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Füreinander da zu sein, d. h., sich um die Belange der Mitmenschen und der Gesellschaft zu kümmern und denen zu helfen, denen es gerade nicht so gut geht, hat eine lange Tradition. Und zwar nicht nur im angelsächsischen Raum. Soziale Marktwirtschaft, Sozialstaat, Wohlfahrtsverbände, eine Vielzahl von Vereinen, Bürger, die sich freiwillig in eigeninitiierten Projekten engagieren, sind Zeugnis für gesellschaftliche Verantwortung und sozialen Ausgleich in unserem Land.

Allerdings ist es bezeichnend, dass man in Deutschland immer noch zuerst an gemeinnützige Einrichtungen und mildtätige Privatpersonen denkt, wenn es um gesellschaftliches Engagement geht. In den letzten Jahren ist es auch für viele Unternehmen in Deutschland zur Selbstverständlichkeit geworden, neben den unternehmerischen Kernaufgaben wie Gewinnerzielung, Wachstum oder Beschäftigungssicherung eigenständige Beiträge zu unserer gesamtgesellschaftlichen Weiterentwicklung zu leisten. Vorbild ist hier sicherlich die enge Verknüpfung von Wirtschaft und Gesellschaft in den USA, wo sich Unternehmen als good local citizens verstehen.

Am bekanntesten sind hierzulande Sponsoring-Aktivitäten, d. h. die überwiegend finanzielle, gelegentlich auch personelle Unterstützung von Projekten im sportlichen, kulturellen, aber auch zunehmend im gesellschaftlichen Umfeld. Weniger verbreitet ist bisher Corporate Volunteering, im Prinzip die konsequenteste Form unternehmerischen Engagements. De facto stellen die Unternehmen hierbei einen Teil ihrer eigenen Leistungserbringung pro bono zur Verfügung: ihre Infrastruktur, ihre speziellen Fähigkeiten und Verfahrensweisen sowie - last but not least - die Arbeitsleistung ihrer Mitarbeiter.

Projektziele und Aufgabenstellungen können höchst unterschiedlich sein. Für die beteiligten Unternehmen geht es dabei - über die Beteiligung an einer guten Sache hinaus - auch um ganz handfeste Eigeninteressen: um den Aufbau von Kontakt-Netzwerken, die Verbesserung der Mitarbeitermotivation ("Unsere Firma macht so etwas", "Darauf sind wir stolz") sowie ganz besonders um die "sympathische" Positionierung des Unternehmens im gesellschaftlichen Umfeld.

Corporate-Volunteering-Projekte schaffen damit klassische "Win-Win"- Situationen für alle Beteiligten - mit klaren Vorteilen für Leistungsempfänger, Leistungserbringer und nicht zuletzt für unsere Gesellschaft selbst, die auf solche Projektleistungen entweder gänzlich verzichten oder sie selbst mit eigenem, in der Regel kostenträchtigem Ressourceneinsatz erbringen müsste.

McKinsey Deutschland hat - als Teil der weltweiten McKinsey-Community - vielfältige Erfahrungen mit Corporate-Volunteering-Projekten gesammelt: als Initiator und Träger solcher Projekte, aber auch im Rahmen von Kooperationen mit öffentlichen und privaten Institutionen. Schon aufgrund unseres Selbstverständnisses sehen wir es als wesentliche Aufgabe, gesellschaftliche Verantwortung aufzugreifen und gestaltend wahrzunehmen. In diesem Sinne stellen wir seit Jahren unser Know-how zu wirtschaftlichen und sozialen Themen in Schlüsselprojekten pro bono zur Verfügung.

Es wäre wünschenswert, wenn möglichst viele Unternehmen nach dem Prinzip des gegenseitigen Gebens und Nehmens handelten: Wer von der Gesellschaft profitiert, sollte bereit sein, wieder etwas zurückzugeben. Erfreulicherweise gibt es zunehmend auch in Deutschland Beispiele hierfür, wie die vorliegende Dokumentation zeigt. Doch das kann erst der Anfang sein ...




 
   


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