Trennung und Scheidung bedeuten sowohl für die Erwachsenen wie auch für die Kinder eine hohe emotionale Belastung. Gefühle der Verletztheit, Enttäuschung und Wut müssen verarbeitet, Regelungen für die Zukunft müssen getroffen werden.
Das Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend unterstützt scheidungs- und trennungswillige Paare auf verschiedenen Ebenen. In den Familienberatungsstellen, die an Gerichtsstandorten angesiedelt sind, werden umfassende Scheidungsberatungen kostenlos und anonym angeboten. Daneben fördert das Ministerium Vereine, die pädagogische oder therapeutische Kindergruppen sowie Einzelarbeit und Paarbegleitung für Eltern anbieten und schließlich können Paare, die sich trennen oder scheiden lassen wollen, eine vom Ministerium geförderte Mediation in Anspruch nehmen.
Es ist mir als Familienministerin ein großes Anliegen, mit diesen drei Angeboten die betroffenen Eltern und Kinder bei der Erarbeitung von zufriedenstellenden Lösungen für die weitere Zukunft zu unterstützen.
Ich danke den Autoren dieses Ratgebers, der einerseits die vielfältigen Konfliktpunkte, die bei einer Trennung oder Scheidung auftreten, eingehend aufzeigt und andererseits sehr umfassend darstellt, wie Familienmediation gelingen kann.
Dr. Andrea Kdolsky
Bundesministerin für Gesundheit, Familie und Jugend
JUSTIZ
BUNDESMINISTERIUM FÜR JUSTIZ
Konflikte begegnen uns im Alltag in vielfacher Ausgestaltung - in der Familie, zwischen Partnern, zwischen Elternteilen oder zwischen Kindern und Eltern. Zwischenmenschliche Konflikte sind oftmals unumgänglich. Entscheidend ist aber, mit ihnen so umzugehen, dass sie das Leben nicht dauerhaft belasten, dass sie nicht in Depression oder Gewalt entgleisen und nicht die Schwächeren nachhaltig zu Verlierern machen.
Die Fragen "Wer ist schuld?" und "Wer hat Recht?" führen selten zu tragfähigen Auswegen aus einem Konflikt, weil sie Vergangenes - damit Unveränderbares - in den Mittelpunkt stellen und den Blick auf die Zukunft verhindern. Mediatorinnen und Mediatoren als unparteiische Dritte, die freiwillig beigezogen werden, die dafür ausgebildet sind und die verschwiegen sind, können in sehr vielen Fällen helfen, die Spirale des Konflikts aufzubrechen und mögliche Lösungen zu erarbeiten.
Das Bundesministerium für Justiz führt eine Liste der eingetragenen Mediatorinnen und Mediatoren (www.mediatorenliste.justiz.gv.at), in die rund 3.500 Personen eingetragen sind. Sie stehen für Konflikte aller Lebenslagen zur Verfügung - von der Familie über den Nachbarschaftsbereich bis zum Wirtschaftsleben.
Ich bin sicher, dass dieses Buch viel dazu beitragen wird, um die Mediation als konstruktive Form der Konfliktbewältigung weiter populär zu machen.
Dr. Maria Berger
Bundesministerin für Justiz
Die Mediation stellt eine längst anerkannte Methode dar, die Parteien eines Konflikts dabei zu unterstützen, in einem auf Freiwilligkeit beruhenden Dialog die Hintergründe ihres Konflikts systematisch zu beleuchten und eigenverantwortlich eine zukunftsorientierte Lösung zu erarbeiten.
Es liegt auf der Hand, dass gerade der spannungsgeladene Bereich der Familie in all seinen Erscheinungsformen bis hin zur Ehescheidung, dem Streit um die Obsorge für die gemeinsamen Kinder, um das Besuchsrecht und den zu leistenden Unterhalt sowie das Entstehen von Patchwork-Familien eine besondere Herausforderung für die Mediation darstellt.
Das von anerkannten Fachleuten verfasste vorliegende Werk zeigt anhand praktischer Beispiele Erfolg versprechende Anwendungsmöglichkeiten dieses Instruments selbst nach Einleitung gerichtlicher Verfahren auf. Damit bietet es Mediatorinnen und Mediatoren, aber auch der Richterschaft und berufsmäßigen Parteienvertretungen eine wertvolle Unterstützung in ihrem Bemühen um die Erzielung akzeptierter, lebbarer Regelungen. Die interessierte Leserschaft wird jedoch auch ganz allgemein ermutigt, sich im Bedarfsfall auf diesen alternativen Weg der Konfliktbereinigung einzulassen. Die Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln stellt letztlich die beste Grundlage für ein gedeihliches Miteinander und damit auch für einen dauerhaften Rechtsfrieden dar.
Dr. Manfred Scaria Präsident des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Graz
Wir sprechen für Ihr Recht.
DIE ÖSTERREICHISCHEN
RECHTSANWÄLTE
Überblickt man die letzten 15 bis 20 Jahre in der Praxis eines mit Familienrecht betreuten Beraters, so stand damals ein Zauberwort im Mittelpunkt - "Mediation". Damals noch als Wunderding, das aus Amerika kommt, bestaunt, aber gleich auch kritisiert und mit einiger Skepsis betrachtet. Die Zeiten haben sich geändert. Mediation ist insbesondere aus dem Beratungsumfeld im Zusammenhand mit Familie, Scheidung und Trennung nicht mehr wegzudenken.
Spätestens seit der Einführung des Zivilrechtsmediationsgesetzes 2004 hat sich der Mediationsprozess auch in der öffentlichen Meinung fix etabliert.
Im gleichen Maße, wie der Mediationsgedanke immer stärker präsent wurde, ist auch das Literaturangebot gestiegen. Es ist daher besonders erfreulich, dass sich in dem breit gefächerten Angebot nunmehr ein Ratgeber der Frage widmet, wie Familienmediation gelingen kann. Natürlich wird das Gelingen einer Mediation auch in gerade im Umfeld der Familie davon abhängen, wie die Beteiligten aufeinander zugehen, aufeinander eingehen können. Dennoch ist es besonders hilfreich, eine Unterstützung zur Seite zu haben, die aus den verschiedenen Perspektiven die Konfliktpotenziale im Rahmen einer Familienmediation beleuchtet, Erklärungen anbietet, Lösungen sucht.
Der Schwerpunkt in der Beratungstätigkeit liegt mittlerweile in der Kreativität, Konflikte nicht zu verschärfen, sondern Probleme zu lösen. Mediation ist daher ein gutes Medium, die vorliegende Gebrauchsanweisung ein wichtiges Instrument.
Daher ein großes Dankeschön an die Autoren, die sich auf den Weg gemacht haben, ein solches Instrument zu schaffen, und eine Ermunterung an alle, die sich im Beratungsumfeld der Familienmediation bewegen, dieses Instrument mit Leben zu erfüllen. Dr. Waltraute Steger Vizepräsidentin der Österreichischen Rechtsanwaltskammer