Vorwort
Die Liebe ist ein wundervolles Geschenk, und gerade das Gefühl, verliebt zu sein, macht das Leben spannend, aufregend und wundervoll. Geschenke soll man nicht zurückgeben, sondern öffnen und sich darüber freuen.
Leider erhalten wir das schöne Gefühl des Verliebtseins ohne Gebrauchsanweisung, und so wird Liebe oft mißverstanden. Wir tappen leicht in die Falle der Abhängigkeit und sehen den geliebten Menschen als einzige Quelle jeglichen Glücks.
Diese Tendenz führt verbreitet dazu, daß das Geschenk der Liebe zu einer Art Droge wird, die uns traurig, verzweifelt und abhängig machen kann. Wenn das geschieht, schlägt die wundervolle Begegnung schnell in eine schmerzvolle, lästige und auch sehr traurige Angelegenheit um. Wenn wir glauben, ohne dieses "Geschenk" beziehungsweise ohne den vermeintlichen Traumprinzen nicht mehr leben zu können, uns ohne ihn absolut leer und verlassen fühlen, verwechseln wir etwas: Wir halten romantische Bedürftigkeit für Liebe!
Wahre Liebe hat nichts mit Suchtverhalten zu tun. Liebe kommt von innen, sie ist da, jetzt und hier, nicht erst durch die Menschen, die wir treffen und die uns diese Liebe widerspiegeln. In uns war und ist sie zu jeder Zeit, nicht nur dann, wenn wir Schmetterlinge im Bauch haben und die Welt rosarot sehen.
Natürlich, in dem Moment, wo wir uns verlieben, zerspringen wir fast vor Energie und Glück, und der geliebte Partner ist der äußere Anlaß, durch den wir dieses Glück erfahren. Leider schwindet das Verliebtheitsgefühl nicht nur mit der Zeit - in der Regel nach den berühmten drei Monaten -, sondern es kommen auch andere, weniger angenehme Gefühle hinzu: Bedürftigkeit, Minderwertigkeitsgefühle, Eifersucht, Verlustangst, Kontrollbedürfnisse - alles Emotionen, die unsere Liebesabhängigkeit ans Licht bringen und unsere Liebesfähigkeit einschränken.
Manche Menschen sind immer schon mit der Liebe verbunden, andere suchen sie ein Leben lang, wieder andere gar nicht, und manchen gelingt es erst nach zahlreichen leidvollen Erlebnissen, mit ihr i n Kontakt zu kommen.
Ich bin weder Psychologin noch sonst eine anerkannte Expertin m Sachen Liebessucht und kann nicht behaupten, alle Lösungen zu kennen. Im Grunde habe ich nichts weiter anzubieten als die Schlüsse, die ich aus meiner eigenen Liebessucht ziehen konnte. Ich bin in der Schule der romantischen Liebe unzählige Male sitzengeblieben und mußte meine Lektionen daher doppelt und dreifach lernen. Mein Herz lag jahrelang unterm Messer, es wurde x Mal gebrochen und v on mir wieder zusammengeflickt. Ich rannte so lange mit dem Kopf gegen die Wand, bis ich nicht mehr konnte und einsah, daß die Mauer stärker war als mein Brummschädel. Erst als es so weh tat, daß ich nicht mehr weiter wußte, war ich bereit, meine Strategien in Sachen Liebe an den Nagel zu hängen.
Durch meine Spiritualität und die Begegnungen mit irdischen Helfern, die so heilsam für mich waren, daß sie mir nicht von dieser Welt schienen, öffnete ich mich langsam für die Möglichkeiten, neue, glücklichere Erfahrungen mit der Liebe zu machen, sei es in einer Paarbeziehung, sei es mit mir selbst. Heute kann ich von mir sagen: Ich liebe mich. Ich kenne die "wahre Liebe" und stehe in ständiger Verbindung mit ihr. Jeder Schritt auf sie zu ist ein Gewinn, denn erst diese Liebe gibt unserem Leben einen Sinn.
Ich hoffe, dieses Buch kann dir dabei helfen, dein liebessüchtiges Verhalten zu erkennen und es in wahrhaftige Liebe zu transformieren. Es soll Lust machen, sich in die Liebe, die nicht weh tut, zu verlieben und unberührtes Neuland zu betreten.