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Vorurteile... und Antworten
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Vor-Wort


Wer von uns hat noch nie in seinem Leben einen Menschen mit Down-Syndrom gesehen? Down-Syndrom bedeutet, in jeder Körperzelle ein Chromosom mehr zu haben - das Chromosom 21, daher spricht man auch von Trisomie 21 - und damit Veränderungen körperlicher, geistiger aber auch emotionaler Art. Im Durchschnitt wird jedes 700ste Kind mit dem Down-Syndrom geboren, es gibt etwa 100.000 Menschen mit Down-Syndrom in Deutschland. Wir erkennen Menschen mit Down-Syndrom als solche, wenn wir sie auf der Straße, im Fernsehen oder auf Bildern sehen. Aber was wissen wir über sie und ihre Besonderheit? Unsere Vorstellungen und Meinungen sind geprägt von Vorurteilen, Halbwahrheiten, Vermutungen und Annahmen.

Die Lebensbedingungen von Menschen mit Down-Syndrom haben sich in den letzten Jahren bei uns glücklicherweise sehr verbessert. Ein Kind mit Trisomie 21 zu bekommen, bedeutet nicht mehr automatisch Heimunterbringung und Verstecken, sondern die Möglichkeit, von Anfang an Förderung und Unterstützung zu bekommen, in Familie und Gesellschaft zu leben und zu lernen, es bedeutet, dass es normal ist, verschieden zu sein!

Das heißt aber auch und vor allem, diese Menschen so anzunehmen wie sie sind, frei von Vorurteilen und Schubladendenken, offen und bedingungslos.

In unseren Köpfen spuken viele Vorurteile über Menschen mit Down-Syndrom herum, Vorurteile die hemmen, lähmen, Angst machen oder einschränken.

Wer von uns lebt schon gern mit den Vorurteilen - Deutsche sind blond und blauäugig, essen immerzu Sauerkraut und trinken Bier, hören alle Volksmusik und jodeln, Schwaben sind geizig, Blonde sind dumm, Männer sind Machos - die Liste könnte noch lange so weitergehen.

Vorurteile basieren zumeist auf Unwissenheit und Ängsten. Wer sich die Mühe macht, näher hinzusehen und auf die Betreffenden einzugehen, kann sich schnell von solchen vorgefassten Meinungen verabschieden - sollte man wenigstens meinen!

Leider halten sich solche Vorurteile aber auch bei Menschen, die es eigentlich besser wissen müssten, die z.B. mit Menschen mit Down-Syndrom arbeiten, sie therapieren oder wiederum solche angehenden Fachleute ausbilden.

Lehrer in Schulen erzählen unseren Kindern Dinge, die schon vor dreißig Jahren nicht mehr zu vertreten waren, Ärzte schockieren werdende oder frischgebackene Eltern mit vermeintlichen Tatsachen, die schlicht falsch sind, Therapeuten arbeiten nicht mit neuen Methoden, weil das ja sowieso "keinen Sinn" hat.

Die folgende Sammlung von Vorurteilen möchte dabei helfen solche vorgefassten Meinungen zu verändern, sich Gedanken zu machen über die jeweilige Persönlichkeit, die hinter dem Down-Syndrom steht und ein wenig über den Tellerrand hinauszusehen. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wurde von einer glücklichen Mutter zusammengestellt, die mit allen ihren Kindern zufrieden ist - so wie sie sind!



 
   


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