Vorwort zur 6. Auflage
Mit unserem dreibändigen Werk über die Anatomie des Hundes (1), des Pferdes (2) und des Rindes(3) verfolgen wir das Ziel, den Körperbau anhand naturgetreuer Abbildungen in der gebotenen Kürze des begleitenden Textes so zu vermitteln, dass praxisbezogene Sachverhalte hervorgehoben werden und klinisch-funktionell irrelevante Details lediglich erwähnt werden. Allgemein gültige Themen, die bei geringen artspezifischen Unterschieden für alle Spezies gelten, wie die allgemeine Anatomie oder das autonome Nervensystem, sind in der Anatomie des Hundes enthalten.
Bei immer noch zunehmender Bedeutung des Pferdes als Partner, Helfer und Sportsfreund des Menschen wollten wir im vorliegendem zweiten Band die Ästhetik, Grazie und geniale Funktionalität des Körperbaus, aber auch die Krankheitsanfälligkeit in aller Natürlichkeit in unserem Buch betonen, um so einen ansprechenden Grundlagenbeitrag zur Tiergesundheit und ein praxisbezogenes Studienkonzept zu schaffen. Innerhalb einer 17-jährigen bewegenden Epoche mit mehrmalig verordneter Reduzierung der Studienzeiten bei einhergehender Beeinträchtigung der Studienbedingungen hatten wir seit der Erstauflage zahlreiche Gelegenheiten, unser Werk an die Erfordernisse in Studium und Praxis anzugleichen und die Möglichkeiten zur Ergänzung, Verbesserung und fachlichen Anpassung an die aktuelle Lehrmeinung und die weltweit gültige Nomenklatur zu nutzen. Der nie erhoffte nationale und internationale Erfolg, belegt durch die zahlreichen Neuauflagen in vielen Sprachen, bestätigt den eingeschlagenen Weg und ist gleichzeitig eine schöne Belohnung für Beharrlichkeit und Kreativität.
In der hier vorliegenden neuesten (sechsten) Auflage wurde die gründliche und umfassende Überarbeitung sowohl im Text als auch im Bildteil fortgesetzt. Es war ein Hauptanliegen, die drei Teilgebiete, nämlich den topographisch-anatomischen Hauptteil, die klinisch-funktionellen Beiträgen und die spezielle Anatomie in Tabellenform durch deskriptive Bezugnahmen und zahlreiche Abbildungshinweise zu einem einheitlichem Gesamtkonzept enger zu verknüpfen.
Die Beiträge zur klinisch-funktionellen Anatomie wurden gemäß ihrer zunehmenden Bedeutung im Studium und Beruf für diese Neuauflage am intensivsten bearbeitet und am umfangreichsten ergänzt. Das betrifft besonders die Augenuntersuchung und die rektale Exploration der Bauch- und Beckenhöhle in Vorbereitung auf die sonographische Untersuchung der Geschlechtsorgane unter Berücksichtigung des Zyklusgeschehens, der künstlichen Besamung und der Trächtigkeitsüberprüfung.
Dankbar sind wir für die Verstärkung unseres Autorenteams durch Kollegen aus dem klinischen Bereich. Die Beiträge von Professor Dr. Glatzel (Berlin), Professor Dr. Gerhards (München) und Privatdozentin Dr. Wollanke (München) erachten wir als wertvolle Bereicherung für die vorliegende sechste Auflage.
Berlin, im Sommer 2008 Für das Autorenteam
K.-D. Budras
Vorwort zur ersten Auflage (gekürzt)
Mit dem topographischen Atlas und Lehrbuch der Anatomie des Pferdes wird der zweite Band eines Gesamtwerkes zur Anatomie der Haussäugetiere vorgelegt. In enger Anlehnung an das bewährte Vorgehen in Band I "Atlas der Anatomie des Hundes" werden unter vergleichend-anatomischen Gesichtspunkten die artspezifischen Besonderheiten des Pferdes durch Kursivschrift hervorgehoben. Bezüglich der Einführung in die Anatomie und der Allgemeinen Anatomie, z. B. in der Muskellehre, wird auf Band I verwiesen.
Der zweite Band konnte durch Verzicht auf klinisch unbedeutende Details ebenso wie der erste in Kurzfassung verwirklicht werden. Damit vermittelt er den Studenten einen Großteil des Unterrichtsstoffes des zweiten Studienjahres und bietet gleichermaßen eine farbig illustrierte Präparieranleitung für die anatomischen Präparierübungen. Den Tierärzten in Praxis und Wissenschaft werden die wichtigsten anatomischen Daten in Text und zugehöriger Farbtafel übersichtlich und gestrafft dargeboten und in ihrer klinischen Bedeutung speziell beleuchtet. Darüber hinaus wird den Pferdeliebhabern mit naturwissenschaftlicher Ausbildung besonders in Biologie, Zoologie und Medizin ein künstlerisch anspruchsvolles Anschauungsmaterial über Bau und Funktion des Pferdekörpers vermittelt.
Die topographische Anatomie mit Betonung der Wechselbeziehungen der verschiedenen anatomischen Strukturen und Organe wählten die Autoren als überwiegende Darstellungsform im Hauptteil ihres Werkes. Verwirklicht nach dem Konzept eines Text-Atlas mit enger Verknüpfung von Beschreibung und Illustration ist sie das praxisbezogene Bindeglied zur angewandten Anatomie.
Die Spezielle Anatomie mit ihren zahlreichen Details in der Myo-, Arthro-, Neuro- und Lymphologie wird im vorliegenden Werk in Tabellenform mit Verweis auf die betreffenden Abbildungen berücksichtigt.
Da die Autoren die gültigen wissenschaftlichen Fachausdrücke und das im Deutschen gebräuchliche Äquivalent in Bild und Schrift verwenden, bietet sich die Nutzung des vorliegenden Werkes als farbige Bildnomenklatur an. Bezüglich der Etymologie der anatomischen Fachausdrücke wird auf den ersten Band "Atlas der Anatomie des Hundes" verwiesen. Hier im zweiten Band wird eine Ergänzung durch pferdespezifische Fachausdrücke geboten, die im Text oder durch Fußnoten erklärt werden.
Mit den Beiträgen zur klinisch-funktionellen Anatomie wird ein bewährtes Konzept beibehalten und ergänzt. Unter Verzicht auf Vollständigkeit wollen die Autoren den stellenweise "trockenen" Stoff in der Anatomie "würzen" und einen Vorgeschmack auf die interessante klinische Ausbildung und den vielseitigen attraktiven Tierarztberuf vermitteln. Den Kolleginnen und Kollegen aus verwandten Disziplinen soll der große Nutzen einer fundierten anatomischen Ausbildung und deren bedeutender Wandel mit Hinwendung zur praxisbezogenen Anwendung vergegenwärtigt werden. Bei allem Respekt vor dem großen Humananatomen Hyrtl kann sein unbescheidener Ausspruch, dass die Medizin die Anatomie nicht entbehren, aber die Anatomie sehr wohl ohne die Medizin bestehen könne, nicht geteilt werden. Vielmehr sollte der Anatom durch Vermittlung praxisbezogenen Wissens in Übereinstimmung mit dem Anatomen Fick eine "Ehrenpflicht" im Dienste der gesamten Heilkunde erfüllen.
Bereits vor der Veröffentlichung dieses zweiten Bandes lässt sich unstrittig ein schöner Erfolg verbuchen, nämlich die engagierte und kreative Mitarbeit von Studierenden und Tierärzten. Zahlreiche Anregungen und die Ausführung vieler Einzelaufgaben (siehe Liste der Mitarbeiter) erwiesen sich als sehr wertvolle Hilfe zum Gelingen des Gesamtwerkes. Den Mitarbeitern des Institutes für VeterinärAnatomie, insbesondere den Präparatoren gebührt Dank und Anerkennung für die direkte oder indirekte Mitwirkung am vorliegenden Gesamtprojekt, unter anderem durch Bereitstellung von Abbildungsvorlagen.
Für die Beiträge zur klinisch-funktionellen Anatomie erhielten wir sehr wertvolle Anregungen und Anschauungsmaterial von international anerkannten Fachvertretern besonders aus dem klinischen Bereich. Wir danken den Herren Prof. Dr. Auer (Zürich), Prof. Dr. Dämmrich (Berlin), Prof. Dr. Dik (Utrecht), Prof. Dr. Hartung (Berlin), Dr. Huskamp (Tierklinik Hochmoor), Prof. Dr. McCarthy (Sydney), Frau Dr. Poulsen Nautrup (Hannover) und Prof. Dr. Sack (Ithaca, U.S.A.).
Berlin, im Sommer 1991 Die Autoren