Vorwort
Dieses Buch ist das Ergebnis einer intensiven Suche und langjähriger Erfahrungen. Seit 1996 arbeite ich mit Patienten zusammen, deren Leiden im Bewegungsapparat zu finden sind. Meine Patienten wurden nach der Dom-Breuß-Therapie gerichtet, und in 70 % der Fälle konnte das Leiden geheilt oder zumindest stark gelindert werden. Ich hatte also eine hohe Erfolgsquote, war aber trotzdem mit den Ergebnissen nicht richtig zufrieden. Daher habe ich mehrere zusätzliche Therapien wie Triggerpunktbehandlung, Akupunktur, Homöopathie und Ausleitungsverfahren (Schröpfen, Baunscheidtieren, Blutegel, Cantharidenpflaster) mit einfließen lassen - aber immer blieb das Gefühl, dass mir noch ein entscheidendes Handwerkszeug fehlt.
Vor nunmehr sechs Jahren lernte ich in Ansätzen das Kinesio-Taping kennen. Erste Versuche damit waren vielversprechend, setzten sich aber nicht wirklich durch, sodass ich diesen Weg nicht weiterverfolgte. Die Idee, das Hauptaugenmerk auf die Muskulatur zu legen, hatte mich allerdings überzeugt, und so stellte ich mir ein Tapeband vor, das auch weitergehenden und höheren Ansprüchen genügen würde.
2004 stieß ich auf Dr. Sielmanns Meditaping. Eine einfache Handhabung und verbesserte Tapes zeichneten seine Therapie aus. Allerdings stellten mich auch hier die praktischen Ergebnisse immer noch nicht zufrieden, weil es in einem Fall gelang, dem Patienten zu helfen, in einem ähnlichen Fall allerdings nicht. Worin lag der Unterschied?
Endlich war für mich der Zeitpunkt gekommen, etwas Eigenes zu entwickeln. Natürlich stellte sich mir die Frage, ob ich dazu überhaupt in der Lage sei, denn es ist schön und gut, täglich in der Praxis zu arbeiten und nebenher Physiotherapeuten in der Dorn-Breuß-Therapie auszubilden, aber eine neue Therapieform zu schaffen, dazu gehört schon viel mehr.
Ich bekam schließlich Unterstützung von einer ehemaligen Schülerin. Die Physiotherapeutin Elfi Reichardt bestärkte mich in meinem Entschluss, etwas Neues zu schaffen. Etwas Neues? Nein. Ganz neu ist es nicht. Das Rad musste nicht neu erfunden werden, aber wir haben es geschafft, es erheblich runder, verschleißärmer und leiser laufen zu lassen und damit die Erfolgsquote von 70 % auf über 90 % zu steigern!
Dolo-Taping ist nicht nur eine Therapieform, sondern auch ein Behandlungskonzept, bei dem von den Ursachen ausgehend die Symptome der Patienten gelindert werden. Hierzu haben wir Elemente aus der Akupunktur und der Dom-Therapie mit eingebaut. Und somit ist das Dolo-Taping schließlich eine Therapie mit ganzheitlicher Sicht geworden.
Ich möchte zwei Menschen besonderen Dank sagen für ihre Inspirationen und ihren Schöpfergeist. Dieter Dorn und Dr. Dieter Sielmann haben den Grundstein für das gelegt, was wir heute Dolo-Taping nennen. Das Wort Dolo ist abgeleitet vom lateinischen Wort Dolor (Schmerz) und Taping vom englischen Wort für Klebeband. Zusammen entsteht die Bedeutung der-Therapie: den Schmerz bekleben.
Um diese neue Therapieform über unsere Praxis hinaus bekannt zu machen, haben wir dieses Lehrbuch geschrieben. Es wird als Grundlage dienen, Physiotherapeuten, Masseure, Ärzte, Hebammen, Ergotherapeuten und Heilpraktiker in dieser für den Patienten glückseligen Therapieform auszubilden, viel Schmerz und Leid zu lindern und viele unnötige Operationen zu vermeiden.
Dieses Buch ist lange noch nicht vollständig, sondern es gibt den aktuellen Stand unserer Erfahrungen wieder. Dolo-Taping ist eine neue Art der Therapie, und es gilt noch viel zu entdecken, zu forschen und weiterzuentwickeln.