem sie von Nature aus ähnlichen Gründen wie denen von Icarus abgelehnt wurden.
Dieses Buch erscheint am Vorabend einer anderen US-Mission zum Mars, deren fortgeschrittenes Orbitalraumfahrzeug, der Mars-Observer, zusammen mit anderen Sensoren eine hochauflösende Kamera tragen wird, die in der Lage ist, Objekte bis zu einer Größe von einem Meter aufzulösen - verglichen mit fünfzig Metern im Fall der alten Vikingorbiter. Ausgerüstet mit diesem bemerkenswerten Instrument, genügend wissenschaftlicher Neugier und einem genaueren Verständnis der Mars-Anomalien selbst, können wir, möglicherweise, innerhalb sehr kurzer Zeit, eine definitive Anwort auf eine der ältesten Fragen der Menschheit erhalten.
Das zentrale Anliegen dieses Buches ist es, beiden, der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der allgemeinen Öffentlichkeit, all das zu zeigen, was bereits über die mysteriösen Strukturen auf der Marsoberfläche bekannt ist, mit dem Blick darauf, ihr weiteres Studium und Verständnis zu fördern.
Dieses Buch präsentiert die besten erhältlichen Rekonstruktionen und Verbesserungen der existierenden Viking Aufnahmen, erklärt eigens den Bildberabeitungsprozeß, faßt die bis heute erworbenen Schlüsselerkenntnisse von mehreren unabhängigen Untersuchungen zusammen und empfiehlt dem interessierten Leser weitere Publikationen.
"Die Mars-Rätsel" basiert zum Teil auf über fünf Jahren unabhängiger Forschung, durchgeführt auf fortgeschrittenen Computersystemen. Ich entschuldige mich im voraus für den Jargon - er läßt sich schwer vermeiden, wie auch immer, er sollte hier nicht die echte Aussage beeinflussen : daß trotz allem, was die "Experten" sagen, der Ursprung dieser rätselhaften Objekte auf dem Mars ist immer noch eine offene Frage.
- Mark J. Carlotto, Sommer 1991
VORWORT ZUR ZWEITEN AUSGABE
Vor sechs Jahren wurden "Die Marsrätsel" zum ersten Mal veröffentlicht. Seit damals ist viel geschehen, aber irgendwie hat sich wenig verändert.
Im August 1992 verlor die NASA den Kontakt mit dem Raumschiff Mars Observer, als es sich dem Roten Planeten näherte. Für einige schien der Verlust nach dem Versagen von zwei russischen Versuchsraketen 1988 verdächtig zu sein. Aber die meisten von uns waren einfach nur frustriert, daß wir nach den spektakulären Erfolgen der Voyager Reise im Sonnensystem in den 80er Jahren und Magellan's Radaraufnahme der Venus in den frühen 90ern immer noch keine Bilder vom Mars hatten.
Im Sommer 1986 veröffentlichte eine Gruppe von NASA-Wissenschaftlern ein Referat in der Zeitschrift Science, in der sie behaupteten, einen Beweis gefunden zu haben, daß mikrobiologisches Leben einst auf dem Mars existiert haben könnte. Über Nacht begann sich die frühere Meinung der Gemeinschaft der Planetarwissenschaftler, daß es kein Leben auf dem Mars geben konnte, zu ändern. Und es basierte nicht auf der Entdeckung einer lebenden Mikrobe, sondern auf Indizien, d. h. auf dem Beweismaterial anderer möglicher Interpretationen. In vielerlei Hinsicht wie das Beweismaterial, das in "Die Marsrätsel" und anderen Büchern präsentiert wurde, die behaupten, daß gewisse Strukturen auf dem Mars künstlichen Ursprungs sein könnten. Beweise, die die Gemeinschaft der Planetarwissenschaftler nicht nur ignoriert, sondern auch lächerlich gemacht hat. Tatsächlich hat es die NASA ziemlich deutlich gemacht, als sie ihre historische Ankündigung über die Entdeckung von Mikroben gemacht haben, daß sie keine Absicht hatten, auf die Suche nach "kleinen grünen Männchen" zu gehen, was ein deutlicher Bezug auf das Gesicht und andere ungewöhnliche Objekte ist, die seit über zwanzig Jahren untersucht werden.
Die zweite Ausgabe dieses Buches erscheint während wir wieder auf dem Weg zum Mars sind. An diesem Punkt ist die erste Ausgabe irgendwie überholt und enthält historische Bezüge auf den Mars Observer und auf damals erwogen werdende Pläne, den Mars zu erforschen. Die neue Ausgabe enthält das ganze Material der alten Ausgabe und enthält eine beträchtliche Menge neuer Informationen. Es wurden einige neue Kapitel eingefügt. Eins analysiert und faßt das vorhandene Beweismaterial für die Künstlichkeit zusammen und zeigt, daß es gemeinsam der außerordentliche Beweis, der von Carl Sagan und anderen skeptischen Wissenschaften verlangt wird, um die außergewöhnliche Behauptung zu rechtfertigen, daß diese Erscheinungen auf dem Mars künstlich sind. Dieses Kapitel enthält ebenfalls einige neue Forschungsergebnisse, die bisher noch nicht veröffentlicht wurden und die Behauptung der Künstlichkeit zusätzlich stützen. Ein anderes Kapitel, das von James Erjavec und Ronald Nicks verfaßt wurde, diskutiert mögliche geologische Mechanismen, die diese Formationen erklären. Ihre Analyse behauptet, daß Geologie in sich die Verschiedenartigkeit der Formen, Organisationsmuster, und Feinheit der Gestaltung, die diese einzigartige Sammlung von Objekten auf dem Mars aufweisen, nicht ausreichend erklären kann.
In dieser Ausgabe sind ebenfalls unsere heutigen Pläne, den Mars zu erforschen, auf den neuesten Stand gebracht sowie eine Untersuchung der letzten Erklärung der NASA in Bezug auf die mögliche Entdeckung außerirdischer Mikroorganismen. Es wurde gezeigt, daß die Beweisnatur der Mikroben im wesentlichen nicht anders als für die Existenz großer künstlicher Strukturen auf dem Mars. Meine Absicht ist, eine eklatante Inkonsistenz in der NASA Philosophie gegenüber Planetenerforschung und der Suche nach außerirdischer Intelligenz hervorzuheben. Eine Inkonsistenz, die besonders beunruhigend ist, da es vielen von uns wieder einmal nicht klar ist, welche die wirklichen Absichten der NASA sind, diese rätselhaften Objekte auf der Marsoberfläche aufzunehmen.
- Mark Carlotto, Frühling 1997