Vorwort
Sarah Heath hat es geschafft, so viel Wissen in dieses sehr lesenswerte Buch einzubringen, dass nur sehr wenige der zahlreichen (und stetig neu dazukommenden) Katzenhalter nicht verstehen werden, warum ihre Katze sich auf eine bestimmte Art und Weise verhält. Doch dieses Buch erreicht mehr als nur ein besseres Verständnis: Es vergrößert unsere Bewunderung für dieses liebenswürdige, wenn auch oft unnahbare Tier, das sich entschieden hat, sein Leben mit uns, die wir ja nur Menschen sind, zu teilen.
Bei der Lektüre von Katzen verstehen wurden mir über Sarah Heath drei ungeschriebene Tatsachen völlig klar. Die erste war, wie tief ihr Verständnis des Katzenverhaltens tatsächlich ist, die zweite, wie sehr ihr ihre tierärztliche Erfahrung geholfen hat, das Katzenverhalten zu analysieren und praktische Behandlungsprogramme zu erstellen, und die dritte, wie ihr tiefer Respekt und ihre offenkundige Liebe für Katzen es ihr möglich machen, die Fragen der Halter mit der Botschaft zu beantworten: Ich weiß, wie Sie sich fühlen, und ich fühle mit Ihnen.
Auf den folgenden Seiten wird fast jedes Verhalten unserer Stubentiger beschrieben und einige der Lösungsmöglichkeiten, zu denen Sarah rät, um ein Problemverhalten zu überwinden, sind überraschend einfach. Ich bin mir sicher, dass der eine oder andere Katzenhalter sich schon an den Kopf gegriffen und ausgerufen hat: "Natürlich! Warum habe ich daran nicht selbst gedacht?" - wie im Fall der Katze Trinder, die angefangen hatte, das Haus zu verschmutzen, bis Sarah bemerkte, dass deren Katzentoilette zu nah am Korb eines 50 Kilo schweren Bullmastiff platziert war. Wenn wir darauf hingewiesen werden, ist es auf einmal ganz offensichtlich, doch oft sehen wir einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht. Einige Fälle sind allerdings weitaus schwieriger. Als ich den Bericht über den Unruhestifter Jake las, der durch Katzentüren in Häuser einbricht, die dort wohnhafte Katze zusammenschlägt und dann seine Visitenkarte hinterlässt, indem er das ganze Haus bespritzt, fragte ich mich unweigerlich, wie viele seiner Opfer Sarah zur gleichen Zeit in Behandlung hatte.
Das Buch ist nicht nur ein umfassendes Werk über Verhaltensprobleme von Katzen (Ursache, Auswirkung und Abhilfe), sondern es bietet uns auch einen Einblick in die faszinierende Geschichte nicht nur der Katzen, sondern auch der wechselnden Beziehung zwischen Katzen und Menschen. Wenn Sarah Heath beschreibt, wie wir die Katzen im Laufe der Geschichte gequält, zu Tausenden verbrannt, in Häuserwänden bestattet und sie rituell von 70 Meter hohen Türmen geworfen haben und wie viele von uns heute auf ihre Zuneigung und ihre Freundschaft bauen, entlarvt sie wirkungsvoll einen Schwachpunkt in unserem eigenen Persönlichkeitsprofil. Während sich unsere Haltung gegenüber den Katzen ständig veränderte, haben diese die ganze Zeit über versucht und es auch geschafft, uns zu domestizieren - eine Tatsache, die in den einzelnen Kapiteln klar zum Vorschein kommt: Die Katze lebt beim Menschen, weil es ihr so passt.
Katzen verstehen ist ein wunderbares Buch, das unter den modernen Büchern über das Verhalten von Haustieren auf den vorderen Plätzen rangieren wird. Als Autor von Why does my dog...? freue ich mich darauf, beide Bücher Seite an Seite in den Regalen stehen zu sehen und es ist mir eine Ehre, dass mein Buch bald neben dem von Sarah Heath zu finden sein wird.
John Fisher, Autor von Why does my dog...?
(deutsche Ausgabe: Vom Strolch zum Freund.
Das ABC für Problemhunde
Müller Rüschlikon Verlag)