"Warum schreiben Sie eigentlich kein Buch?!"
Im Laufe der letzten Jahre wurde mir diese Frage oft von meinen Patienten und Klienten gestellt. Viele von ihnen baten mich, das aufzuschreiben, was ich gerade gesagt hatte, damit sie es nachlesen oder Freunden geben könnten. Einige fragten sogar drängend, warum ich noch nichts veröffentlicht hätte. Ich kann sehr gut reden, wenn ich einen Gesprächspartner vor mir habe, aber alles aufzuschreiben ist etwas völlig anderes. Insgesamt habe ich tatsächlich dreimal damit begonnen, aber nach ein paar Wochen landete alles im Papierkorb. Ich wußte einfach nicht, wie ich es zustandebringen sollte.
Vor einigen Monaten hatte ich dann die schicksalhafte Begegnung mit einem Ehepaar, das meine therapeutische Hilfe benötigte und mir den entscheidenden Impuls gab, es endlich zu tun. Ich hatte den beiden gerade einige psychosomatische Zusammenhänge und die Vorteile meiner Zahnputzstrategie erklärt, als die Frau mich fragte, ob ich schon ein Buch darüber geschrieben hätte. Auf meine Verneinung hin rief ihr Mann spontan aus: "Ja, das sollten Sie unbedingt tun! Ich sehe Ihre Bücher schon in den Buchhandlungen vor mir liegen. Glauben Sie mir, die Menschen brauchen solche praktischen und wirksamen Methoden, wie sie Sie uns gerade erläutert haben."
Ich erzählte ihnen von meinen mißlungenen Anläufen und meinen Schwierigkeiten, ein so großes Projekt hinzubekommen. Doch die Frau erwiderte, sie wüßte, wie mein Problem zu lösen sei. Sie hätte da von einer tollen Strategie gehört, wie hieß die denn noch gleich, ach ja, die Zahnputzstrategie. Dabei guckte sie mich schelmisch an.
Ich brauchte nur jeden Tag einen Absatz oder eine Seite zu schreiben, Tag für Tag, so lange, bis es fertig wäre. Ich hatte das merkwürdige Gefühl, mit meinen eigenen Waffen geschlagen worden zu sein, aber mein Ehrgeiz war erwacht. Ich wollte mir selbst beweisen, daß meine Strategie auch auf einem Gebiet funktioniert, auf dem ich keinerlei Erfahrung habe und in dem ich mich genauso als Anfänger fühle wie viele meiner Klienten im Sportbereich.
Wie Sie sehen, hat es funktioniert. Sobald ich einmal den festen Entschluß gefaßt hatte und begann, entwickelte sich eine erfreuliche Eigendynamik. Insgesamt brauchte ich nur sieben Wochen täglichen Schreibens, um das Rohmanuskript zu erstellen. An manchen Tagen waren es nur zwei Sätze, meistens jedoch mehrere Absätze oder ein, zwei Seiten. In den folgenden zwei Monaten habe ich das Manuskript viele Male überarbeitet und jeden Tag etwas unternommen, was mich meinem Ziel, es zu veröffentlichen, näherbringt. Dieser Prozeß hat mein Leben bereichert und mir vor allem gezeigt, daß die Zahnputzstrategie tatsächlich funktioniert, nicht nur im Sport, sondern auch in anderen Bereichen des
Lebens. Jetzt wünsche ich Ihnen viel Freude beim Lesen und vor allem viel Erfolg beim "Zähneputzen".
Ihr Markus Mühlnickel