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Musikjournalismus
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Vorwort



"Talking about music is like dancing about architecture",

lautet ein verbreitetes Bonmot. Tag für Tag allerdings beweisen Musikjournalisten, dass es doch möglich ist, sich über Musik im Medium der Sprache auszudrücken, indem sie Hörer an die Musik heranführen, Leser in Konzerte locken und Kaufempfehlungen für Tonträger geben. Sie vermitteln dadurch, dass Musik eine Bereicherung, ein Quell für schöne Erlebnisse, Entdeckungen und, gerade in unserer heurigen schnelllebigen Zeit, auch für Muße und Kontemplation sein kann.

Diese erste Buchveröffentlichung, die sich speziell mit dem Musikjournalismus befasst, versammelt die notwendigen Grundlagen musikjournalistischer Tätigkeit beim Rundfunk, bei Print- und Internetmedien. Sie möchte Musikjournalisten aller Genres bei ihrer Arbeit unterstützen, Studierenden und Berufsanfängern das notwendige "Know how" vermitteln, Berufsfelder aufzeigen, aber auch erfahrenen Journalisten Denkanstöße und Anregungen für ihre Arbeit geben.

Zunächst werden verschiedene Themen - vom Urheberrecht bis zum Jazz - medienübergreifend behandelt, anschließend die spezifischen Anforderungen in den Medien Rundfunk, Print und Internet separat erläutert. Der Bereich Rundfunk wurde in einen allgemeinen Teil und in analog aufgebaute Kapitel zum Kultur- und zum Popradio unterteilt. Aspekte zum Berufsbild, zur Ausbildung und zu künftigen Tätigkeitsbereichen runden den Band ab.

Die insgesamt 19 Autoren sind Rundfunk- und Internetredakteure, Moderatoren und Printjournalisten, allesamt Praktiker mit langjähriger Berufs- und Unterrichtserfahrung. Sie analysieren die Funktion und den Einsatz von Musik und erläutern sprachliche, dramaturgische und gestalterische Mittel für Sendungen, Beiträge und Texte, häufig an konkreten Beispielen. Organisatorische, finanzielle und technische Aspekte des Berufsalltags eines Musikjournalisten werden ebenfalls berücksichtigt.

Aus Platzgründen konnte nicht jede Musiksparte abgedeckt werden, so wurden beispielsweise die Weltmusik, die Volksmusik, pädagogisch orientierte Sendeformen und Musik für Kinder nicht berücksichtigt. Vieles lässt sich jedoch auch darauf übertragen. Das Privatradio ist, auch was die Musik betrifft, bereits umfassend in dem Band "Radiomanagement" derselben Reihe abgedeckt.

Ein Glossar und ein Personen- und Sachregister erleichtern die Orientierung, zwei Literaturverzeichnisse die Vertiefung. Außerdem wird auf die speziell für das Buch eingerichtete und regelmäßig aktualisierte Website www.musikjournalismus.de verwiesen. Sie bietet zusätzliche Informationen, Literatur- und Linktipps sowie Hinweise zur Aus- und Weiterbildung. Die im Haupttext genannten Links werden (ggf. aktualisiert) auf der Homepage zur einfacheren Navigation ebenfalls aufgeführt.

Wenngleich der Herausgeber einiges vereinheitlicht und, wo es sinnvoll erschien, Querverweise eingebaut hat, wurde bewusst darauf geachtet, die Vielfalt der Vorgehensweisen und Strukturen beizubehalten. Manche Aspekte (z.B. Musikkritik, Moderation und Schreiben fürs Hören) werden in mehreren Kapiteln aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

Der Fokus dieses Buches ist auf die speziellen Anforderungen im Bereich Musikjournalismus ausgerichtet. Das allgemeine Handwerkszeug eines Rundfunkjournalisten wird umfassend erläutert im Band "Radiojournalismus" von Walther von La Röche und Axel Buchholz (2004). Den Bereichen "Feuilleton" bzw. "Kulturjournalismus" sind empfehlenswerte Bände von Gunter Reus (1999) bzw. Dieter Heß (1992) gewidmet; in Einzelkapiteln findet darin auch die Sparte Musik Berücksichtigung.


An dieser Stelle gilt es zu danken:

den 18 Mitautoren für ihre mit viel Herzblut geschriebenen Artikel und für ihre Anregungen in den konstruktiven Diskussionen im Vorfeld, die z.T. in die Struktur des Buches eingeflossen sind.

der Leitung der Hochschule für Musik Karlsruhe, die den innovativen Studiengang "Diplom-Rundfunk-Musikjournalismus" (Institut LernRadio) eingerichtet hat und engagiert unterstützt. Auf den Dozenten-"Brainpool" des Instituts, das mit der Kombination aus musikjournalistischem Unterricht und praktischem Sendebetrieb einzigartig in Europa ist, konnte dieses Buch zurückgreifen.

den Herren Rüdiger Steiner und Klaus M. Klose von der UVK-Verlagsgesellschaft für die angenehme und engagierte Zusammenarbeit und für das konstruktive Lektorat.

schließlich meiner Freundin Anne Horsch für ihre fortwährende Unterstützung und ihr Verständnis in stressigen Zeiten.


Der Herausgeber hat die traurige Pflicht, an dieser Stelle an die juristische Beraterin des Instituts LernRadio, Dr. Sabine Astheimer, zu erinnern. Sie hat das Buchprojekt von Anfang an mit großem Interesse und Rat begleitet und ihren Beitrag über das "Urheberrecht" noch zwei Tage vor ihrem tragischen Unfalltod überarbeitet.

Anregungen, Fragen und Kritik sind dem Herausgeber jederzeit willkommen unter kontakt@musik-journalismus.de.



Karlsruhe, im Dezember 2004 Peter Overbeck



 
   


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