"Generation" ist ein wissenschaftlicher Grundbegriff. Seit Karl Mannheims paradigmatischem Aufsatz "Das Problem der Generationen" von 1928 und der Hochkonjunktur der Generationsentwürfe in der Zwischenkriegszeit vergeht kaum eine Dekade, ohne daß Sozialwissenschaftler und Feuilletonisten eine neue "Generation" entdeckt zu haben glauben. Wurde die Gesellschaft vormals mit Kategorien wie "Stand" oder "Klasse", später auch mit "Geschlecht" strukturiert, so hat mittlerweile der Begriff "Generation" mindestens einen ebenbürtigen Rang erhalten. Der Generationendiskurs ist Teil gesellschaftspolitischer Debatten und Themenkonjunkturen sowie wissenschaftlicher Konstruktions- und Definitionsanstrengungen. Der mittlerweile inflationäre Gebrauch generationeller Zuschreibungen wie die "Generation Golf", "Generation Ally", die "68er", die "89er", die "Generation Berlin", die "Generation X" zeigt jedoch die Notwendigkeit, über Sinn und Unsinn von Generationenforschung nachzudenken.
Was erklärt und was verdeckt die Rede von den Generationen? Wie legitimiert sich ihr Erklärungsanspruch? Lassen sich die unterschiedlichen Gebrauchsweisen des Generationenbegriffs zu einem Gesamtkonzept vereinheitlichen? Und worin liegt der Reiz, Geschichte als Generationengeschichte zu deuten? Diesen Fragen gehen die Autorinnen und Autoren des Bandes nach, untersuchen kritisch die unterschiedlichen Gebrauchsweisen von "Generationen" und erkunden historisch, soziologisch, psychoanalytisch, medien- und kulturwissenschaftlich die Bedeutung, die der Begriff für die Wahrnehmung und Deutung von Geschichte und Gesellschaft hat.
Mit Beiträgen von:
Christina Benninghaus - Heinz Bude - Christina von Hodenberg - Ulrike Jureit - Heinz Dieter Kittsteiner - Habbo Knoch - Eva Krejci - Kurt Lüscher - M. Rainer Lepsius - Kaspar Maase - Mark Roseman - Sigrid Weigel - Michael Wildt
ISBN 10: 3-936096-58-9
ISBN 13: 978-3-936096-58-3