Verzeichnis der im Text erwähnten Personen
A
ABELIN, Johann Philipp, eigentlich Johann Philipp Abele, auch Philipp Arlanibäus Abeleus (t1634): deutscher Historiograf, Übersetzer und Kollektor von Schriften; verfasste die ersten zwei Bände des "Theatrum Europäum", das die Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges erzählt; Matthäus Merian d. Ä. und d. J. erstellten für dieses elfbändige Werk die Abbildungen
ALDRINGEN, Johann Graf (1588-1634): ligistischer General; kämpfte 1626
erfolgreich an der Dessauer Eibbrücke gegen die Truppen unter Ernst von Mansfeld; überführte im selben Jahr die Gebeine des Heiligen Norbert von Magdeburg nach Prag; 1632 Nachfolger Tillys als Oberbefehlshaber der ligistischen Armee
ALSTEIN, Joachim (1564-1636): Ratsherr und Bürgermeister der Stadt Haldensleben, jüngerer Bruder von Sebastian Alstein
ALSTEIN, Sebastian (1558-1641): Ratsherr und Bürgermeister der Stadt Haldensleben
ANTON ULRICH, Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel (1633-1714,
reg. ab 1704): letztes Mitglied der in Köthen beheimateten deutschen Akademie der "Fruchtbringenden Gesellschaft"
AUGUST, Herzog von Sachsen-Weißenfels (1614-1680): Sohn von Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen; reg. seit 1653/57 das Herzogtum Sachsen-Weißenfels; Administrator des Erzbistums Magdeburg 1628/351680
B
BANER, Johann (1596-1641): schwedischer General und Feldmarschall; Oberbefehlshaber der schwedischen Armee 1634-1641;
nahm 1631 an der Schlacht bei Breitenfeld teil; besetzte 1632 die Hochstifte Magdeburg und Halberstadt; siegte 1636 in der Schlacht bei Wittstock gegen kaiserliche Truppen; seit 1633 Mitglied der "Fruchtbringenden Gesellschaft" in Köthen; starb in Halberstadt
BERNHARD von Sachsen-Weimar (1604-1639): General der protestantischen Union; jüngerer Bruder von Wilhelm IV.; kämpfte 1620 unter Ernst von Mansfeld, 1623 unter Christian von Halberstadt, 1625 unter Christian IV. von Dänemark und seit 1630 unter Gustav Adolf; siegte 1631 in der Schlacht bei Werben gegen Tilly; übernahm nach dem Tode Gustav Adolfs in der Schlacht bei Lützen 1632 den Oberbefehl über das schwedische Heer; 1633-34 Herzog von Franken bis zur schwedischen Niederlage in der Schlacht bei Nördlingen; stand 1635-1639 in französischen Diensten; seit 1620 Mitglied der "Fruchtbringenden Gesellschaft" in Köthen; starb in Breisach, Gebeine wurden erst 1655 nach Weimar überführt
BISMARCK, Christoph von (1583-1655): lebte auf seinem Gut Briest bei Tangerhütte; führte 1625-1640 ein Tagebuch, in dem er über das Kriegsgeschehen in der Altmark berichtet
BUQUOY (auch Bucquoy), Karl Bonaventura de Longueval, Graf von (1571-1621): kaiserlicher Feldmarsehall; wechselte 1618 aus spanischen Diensten in das kaiserliche Heer; führte u. a. das Heer in der für die Kaiserlichen siegreichen Schiacht am Weißen Berge bei Prag 1620
gegen den Winterkönig Friedrich V.
C
CHEMNITZ, Bogislaw Philipp von (1605-1678): schwedischer Historiograf,
der ein mehrbändiges Werk über die Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges aus schwedischer Sicht verfasste
CHRISTIAN IV., König von Dänemark (1577-1648, reg. ab 1588/96): übernahm als Herzog von Schleswig und Holstein 1625 den Oberbefehl über die Truppen des niedersächsischen Kreises; verlor gegen Tilly bereits 1626 die Schlacht bei Lutter am Barenberge; schloss 1629 einen Frieden mit dem Kaiser und schied als kriegführende Partei aus
CHRISTIAN f.,Fürst von Anhalt-Bernburg (1588-1630, reg. ab 1606): Statthalter des Kurfürsten Friedrichs V. von der Pfalz in der Oberpfalz; 1619/20 Kanzler desselben in Böhmen; vermittelte 1614 die Heirat Friedrichs mit Elisabeth, der Tochter des englischen Königs; kämpfte erfolglos in der Schlacht am Weißen Berge bei Prag 1620 gegen das kaiserlich-ligistische Heer
CHRISTIAN II., Fürst von Anhalt-Bernburg (1599-1656): protestantischer Heerführer; Sohn von Christian I. von Anhalt-Bernburg; kämpfte u. a. in der Schlacht am Weißen Berge bei Prag 1620
CHRISTIAN L, Herzog von Sachsen-Merseburg (16151691): Sohn des sächsischen Kurfürsten Johann Georgsl.; reg. seit 1653/57 das Herzogtum Sachsen-Merseburg
CHRISTIAN D. J., Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel, genannt der "tolle Halberstädter" (1599-1626): 16171623 Administrator des Bistums Halberstadt; protestantischer General; kämpfte auf der Seite der Protestanten in der verlorenen Schlacht am Weißen Berge bei Prag 1620; eroberte u.a. 1623 Paderborn, wo er den Domschatz einschmelzen ließ; verlor in der Schlacht bei Fleurus 1622 den linken Unterarm und starb später an dieser Verletzung
CHRISTIAN WILHELM, Markgraf von Brandenburg (15871665): Administrator des Erzbistums Magdeburg 1598-1628 und 1630-1631 und des Bistums Halberstadt 1624-1628; 1628 von den Domkapiteln abge setzt; ab 1630 von der Stadt Magdeburg wieder anerkannt; wurde bei der Eroberung und Zerstörung der Stadt Magdeburg 1631 gefangen genommen; konvertierte 1632
zum katholischen Glauben und wurde 1648 für den Verlust des Erzbistums mit einer kleinen Summe entschädigt
CHRISTINA, Königin von Schweden (1626-1689, reg. 1632/44-1654): Tochter von Gustav II. Adolf; entschied sich gegen eine Heirat und entsagte ihrem Thron zugunsten ihres Cousins Karl Gustav von Pfalz-Zweibrücken; hielt sich danach in Österreich, Italien, Frankreich und Schweden auf; konvertierte zum katholischen Glauben; starb in Rom; beschäftigte sich in den letzten Lebensjahren mit wissenschaftlichen Fragestellungen
D
DOROTHEA MARIA, Herzogin von Sachsen-Weimar (15741617): Schwester von Ludwig I. von Anhalt-Köthen, Mutter von Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar; anlässlich ihres Todes versammelten sich Vertreter des Hochadels und gründeten die erste deutsche Akademie, die "Fruchtbringende Gesellschaft"
DOUGLAS, Robert (1611-1662): Schottischer; Offizier im schwedischen Heer; wurde 1627 Page Gustav Adolfs; focht 1631 und 1642 bei Breitenfeld und 1645 bei Jankau
E
EKMAN, Oscar (1812-1907): schwedischer Kaufmann und Mäzen aus Göteborg; finanzierte den Bau der Kapelle an der Gustav-Adolf-Gedenkstätte in Lützen
ELISABETH, Kurfürstin von der Pfalz (1596-1662): Tochter von König Jakob I. von England; seit 1614 Ehefrau des "Winterkönigs" Friedrich V.
ERNST von Anhalt (1608-1632): protestantischer Heerführer; Sohn von Christian I. von Anhalt-Bernbürg; fiel in der Schlacht bei Lützen 1632
ERSKINE (auch Erskein), Alexander (1598-1656): schottischer Adliger in schwedischen Diensten; 1631-1635 schwedischer Statthalter in Erfurt; hatte an mehreren deutschen Universitäten studiert; unterschrieb 1650 den Exekutionsvertrag die Durchführungsbestimmungen für die schwedischen Truppen in Nürnberg
F
FALKENBERG, Dietrich von (1580-1631): hessischer Offizier, seit 1615 in schwedischen Diensten; schwedischer Oberst; Kommandant der Stadt Magdeburg im Auftrage Gustav Adolfs; fiel bei der Eroberung und Zerstörung der Stadt 1631
FERDINAND II., Kaiser (1578-1637, Kaiser ab 1619): 1617 König von Böhmen; 1619 von böhmischen Ständen abgesetzt, die stattdessen Friedrich V. von der Pfalz zum König wählten; 1619 Wahl zum deutschen König und Kaiser mit der Stimme Friedrichs V. von der Pfalz; nach dem Sieg der kaiserlichen Truppen in der Schlacht am Weißen Berge bei Prag 1620 hielt er 1621 ein Strafgericht, bei dem viele aufständische Böhmen den Tod fanden und Böhmen seine Freiheitsprivilegien verlor; stellte ab 1624 eigene kaiserliche Truppen auf, die anfangs von Walienstein befehligt wurden; 1629 Erlass des Restitutionsedikts; 1635 sog. Prager Frieden mit dem Kurfürstentum Sachsen geschlossen
FERDINAND III. (1608-1657, reg. ab 1637): Sohn von Ferdinand II; 1625 König von Ungarn; 1627 König von Böhmen; folgte seinem Vater auf dem Kaiserthron; befürwortete 1630 die Absetzung Wailensteins, aber 1632 auch die Wiedereinsetzung desselben; kämpfte erfolgreich mit seinem spanischen Vetter in der Schlacht bei Nördlingen 1634 gegen die Schweden; unterzeichnete als böhmischer König 1635 den "Prager Frieden"; lud 1640/41 zum Friedensschluss vorbereitenden Reichstag nach Regensburg ein; schloss 1648 nach jahrelangen diplomatischen Vorarbeiten den Westfälischen Frieden mit Schweden und Frankreich und beendete damit den Dreißigjährigen Krieg
FRANZ, Wolfgang (1564-1628): Wittenberger Theologe und Historiker; hielt 1617 in Wittenberg die Predigt auf das Reformationsjubiläum
FRIEDRICH V, Kurfürst von der Pfalz, genannt der Winterkönig (1596-1632,
reg. ab 1613): bereits 1617 Aspirant auf den böhmischen Königsthron; nach der Absetzung Ferdinands II. 1619 nahm er die Wahl der böhmischen Stände an; wählte dennoch Ferdinand II. 1619 zum deutschen König; nach der Schlacht am Weißen Berge bei Prag 1620 ging er ins Exil nach Holland, denn seine Mutter war eine Oranierin; erhielt teilweise finanzielle Unterstützung seines Schwiegervaters, König Jakobs I. von England; für seine Ansprüche kämpften nach 1620 protestantische Freischärler wie Christian von Halberstadt oder Ernst von Mansfeld; erst sein Sohn kann auf dem Westfälischen Friedenskongress 1648 das pfälzische Kurfürstentum für die Familie erhalten
FRIEDRICH II., der Weise, Kurfürst von Sachsen (14631525, reg. ab 1486): Förderer Martin Luthers und der Reformation; gründete 1502 die Wittenberger Universität "Leucorea"
FREDRICH WILHELM, Kurfürst von Brandenburg, genannt der "Große Kurfürst" (1620-1688, reg. ab 1640): erlangte im Westfälischen Frieden 1648
das säkularisierte Bistum Halberstadt und 1680 das gleichfalls säkularisierte Erzbistum Magdeburg; gewinnt 1675 in der Schlacht bei Fehrbellin die von den Schweden besetzten pommerschen Gebiete zurück
G
GALLAS, Mattias Graf (1584 oder 1588-1647): kaiserlicher General; lehnte 1632 die Nachfolge Tillys als Oberbefehlshaber der ligistischen Armee ab; 16341638 Nachfolger Wallensteins als Generalissimus der kaiserlichen Truppen; ab 1638 in spanischen Diensten stehend; bedeutend war vor allem sein Sieg über die schwedischen Truppen bei Nördlingen 1634
GEORG, Herzog von Braunschweig-Calenberg (15821641): protestantischer Heerführer; 1631 schwedischer General im Heer Gustav Adolfs; tritt 1635
dem Prager Frieden mit dem Kaiser bei; 1634 Mitglied der "Fruchtbringenden Gesellschaft" in Köthen
GUERICKE, Otto von, bis 1666 Otto Gericke (1602-1686): Naturforscher, berühmt für seine "Magdeburger Versuche" zum Vakuum; Diplomat für seine Heimatstadt Magdeburg; seit 1646 Bürgermeister der Stadt Magdeburg; hinterließ einen ausführlichen Bericht über die Belagerung und Eroberung der Stadt Magdeburg 1631 und über seine diplomatischen Tätigkeiten 1642-1660
GUSTAV II. ADOLF, König von Schweden (1594-1632, reg. ab 1611): mit seiner Landung auf Rügen und Usedom im Juni 1630 griff er in das Kriegsgeschehen ein; er gehört zu den erfolgreichsten Heerführern des Krieges, siegte u. a. in Breitenfeld 1631 gegen Tilly; eroberte danach Bayern, wo er 1632 in München einziehen konnte; fiel 1632 in der Schlacht bei Lützen gegen die wallensteinschen Truppen
H
HAGENDORF, Peter (nachgewiesen 1624-1649): Söldner in evangelischen und katholischen Diensten; führte 1624-1649 ein Tagebuch, in dem er u.a. über die Belagerung und Eroberung Magdeburgs und von der Schlacht bei Breitenfeld 1631 berichtet
HOHENLOHE, Georg Friedrich Graf von (1569-1657): protestantischer Heerführer; stand ursprünglich in habsburgischen Diensten; durch Heirat erwarb er Besitz in Böhmen und stellte sieh aktiv auf die Seite der Aufständischen; kämpfte u.a. in der für die Protestanten verlorenen Schlacht am Weißen Berge bei Prag 1620; schloss 1631 Bündnis mit Gustav Adolf,
wodurch seine erfolgte Achtlösung ungültig wurde
HOLK, Heinrich (1599-1633): dänischer Adliger, Offizier; zuerst in dänischen Diensten; 1628 Verteidiger Stralsunds in einer schwedischen Einheit gegen Wallensteins Truppen; wechselte im selben Jahr in wallensteinsche Dienste; focht 1630 unter Tilly; 1631 war er in der für die Schweden erfolgreichen Schlacht bei Werben beteiligt; 1632 stand er in der Schlacht bei Lützen auf Seiten der wallensteinschen Truppen
J
JOHANN ERNST II. D. J., Herzog von Sachsen-Weimar (1627-1683): Sohn von Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar; Mitglied der "Fruchtbringenden Gesellschaft" in Köthen; Korrespondenzpartner von Fürst Ludwig I. von An halt-Köthen
JOHANN GEORG I., Herzog von Sachsen (1585-1656, reg. ab 1611): stellte sich zu Beginn des Krieges 1618/19 nicht offen gegen den Kaiser; schloss 1631 ein Bündnis mit dem schwedischen König; mit dem "Prager Frieden" 1635
wechselte er auf die Seite des Kaisers; durch sein Testament wurden für die nachgeborenen Söhne die Herzogtümer Sachsen-Merseburg, Sachsen-Naumburg-Zeitz und Sachsen-Weißenfels errichtet (die sogenannten sächsischen Sekundogenituren)
K
KARL GUSTAV von Pfalz-Kleeberg-Zweibrücken (16221660), seit 1654 König
Karl X.Gustav v on Schweden: Sohn von Gustav Adolfs Schwester Katharina und somit Cousin Königin Christines; geplante Heirat mit seiner Cousine verweigerte diese, machte ihn aber zum Nachfolger auf dem schwedischen Thron
KARL I. LUDWIG, Kurfürst der Pfalz (1617-1680): Sohn des "Winterkönigs" Friedrich V. von der Pfalz und dessen Frau Elisabeth; erreichte auf dem Westfälischen Frieden 1648 die Einrichtung der achten Kurwürde für die Pfalz; die Oberpfalz verblieb bei Bayern
KÖNIGSMARCK, Hans Christoph (auch Christoffer) von (1600-1663): schwedischer General, aus Brandenburg stammend; ursprünglich in kaiserlichen Diensten wechselte er 1630 auf die Seiten Gustav Adolfs; focht u. a. bei Breitenfeld 1642; nach 1648 Gouverneur des bei Schweden verbliebenen Herzogtums Bremen-Verden; 1648 Mitglied der "Fruchtbringenden Gesellschaft" in Köthen
L
LEOPOLD III. Friedrich Franz, Fürst, seit 1807 Herzog von Anhalt-Dessau, genannt "Vater Franz" (1740-1817, reg. ab 1751/58): Schöpfer des Wörlitzer Gartenreichs und der meisten der dortigen Gebäude
LEOPOLD WILHELM, Erzherzog von Österreich (16141662): Sohn Kaiser Ferdinands II.; kaiserlicher Heerführer; Bischof von Halberstadt 1628-1648;
katholischer Erzbischof von Magdeburg 1628-1635; führte in der Schlacht bei Nördlingen 1634 gegen die Schweden die erfolgreichen kaiserlichen Truppen an; verlor das Erzbistum Magdeburg durch den Friedensschluss zwischen Ferdinand II. und dem sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. 1635 im Prager Frieden; verzichtete im Westfälischen Frieden 1648 auch auf das Bistum Halberstadt
LILIE, Axel Gustafsson (1603-1662): schwedischer Feldherr; Gouverneur der Schweden in Leipzig in den vierziger Jahren
LUDWIG XML, König von Frankreich (1601-1643, reg. ab 1617): gewährte von Beginn des Krieges an der protestantischen Seite finanzielle Unterstützung, griff erst ab 1635 mit eigenen Truppen in den Krieg ein; seine Politik wurde wesentlich von Kardinal Richelieu bestimmt, der 1624 Minister, 1629
Erster Minister wurde; nach dem Tode Richelieus 1642 übernahm diese Rolle Mazarin
LUDWIG L, Fürst von Anhalt-Köthen (1579-1650, reg. ab 1606): 1631-1635
schwedischer Statthalter für die Bistümer Magdeburg und Halberstadt; begründete 1617 die erste deutsche Akademie in Köthen, die "Fruchtbringende Gesellschaft"
M
MANSFELD, (Peter) Ernst Graf von (1580-1626): General der protestantischen Union; wurde katholisch erzogen, trat 1610 dem reformierten Glauben bei; verlor u. a. die Schlacht am Weißen Berge bei Prag 1620 gegen das Heer unter dem Befehl von Tilly und die Schlacht an der Dessauer Eibbrücke 1626
gegen die Truppen Wallensteins
MANSFELD, Wolfgang Graf von (1575-1638): General der kaiserlichen Truppen; konvertierte um 1622 zum katholischen Glauben
MARIE ELEONORE, Königin von Schweden (1599-1655): Ehefrau von Gustav Adolf; Schwester des brandenburgischen Kurfürsten Georg Wilhelm
MAUL, Johann Georg (nachgewiesen 1631-1645): Naumburger Bürger, der Aufzeichnungen über das Kriegsgeschehen in seiner Stadt aus den Jahren 16311645 hinterließ
MAXIMILIAN 1., Herzog, seit 1623 Kurfürst von Bayern (1573-1651): Oberhaupt der katholischen Liga; nahm an der Schlacht am Weißen Berge bei Prag 1620 teil; erhielt nach der Niederlage des "Winterkönigs" 1623 die ehemals der Pfalz zustehende Kurwürde und die Oberpfalz als Territorialgewinn; floh 1632 vor den herannahenden Truppen Gustav Adolfs aus München; 1648 bestätigte der Westfälische Frieden den Gewinn der Kurwürde und der Oberpfalz, für die Pfalz wurde eine achte Kurwürde eingerichtet
Moritz, Herzog von Sachsen-Naumburg-Zeitz (16191681): Sohn des sächsischen Kurfürsten Johann Georgs I.; reg. seit 1653/57 das Herzogtum Sachsen-Naumburg-Zeitz
O
OXENSTIERNA, Axel Gustafsson, Graf von Södermöre (1583-1654): seit 1612
schwedischer Kanzler; Verwaltungsreformer; 1622 Statthalter von Riga; nach der für die Schweden siegreichen Schlacht bei Breitenfeld 1631 wurde er schwedischer Bevollmächtigter am Rhein; führte nach dem Tode Gustav Adolfs 1632 die Reichsgeschafte für die minderjährige Königin Christina; führte 1645 die Friedensverhandlungen zwischen Schweden und Dänemark, die zum Frieden von Bromsebrö führten und Schweden endgültig die Vormachtstellung an der Ostsee sicherten; im selben Jahr Kanzler der Universität Uppsala; 1634
Mitglied der "Fruchtbringenden Gesellschaft" in Köthen
P
PAPPENHEIM, Gottfried Heinrich Graf zu (1594-1632): General der katholischen Liga; konvertierte zum katholischen Glauben; zeichnete sich in der Schlacht am Weißen Berge bei Prag 1620 durch besonderen Mut auf Seiten der Liga aus; legendär ist sein Reiterregiment, die "Pappenheimer"; war maßgeblich an der Belagerung 1629 und an der Eroberung der Stadt Magdeburg 1631 beteiligt; verstarb an den Verletzungen aus der Schlacht bei Lützen
PICCOLOMINI, Octavio Fürst von Aragona (1599-1656): italienischer Adliger und kaiserlicher General; seit 1616 in kaiserlich-habsburgischen Diensten; kämpfte in der Schlacht bei Lützen 1632 im Heer unter Wallenstein und 1634
in der siegreichen Schlacht gegen die Schweden bei Nördlingen; wurde 1634
einer der Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee; legte dieses Amt 1642
nieder; kämpfte dann auf Seiten der Spanier gegen die Niederländer; übernahm 1648 nochmals den Oberbefehl über das kaiserliche Heer; 1649
beteiligt an den Nürnberger Friedensexekutionsverhandlungen, die der Auflösung der Armeen dienten
S
SALVIUS, Johann Adler (1590-1652): Legat der schwedischen Königin auf dem Westfälischen Friedenskongress, während der zweite schwedische Gesandte Johann Oxenstierna die Interessen des schwedischen Reichskanzlers, seines Vaters Axel Oxenstierna, vertrat
SCHINKEL, Karl Friedrich (1781-1841): Architekt, Stadtplaner und Maler; Leiter der preußischen Oberbaudeputation; entwarf den 1837 errichteten gusseisernen Baldachin an der Gustav-Adolf-Gedenkstätte in Lützen im neugotischen Stil
SCHLICK, Heinrich Graf von (1580-1640): kaiserlicher General; Befehlshaber der kaiserlichen Truppen im Erzstift Magdeburg ab 1624 unter Wallenstein; kämpfte erfolgreich an der Dessauer Eibbrücke 1626 gegen Ernst von Mansfeld
SCHÌTZ, Heinrich (1585-1672): Musiker, Komponist und Kapellmeister am sächsischen Hof in Dresden; veriebte seine Kindheit und seinen Lebensabend in Weißenfels, wo er bedeutende Werke der Musikgeschichte schuf
STAFFEL, Gottfried (nachgewiesen 1608-1636): Naumburger Bürger; erwarb 1609 das Bürgerrecht; 16151636 Stadtvogt; 1628-1632 Vize-Kammerschreiber; 1636 Kammerschreiber in Naumburg; berichtet in seinem für die Jahre 1608-1623 überlieferten Tagebuch auch über das Kriegsgeschehen in seiner Stadt
STOLBERG-WERNIGERODE, Otto Graf, seit 1890 Fürst von (1837-1896): 1878-1881 Stellvertretender Reichskanzler unter Otto von Bismarck; bestimmte maßgeblich den Umbau des Wernigeroder Schlosses 18621885
T
TILLY, Johann Tserclaes Graf von (1559-1632): General der katholischen Liga; 1623 in Grafenstand erhoben; focht erfolgreich in der Schlacht am Weißen Berge bei Prag 1620, in Stadtlohn 1623 gegen Christian von Haiberstadt und an der Dessauer Eibbrücke 1626 gegen Ernst von Mansfeld; nach der Entlassung Wallensteins 1630 Generalissimus der ligistischen und kaiserlichen Armeen; mit der Durchführung des 1629 erlassenen Restitutionsedikts beauftragt; führte den Oberbefehl bei der Belagerung und Eroberung der Stadt Magdeburg und verlor das erste Treffen mit Gustav Adolf in der Schlacht bei Breitenfeld 1631; wurde in der Schlacht am Lech 1632 tödlich verletzt, starb in Ingolstadt; 1652 Überführung nach Altötting
TORSTENSSON, Lennart, seit 1647 Graf von Ortala (16031651): schwedischer General; 1618 Page Gustav Adolfs; focht 1631 und 1642 in Breitenfeld, 1632 in Lech gegen Tilly, 1636 in Wittstock, 1644 in Jüterbog gegen Gallas, 1645 in Jankau; wurde 1641 Nachfolger Baners als Oberbefehlshaber der schwedischen Armee in Deutschland
W
WALLENSTEIN, eigentlich Albrecht Eusebiusvon Waldstein, seit 1623 Herzog von Friedland, seit 1629 Herzog von Mecklenburg (1583-1634): kaiserlicher General; evangelisch, konvertierte er 1602/06 zum katholischen Glauben; durch seine Heirat zum böhmischen Grundbesitzer geworden; profitierte von Konfiszierung des böhmischen Grundbesitzes der Aufständischen; erwarb 1622
Friedland, 1623 in Reichsfürstenstand erhoben; focht 1620 auf Seiten des ligistischen Heeres in der Schlacht am Weißen Berge bei Prag; stellte 1624
ein kaiserliches Heer auf, mit dem er 1625 durch Mitteldeutschland bis an die Ostseeküste zog; abgesetzt als kaiserlicher Generalissimus 1630; wiedereingesetzt nach Tillys Tod 1632; 1634 zusammen mit einigen seiner Offiziere in Eger (Chleb) ermordet
WERDER, Diederichvon dem (1584-1657): bedeutender Übersetzer am Hofe Ludwigs I. von Anhalt-Köthen; später am Hofe des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel auch als Diplomat und Heerführer tätig
WERNIGERODE, Heinrich Ernst Graf zu (1593-1672): lehnte 1629 die Restituierung der geistlichen Institutionen seines Herrschaftsbereichs ab, darunter die des 1545 säkularisierten Klosters Ilsenburg
WILHELM IV., Herzog von Sachsen-Weimar (1598-1662): reg. ab 1641
nach einer Teilung der Regentschaft über Weimar und Jena, ab 1644
auch über Eisenach; kämpfte im Heer Ernst von Mansfelds und Christians von Halberstadt; 1630 frühe Parteinahme für Gustav Adolf; trat 1635 dem "Prager Frieden" mit dem Kaiser bei, wohl weil Axel Oxenstierna u. a. seine Beförderung zum Generalleutnant verhinderte; 1617 Mitglied der "Fruchtbringenden Gesellschaft" und 1651-1662 ihr zweites Oberhaupt
WRANGEL, Carl Gustav, Graf von Salmis (1613-1676): schwedischer General; Sohn des schwedischen Feldmarschalls Hermann Wrangel; kämpfte 1638
unter Johann Baner und war bis zum Eintreffen Lennart Torstenssons schwedischer Oberbefehlshaber; schlug erfolgreich die Schlacht bei Breitenfeld 1642 und 1645 bei Jankau; war u. a. schwedischer Statthalter für Thüringen; 1649/50 mit Karl Gustav von der Pfalz auf dem Nürnberger Friedensexekutionskongress; 1660 Vormund Karls XL von Schweden; verlor die Schlacht bei Fehrbellin 1675 gegen den "Großen Kurfürsten" mit der Brandenburg seine pommerschen Besitzungen zurückerhielt