Vorwort
Warum ein Buch über Aquarienbeleuchtung? Ist Licht nicht gleich Licht? Durchaus nicht. Die richtige Beleuchtung eines Aquariums ist oft der Schlüssel zum Erfolg. Algenplagen oder Kümmerwuchs von Wasserpflanzen sind mit falscher Beleuchtung ebenso möglich wie kränkelnde Korallen. Zuviel Licht, zuwenig Licht oder einfach Lichtstrahlung einer falschen Zusammensetzung, all dies kann sich negativ auf das Aquarienbiotop auswirken.
Gerade in den vergangenen zwei Jahrzehnten haben Süßwasseraquaristik und Meeresaquaristik viele Fortschritte gemacht. Zahlreiche dieser Erfolge hängen direkt oder indirekt mit der Beleuchtung zusammen. Einerseits hat die Industrie immer bessere Leuchtmittel auf den Markt gebracht, mit denen sich das Lichtklima bestimmter natürlicher Biotope im Aquarium noch besser nachstellen lässt. Andererseits nehmen die Kenntnisse der Aquarianer über die Lichtbedürfnisse der Wasserpflanzen und Korallen stetig zu, dank ihrer emsigen Tätigkeit als "Hobbybiologen".
Aber das Licht im Aquarium ist nicht nur für die lichtabhängigen Wasserpflanzen und Korallen wichtig. Auch für viele andere Aquarienbewohner spielt die Beleuchtung eine ganz zentrale Rolle, denn sie hat großen Einfluss auf zahlreiche Wasserparameter. Sie beeinflusst die Sauerstoffproduktion der Wasserpflanzen bzw. der Symbiosealgen im Gewebe der Korallen, und ihr Einfluss auf den CO2 -Gehalt ist oft schon nach wenigen Stunden meßbar, denn während der Beleuchtungsphase kommt es oft zu einer deutlichen pH-Verschiebung. Durch diese und weitere Einflüsse wird die Aquarienbeleuchtung zu einem wichtigen "Zahnrad" im Getriebe des Aquarienmilieus und setzt eine Reihe von Kettenreaktionen in Gang, entweder positive oder negative. Man kann es also nicht einfach auf die Frage reduzieren, ob das Aquarium hell oder dunkel ist.
Bei dem hohen Niveau, das die Aquaristik heute erreicht hat, sollte es für den Aquarianer nicht mehr ausreichen, einfach "Licht" über seinem Aquarium zu installieren, um dann Wasserpflanzen und Tiere hineinzusetzen. Es ist wichtig, das Verständnis für das Lichtklima in dem natürlichen Biotop zu schulen, das wir im Aquarium nachstellen möchten. Nur dadurch können die Lichtbedürfnisse bestimmter Lebewesen erkannt werden, um ihnen im Aquarium dann auch passende Lichtbedingungen bieten zu können. Dabei soll dieses Bändchen helfen. Um dies zu erleichtern, habe ich Tabellen mit Beleuchtungsvorschlägen für bestimmte Aquarienbiotope zusammengestellt, sowohl für Süßwasser, als auch für Meerwasser.
Wenn man das natürliche Lichtklima eines bestimmten Biotops im Aquarium nachstellen will, ist es natürlich wichtig, auch die Eigenschaften der einzelnen Leuchtmittel zu kennen, die von der Industrie angeboten werden. Sie alle haben Vor- und Nachteile, und was für den einen Aquarientyp geeignet ist, kann für einen anderen Typ völlig unbrauchbar sein. In den entsprechenden Kapiteln geht dieses Buch auf die Leuchtmittel ein, die in Frage kommen, stellt sie vor und informiert über ihre Eigenschaften.
Was dieses Buch allerdings nicht möchte, ist es, dem Aquarianer Bastelanleitungen für Aquarienleuchten zu liefern. Wasser leitet Strom, insbesondere Salzwasser. Basteleien an elektrischen Geräten, die am Aquarium betrieben werden, sind gefährlich. Darum habe ich weder Schaltpläne noch Bauanleitungen in dieses Buch aufgenommen. Lassen Sie Arbeiten an elektrischen Installationen vom Fachmann durchführen und geben Sie lieber ein paar Mark mehr aus, um eine gute Aquarienleuchte zu bekommen, die von der Aquaristikindustrie speziell für diesen Zweck entwickelt wurde und von Ihrem Aquaristikfachhändler angeboten wird. Diese Geräte sind geprüft und der Gewinn an Sicherheit ist mehr wert als Geld.
Wie viele meiner Bücher stützt sich auch dieses Bändchen auf die Leistung einiger anderer Personen. Das gilt beispielsweise für Karlheinz Sauer und sein inzwischen vergriffenes Buch "Richtige Aquarien- und Terrarienbeleuchtung", aber auch für weitere Buchautoren und ihre hervorragenden Werke, die viel dazu beigetragen haben, die Aquaristik zu bereichern. Das Literaturverzeichnis am Ende des Buches führt diese Werke detailliert auf. Bildmaterial wurde mir überlassen von Ludwig Dennerle (Dennerle GmbH), Friedrich Bitter (Deutschland), Rolf Hebbinghaus (Deutschland), Christel Kasselmann (Deutschland), Prof. Sanjay J oshi und Dave Morgan (USA) sowie Marj Awai (USA). Herzlichen Dank an sie alle, und auch an die vielen Freunde in zahlreichen Ländern, die mir ihre Erfahrungen und Erkenntnisse in Gesprächen oder E-Mail-Diskussionen zur Verfügung stellten, etwa Bobby Wong (Philippinen) oder Stephane Fournier (Frankreich), Dana Riddle (USA), David Saxby (UK), Julian Sprung (USA), Dr. Yoshi Mitzuno und "JJ" Akio Ueda (Japan), Charles Delbeek und Dr. Bruce Carlson (USA), Steve Tyree (USA), Eric Borneman (USA), Alf Nilsen und Svein Fossâ (Norwegen), Dr. Jochen Lohner (Deutschland) und zahlreiche weitere. Herzlichen Dank auch an die Lektorin des Dähne Verlages, Ulrike Wesollek-Rottmann, für die hervorragende Zusammenarbeit während der Betreuung meiner letzten vier Bücher und natürlich an meine Ehefrau Rosalinda und meine Kinder Benny und Melanie, die meine Arbeit in vielfältiger Weise unterstützt haben.
Sinsheim und Manila, August 1999, Daniel Knop