Vorwort
Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem Umstrukturierungsprozess. Die Globalisierung der Märkte, der Umbau der Gesellschaft in eine Dienstleistungsgesellschaft, die Neuordnung der Finanzmärkte und die demographischen Veränderungen sind auch an der Bauwirtschaft nicht spurlos vorübergegangen: Mittelständische Rohbau- und Ausbau-Handwerkerbetriebe sind in ihrer Existenz bedroht. Architekten- und Ingenieurbüros überprüfen ihre Marktposition und bieten neue, komplexere Leistungsbilder an. Die öffentliche Bauverwaltung wird umorganisiert.
Bisheriges ressourcenorientiertes Handeln muss zu ergebnisorientiertem Handeln entwickelt werden. Das Produkt darf nicht mehr Ergebnis vielschichtiger, vorgelagerter, wenig zielorientierter fachlicher Beiträge sein. Die Erarbeitung der fachlichen Beiträge muss so gesteuert werden, dass sie, technisch, wirtschaftlich und rechtlich vernetzt, auf allen Entwicklungsstufen des Projektes die Erlangung des genau definierten Zieles gewährleisten.
In diesem Umfeld gewinnt zunehmend das Berufsbild des Projektmanagers, der als Projektentwickler oder Projektsteuerer fungiert, an Bedeutung. Dieser Prozess verläuft unwissenschaftlich und wenig strukturiert. Mit diesem Buch wird ein Beitrag zur Systematisierung des Berufsbildes geleistet.
Das starke Interesse an der Thematik dieses Buches manifestierte sich unter anderem darin, dass die erste Auflage mehrfach nachgedruckt werden musste. Die positiven Resonanzen aus dem öffentlichen und privaten Sektor zeigen, welchen Stellenwert Projektmanagement als Grundlage methodischen Arbeitens mittlerweile schon einnimmt bzw. zukünftig einnehmen wird.
Erfreulicherweise haben zwischenzeitlich auch die Hochschulen erkannt, welchen Stellenwert Projektmanagement in Zukunft in der Stadtentwicklung und bei der Realisierung von Baumaßnahmen haben wird. Der Autor erhielt einen Ruf für eine Professur für Standort- und Projektentwicklung und Lehraufträge.
Veranlasst durch den "Nationalen Kongress" 1999 und den "Weltkongress" 2000 zur Agenda 21 in Berlin haben zahlreiche deutsche Kommunen eine "Lokale Agenda 21" für ihre Gemeinde beschlossen. Die Umsetzung dieser Agenden ist ohne interdisziplinäres und systemisches Denken und Handeln nicht möglich. So entwickelte Projekte müssen in der Methodik des Projektmanagements gesteuert werden, wenn sie erfolgreich sein sollen.
Die Novellierung des BauGB 1998 hat Veränderungen mit sich gebracht, die in der Überarbeitung des Buches ebenso nachvollzogen werden müssen wie die Normierung und Fortentwicklung des Projektmanagementstandards in der DIN und anderen Normierungen, wie z. B. dem PM-Kanon.
Die Arbeit an diesem Werk wurde für die 1. Auflage im Frühjahr 1994 begonnen und im Winter 1996 beendet. Der Autor führte in dieser Zeit eine Reihe von Diskussionen und Fachgesprächen. Den Gesprächspartnern sei an dieser Stelle für ihre Unterstützung gedankt. Unter Verwendung dieser Quellen wurden daher auch in der neuen Auflage DM- und Mehrwertsteuerbeträge belassen.
Dank gilt auch besonders meinen ehemaligen Mitarbeitern der Kyrein KG, insbesondere meiner langjährigen Mitarbeiterin Frau Löw, für ihre Unterstützung bei der ersten Auflage des Buches sowie dem Lektorat des Verlages, insbesondere Frau Mühlig und Frau Rudolph für ihre große Geduld.