Vorwort
Die Bhagavadgita entstand als Teil des Mahabharata, des großen indischen Epos, vor etwa 2000 Jahren. Durch die Universalität ihrer Themen wurde sie über den indischen Halbkontinent hinaus auch in Europa bekannt. Sie stellt Yoga als einen philosophisch untermauerten Heilsweg dar. Viele religiöse Traditionen Indiens betrachten sie als ihre maßgebliche Offenbarungsschrift. Gut 1200 Jahre jünger ist die Aschtavakragita. Sie wurde als Teil der puranischen Literatur Indiens überliefert, die innerhalb der verschiedenen religiösen Strömungen des indischen Mittelalters verfaßt wurde.
Die Bhagavadgita gilt als Offenbarung des Gottes Krishna, die Aschtavakragita als Lehrgedicht eines selbstverwirklichten Brahmanen. Auch in letzterer geht es um die Erlösung von der Welt und den dafür notwendigen Lebenswandel. Ihre Gottes- und Heilsvorstellungen unterscheiden sich allerdings von denen der Bhagavadgita, da ihre Autoren aus verschiedenen geistigen Traditionen stammen. Die beiden alten Weisheitsschriften werden in Indien heute noch verehrt und studiert.
Mit ihren zu Klassikern gewordenen Übersetzungen der Bhagavadgita und der Aschtavakragita machten die beiden großen Indologen Leopold von Schroeder und Heinrich Zimmer zwei der bedeutendsten indischen Überlieferungen im deutschen Sprachraum bekannt. Der Indologe Sascha Bosetzky führt aus heutiger Sicht in die Bhagavadgita ein.