Vorwort
Im Sommer 2004 kam mir das Ich-Bewußtsein abhanden. Seitdem verwende ich das Wort "ich" nur noch in der Kommunikation, ansonsten hat es keinerlei Relevanz mehr.
An die Stelle des Ich-Bewußtseins trat nonduales Bewußtsein. Und das bedeutet, daß ich zwar noch immer zwischen angenehmen und unangenehmen Erfahrungen zu unterscheiden vermag, jedoch unfähig bin, nur die angenehmen willkommen zu heißen. Unvorteilhaft erscheinende Geschehnisse werden zwar nicht euphorisch gefeiert, sie können jedoch meinen inneren Frieden nicht mehr unterminieren.
Der Inhalt meines Buches reflektiert die Sichtweise des nondualen Bewußtseins sowie den sich in ihr gründenden Umgang mit Menschen, Emotionen, Ärgernissen, schwierigen Situationen, der Sinnfrage, Wünschen, Zielen, Krisen, Entscheidungsprozessen.
Die meisten Menschen glauben, es sei ein Opfer, ichlos zu leben. Der Prozeß, in dem der illusionäre Charakter des Ichs aufgedeckt wird, ist mitunter schmerzhaft. Als Opfer betrachte ich, der ich beide Zustände kenne, heute jedoch ein Leben mit dem eingebildeten Ich.
Die Mehrzahl der Kapitel in diesem Buch besteht aus schriftlichen Reaktionen auf Anliegen und Fragen der Leser meiner vier Bücher, die sie mir per E-Mail anvertrauten, wobei ich deren Anschreiben im Buch manchmal nur ausschnittweise und bisweilen gar nicht zitiere.